Schloss Anholt - Burgen, Schlösser und Herrensitze in Westfalen-Lippe

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Schloss Anholt

Bauwerke > geordnet nach Kreisen > Kreis Borken

Adresse
Wasserburg Anholt
Schloss 1
46419 Isselburg-Anholt (Kreis Borken)
 

Karte
     


    
Besichtigungsmöglichkeiten  

  

Museum
Im Sommer 1966 wurde das Museum eröffnet. Besucher erhalten einen Einblick in das gesellschaftliche Leben und die höfische Kultur auf Schloss Anholt. Es können u. a. die größte private Gemäldesammlung Nordrhein-Westfalens mit zahlreichen Werken von bekannten niederländischen Meistern wie Rembrandt, Jan van Goyen und Gerard ter Borch, Zeugnisse herrschaftlicher Wohnkultur, die Bibliothek, die Waffenkammer sowie eine umfangreiche Porzellansammlung besichtigt werden. Die Führung führt durch den Rittersaal von 1665 mit einer stukkierten Balkendecke und getäfelten Wänden. Bemerkenswert ist vor allem das Treppenhaus aus dem Jahre 1699. Im weißen Saal befindet sich eine stukkierte Decke im Rokokostil mit Putten, Blumen und Vögeln und vier Gobelins mit der Darstellung der Weltteile, nach dem Entwurf des Antwerpener Malers Ludwig von Schoor Ende des 17. Jahrhunderts in Brüssel gewebt sind.  
Öffnungszeiten:

 

01. Mai bis 30. September:
Dienstag bis Sonntag von 11.00 Uhr bis 17.00 Uhr geöffnet.
Montag ist das Museum geschlossen.

 

01. Oktober bis 30. April:
Ausschließlich sonntags von 13.00 Uhr bis 17.00 Uhr geöffnet und nach vorheriger Vereinbarung.

 

Weiterführende Informationen und Terminvereinbarungen sind unter folgender Adresse erhältlich:  
Museum Wasserburg Anholt  
Postfach 22 26  
46417 Isselburg  
Tel.: 02874/45353
eMail: museum@fuerst-salm.de  

Schlosspark
Neben dem Museum können auch die Parkanlagen entgeltlich besichtigt werden.

Innenburganlage
Die Innenburganlage - zumindest die Vorburg - ist jederezeit frei zugänglich. Die Innenburganlage der Hauptburg ist zumindest zu o.g. Terminen möglich.

Parkhotel Wasserburg Anholt
Neben dem Parkhotel mit Restaurant schließt sich ein Golfclub an.
Brune Gastronomie GmbH
Klever Straße  
46419  Isselburg-Anholt
Tel.: 02874/4590  
eMail: Rezeption@Schloss-Anholt.de
  

Geschichte
 

Besitzergeschichte

Die Ursprünge der Wasserburg Anholt liegen in einem Wehrbau aus dem 12. Jahrhundert zu Sicherung des Besitzes des Bistums Utrecht. 1169 wird erstmalig ein Herr von Sulen (Zuylen) "en Anholt" als Lehnsmann des Utrechter Bischofs Gottfried von Rhenen genannt. Spätestens unter Stephan III. von Sulen (1313-1347) wurde das Lehnsverhältnis zu Utrecht beendet. Burg Anholt war mitsamt der umliegenden Ortschaft zu einer reichsunmittelbaren Herrlichkeit geworden, die zum Niederrheinisch-Westfälischen Reichskreis gehörte.

1380 erlosch der Anholter Zweig der Herren von Sulen im Mannesstamm. Darauf hin fielen Burg und Herrlichkeit über Herberga von Sulen an deren Ehemann Hermann III. von Gemen. Da auch aus dieser Verbindung keine männlichen Nachkommen hervorgingen, gelang Anholt 1402 durch Heirat Margaretha von Gemen an Gysbert von Bronckhorst-Batenburg.

1503 wurde Anholt in der Geldrichen Fehde durch Herzog Karl von Geldern erobert und erst 1537 an Dietrich von Bronckhorst-Batenburg herausgegeben.

Als letzter männlicher Vertreter der Familie von Bronckhorst-Batenburg starb der in den Grafenstand erhobene Dietrich IV., nachdem er 1647 Burg und Grafschaft an den Mann seiner Tochter Maria-Anna, dem Reichsgrafen Leopold Philipp Carl zu Salm, Wild- und Rheingraf, übertragen hatte.

Infolge der Heirat von Dorothea Prinzessin zu Salm (1702-1751) mit Nicolaus Leopold Graf zu Salm im Jahre 1719, Wild- und Rheingraf, Herzog von Hoogstraten (1701-1770) wurden die beiden Zweige der Salm’schen Linie der Wild- und Rheingrafen vereinigt.

Nicolaus Leopold wurde 1743 vom Kaiser der erbliche Titel Fürst zu Salm-Salm verliehen. Seitdem nannte er sich fortan Fürst zu Salm, Fürst zu Salm-Salm, Wild- und Rheingraf.

1793 verloren die Fürsten zu Salm-Salm durch die Eroberungskriege Kaiser Napoleons I. ihr souveränes Fürstentum Salm.

Infolge des Friedens von Lunéville 1801 verloren sie ferner ihre reichsunmittelbaren wild- und rheingräflichen Territorien.

Im Reichsdeputationshauptschluss von Regensburg wurde ihnen 1803 und den Fürsten zu Salm-Kyrburg die säkularisierten Ämter Ahaus und Bocholt zugewiesen.

Beim Wiener Kongress 1815 wurde die Souveränität des Fürstentums Salm und der Herrschaft Anholt definitiv aufgehoben. Beide Gebiete kamen zu Preußen. Schloss Anholt aber verblieb den Fürsten als Wohnsitz.
  

Baugeschichte

Das Schloss besteht aus der Haupt- und der Vorburg.

 

Hauptburg
 
Im Norden befinden sich die Gebäude der Hauptburg. Es handelt sich dabei um eine vierflügelige geschlossene Anlage.

Als der Ort Freiheit Anholt 1349 das Stadtrecht erhielt, wurden die vorhandenen Befestigungen stark ausgebaut. Im 14. Jahrhundert wurde die bereits vorhandene Kernburg erheblich erweitert. Dabei erhielt sie im Wesentlichen die heutigen Ausmaße. Sämtliche Gebäude sind auf Pfahlrosten aus Eichenholz als Fundament errichtet. So wurde das Wohnhaus aufgestockt und wehrhaft ausgebaut. An der Ost- und Südseite wurde je ein zweigeschossiger Wohnflügel erbaut. Die West- und Nordfront der Anlage bestanden nach dieser Erweiterung nur aus zwei Meter breiten, begehbaren Wehrmauern, die sechseckige Wachtürmchen besaßen.

Der runde Bergfried, im unteren Teil aus Tuffstein aus dem 13. Jahrhundert, beherrscht die Anlage. Er gehört zu den ältesten Gebäuden und weist eine Breite von fast elf Meter auf. Der Bergfried wird auch als der "Dicke Turm" bezeichnet. Ursprünglich war der Bergfried nur über Strickleitern zugänglich. Unterhab dieses Zugangs befand sich das Verlies.

Im 16. Jahrhundert erfolgte der Ausbau der West- und Nordseite zu Wohnzwecken. Ebenfalls in diese Zeit ist die Errichtung zweier Treppentürme in der Nordwest- und der Nordost-Ecke der Kernburg zu datieren.

Nördlich vom Bergfried befindet sich der zweigeschossige ehemalige Palas aus Backsteinen. Er ist der älteste erhaltene Wohnteil. Die anderen Flügel der Anlage sind rechtwinklig um einen kleinen Hof gruppiert. In der Grundsubstanz bestehen die Gebäude aus mittelalterlichem Mauerwerk. Im Wesentlichen sind sie in der Zeit von 1660 bis 1740 im barocken Stil zu einem Schloss umgebaut worden. Bauherr war der Fürst Karl Theodor Otto zu Salm (1645-1710). Der Bergfried erhielt während der Renovierungsarbeiten den heutigen Dachhelm. Ferner wurden auch die übrigen Bauten wurden mit einem einheitlichen Schieferdach versehen. Sämtliche Fassaden wurden mit einem einheitlichen und gleichmäßigen Putz versehen.

Die südlich an den Bergfried angrenzende Kapelle wurde 1810 errichtet. Der Ostflügel und die Terrasse wurden 1912 hinzugefügt.
     

 

Vorburg

Die Ursprünge der Vorburg liegen in der Zeit der ersten Erweiterung der Kernburg. Ihre Abmessungen haben bereits damals denen der heutigen Vorburg entsprochen. Die Vorburg befindet sich im Süden. Es ist eine Dreiflügel-Anlage, die sich nach Norden hin öffnet. Der Zugang zur Vorburg erfolgt durch einen dreigeschossigen Glockenturm im Westen. In den Mauern dieses Turms sind Wappensteine Kaiser Karls V. und Herzog Karls von Geldern eingelassen, die an die Besetzung der Burg durch geldrische Truppen erinnern. Ersteres Wappen trägt die Jahreszahl 1540; letzteres die Zahl 1512. Der nördliche Flügel wird als Prinzessinnenbau bezeichnet. Er diente als Wagenremise und als Wohnungen. Der südlichen Flügel hingegen beherbergte die Wirtschaftsräume. Im Ostflügel waren die Pferdeställe untergebracht. Von 1697 bis 1703 wurde die Vorburg nach Plänen des Mailänder Architekten Tommasso Tommassini umgebaut.

Heute sind die Gebäude der Vorburg umgebaut und diesen als Schloss-Hotel und -Restaurant.
     

Parkanlagen

Die ersten Gärten der Burg Anholt stammen aus dem 18. Jahrhundert. Sie sind nach dem barocken Vorbild französischer Gartenkunst in symmetrischen Formen angelegt.
1816 sind Bereiche des Parks den Gartenarchitekten Edward Milnervon und von 1828 bis 1846 durch den Düsseldorfer Garteninspektor Maximilian Friedrich Weyhe in einen englischen Landschaftsgarten umgestaltet worden.
Von 1892 bis 1900 ließ Leopold zu Salm-Salm im südwestlichen Teil der Außenanlagen einen Park nach dem Vorbild des Vierwaldstätter Sees mit Felsen aus dem Sauerland anlegen. Er wurde ferner mit einem Miniatur-See sowie einem original schweizerischen Haus ausgestattet. Genannt wird die Anlage "Anholter Schweiz". Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde er in ein Wildgehege umgewandelt. Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs wurde zwischen 1962 und 1995 die Anlage rekonstruiert und wieder hergestellt durch Fürst Nikolaus Leopold zu Salm-Salm.
  

Sonstiges
  
Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges im Jahr 1945 erlitt das gesamte Schloss schwerste Zerstörungen. Etwa 70 % der Substanz sind verloren gegangen. Im Rahmen des Wiederaufbaues nach dem Krieg wurde die Anlage mit Mitteln des Eigentümers und des Landes Nordrhein-Westfalen wieder hergestellt. Von 1990 bis 2000 ließ Fürst Carl Philipp zu Salm-Salm weitere Wiederherstellungsmaßnahmen an den historischer Räumlichkeiten vornehmen. So sind zahlreiche historisch bedeutende Kunstgegenstände restauriert worden.
  

Interessante Informationen
   

Fuerst-Salm.de

Schloss-Anholt.de

Gaerten-in-Westfalen.de

 

Fotos
     

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