Schloss Arnsberg - Burgen, Schlösser und Herrensitze in Westfalen-Lippe

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Schloss Arnsberg

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Adresse

Schloss Arnsberg                                         Ruine Arnsberg Burg Arnsberg

Schlossstr.
59821 Arnsberg (Hochsauerlandkreis)
  

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Geschichte

Mit hoher Wahrscheinlichkeit wurde die erste Burg Arnsberg nach 1103 erbaut, nachdem Friedrich I. der Streitbare von Werl-Arnsberg gezwungen wurde die Hälfte seiner Grafschaft an den Erzstift Köln abzutreten und die Burg Rüdenberg zu teilen. Vermutlich gab es an der Stelle der Burg Arnsberg bereits eine früh- oder vorgeschichtliche Wallburg. Einzelheiten zu den Grafen von Arnsberg und der Frühbesitzergeschichte Arnsbergs befinden sich bei den Ausführungen zur Burg Rüdenberg.

Erstmalige urkundliche Erwähnung fand die Burg Arnsberg in dem Jahre 1114.

Mit dem Tod Friedrichs I. des Streitbaren von Werl-Arnsberg erlosch diese ältere Linie der Grafen von Werl-Arnsberg, so dass die Grafschaft auf dem Erbwege über seine zweitgeborene Tochter Ida (Sofie) an Friedrichs I. Schwiegersohn, den niederländischen Grafen Gottfried I. von Cuijk-Malsen aus den Niederlanden, fiel. Diese nahmen den Namen Arnsberg-Cuijk an. Gottfried I. übernahm 1130 die Nachfolge Friedrichs I. des Streitbaren als Graf. Dieses Haus der Grafen von Arnsberg erlosch 1371 mit dem Tode Graf Gottfrieds IV von Arnsberg-Cuijk. Pläne Friedrichs I. des Streitbaren durch die Ehe seiner ersten Tochter Jutta mit dm Grafen Gottfried von Cappenberg beiden Grafschaften zu vereinigen und hierdurch die Macht in Südwestfalen zu stärken scheiterten.

Die aus der Ehe zwischen Ida von Arnsberg und Grafen Gottfried I. von Cujk hervorgegangenen Söhne stritten sich um das Erbe. Um 1164 ließ Graf Heinrich I. von Arnsberg-Cuijk ließ seinen jüngeren Bruder Friedrich II. von Arnsberg-Cuijk wegen einer Erbauseinandersetzung einkerkern. Letzterer verhungerte 1164 im Kerker der Burg Arnsberg. Dies nahmen Heinrich der Löwe als Herzog von Sachsen, der Erzbischof von Köln Rainold von Dassel und die Bischöfe von Paderborn, Minden und Münster zum Anlass die Burg Arnsberg zu belagern, um den Tod Friedrichs II. zu sühnen. Zwar konnte Heinrich I. von Arnsberg fliehen, jedoch musste er sich später dem Kölner Erzbischof unterwerfen. Bei der  Belagerung der Burg Arnsberg wurde diese 1166 erstürmt und zerstört. Sie wurde jedoch kurze Zeit später wieder aufgebaut.

1180 belegte Kaiser Friedrich Barbarossa auf den Reichstagen zu Würzburg und Gelnhausen den Sachsenherzog Heinrich den Löwen mit der Reichsacht und die Herzogtümer Sachsen und Bayern wurden ihm entzogen. Zugleich wurde der Erzbischof von Köln, Philipp von Heinsberg, zum Herzog von Westfalen und Engern ernannt. Arnsberg wurde die Hauptstadt des Herzogtums Westfalens. Damit unterstand die vormals selbständige, zur Landesherrschaft Sachen gehörende, Grafschaft Arnsberg nunmehr dem Erzbischof von Köln.

Die Sieger aus der Auseinandersetzung beließen Heinrich I. zwar im Besitz der Grafschaft Arnsberg, allerdings musste er seinen allodialen Besitz der Kölner Kirche übertragen und wieder zu Lehen nehmen. Letztlich befand sich nunmehr die Grafschaft Arnsberg in völliger Abhängigkeit der Kölner Erzbischöfe. Ferner musste er geloben das Kloster Wedinghausen zu erbauen. Dieser Verpflichtung kam er 1170 nach. Er verstarb schließlich im Jahre 1200 dort. 1185 überließ er mit Einverständnis des erstgeborenen Sohnes Heinrich II. von Arnsberg-Cuijk seinem zweitgeborenen Sohn Gottfried II. von Arnsberg-Cuijk die Regierung der Grafschaft Arnsberg, um in das Kloster Wedinghausen einzutreten. Nach dem Eintritt Heinrichs I. in das Kloster reagierten seine beiden Söhne zusammen. Auch eine Erbteilung wurde nicht vorgenommen.

Am 01.09.1237 einigten sich Graf Gottfried III. von Arnsberg-Cuijk, Sohn des Grafen Gottfried II. von Arnsberg-Cuijk und sein Vetter Konrad von Arnsberg-Cuijk, Sohn des Heinrich II. von Arnsberg-Cuijk, dass Konrad die niederländischen Familienbesitzungen der Familie von Cuijk sowie die arnsbergischen Liegenschaften nördlich der Lippe und deren Mittelpunktsburg Rietberg erhalten sollte. Er und seine Nachkommen nannten sich Grafen von Rietberg. Der Zweig der Familie starb gegen 1436/1437 aus. Die Grafschaft Rietberg ging sodann an die Grafen von Hoya über. Der übrige Besitz blieb bei Gottfried III. von Arnsberg-Cuijk. Dies war die letzte Teilung des arnsbergischen Territoriums. Gottfried III. und seine Nachfolger bemühten sich die zersplitterte Grafschaft durch Erwerb entfremdeter Teile zu einem Kernraum des alten Machtbereichs zusammenzuschließen. Sein Sohn Ludwig tauschte beispielsweise ihm gehörende Allodial- und Lehnsgüter außerhalb der Grafschaft Arnsberg gegen fremde Besitzungen innnerhalb der Grafschaft aus. Die ehemalige aus 15 Einzelcomitaten zur Jahrtausendwende bestehende Großherrschaft sank zu einem Kleinterritorium ab. Sie war nunmehr fast vollständig durch das Kölner Gebiet umfasst.

Der Sohn Friedrichs II. von Arnsberg-Cuijk, Heinrich gnt. Niger konnte aus der Entmachtung seines Onkels Heinrich I. von Arnsberg-Cuijk im Jahre 1165 keinen Gewinn ziehen. Er erhielt lediglich relativ bescheidene Allodialgüter. Er begründete die Linie der Edelherren von Arnsberg, die bereits 1177 erlosch. Seine Erbin, Elisabeth von Holte, übereignete Ludwig von Arnsberg-Cuijk († 02.05.1313) durch Schenkung ihren gesamten Besitz, also die früheren Besitzungen des Hauses Arnsberg.

Bereits 1161 ist die damalige Grafschaft Arnsberg durch die Bildung der Grafschaft Altena geschwächt worden. Es gelang dem Kölner Erzbischof Rainald von Dassel, einem getreuen Parteigänger und Gefolgsmann des Kaisers Friedrich Barbarossa, die bis dahin zur Arnsberger Grafschaft gehörenden Burg Altena mit dem dazugehörigen Bereich zu erwerben. Er belehnte Graf Everhard von Berg, der sich seit 1161 Graf von Altena nannte. Er gilt als der Begründer des Altenaer Grafengeschlechts.

1338 belehnt Kaiser Ludwig der Bayer Graf Gottfried IV. von Arnsberg mit den arnsbergischen Reichslehen.

Am 20.08.1366 eroberte Graf Engelbert III. von der Mark während einer Fehde gegen Graf Gottfried IV. von Arnsberg die Burg und Stadt Arnsberg. Er nahm sie ein und brannte sie schließlich nieder.

Graf Gottfried IV. von Arnsberg und Gräfin Anna, geborene von Kleve, verkauften 1368 die Grafschaft Arnsberg an das Erzbistum Köln, um die Grafschaft nicht den verhassten Verwandten, den Grafen von der Mark, zur Beute werden zu lassen. Arnsberg wurde sukzessive zum Verwaltungszentrum für das Herzogtum Westfalen und das kurkölnische Sauerland.

1371 wurde der Erzbischof von Köln, Friedrich von Saarwerden, von Kaiser Karl IV. mit der Grafschaft Arnsberg belehnt.

1447 wurden sowohl die Burg Arnsberg als auch die Burg Eversberg an den Edelherren Bernhard zur Lippe verpfändet.

Die bestehende mittelalterliche Burganlage wurde vermutlich nach den Plänen von Laurenz von Brachum 1575 bis 1578 unter dem Kölner Kurfürst Salentin von Isenburg zur Residenz ausgebaut.

1584 ergab sich die truchsessische Besatzung des Arnsberger Schlosses dem neuen katholischen Erzbischof von Köln, Ernst von Bayern, der am 17.02.1612 auf dem Schloss Arnsberg verstarb.

Von 1661 bis 1663 erfolgten eingreifende Umbaumaßnahmen an dem Schloss für den Kölner Kurfürst Maximilian Heinrich von Bayern durch den Baumeister Hans Deger aus Waldeck, nachdem die Burg im Dreißigjährigen Krieg stark verfallen war.

Nach verheerenden Bränden in den Jahren 1713 und 1723 verkam die Burg nahezu zur Ruine.

Kurfürst Clemens August von Bayern entschloss sich 1725 zu einem weitestgehenden Neubau des Schlosses. Parallel zum Bau des Schlosses Augustusburg in Brühl begann Johann Conrad Schlaun unter Mitarbeit Stepahn Laurent Delarocques eine prunkvolle Ausgestaltung des Schlosses zu einer Dreiflügelanlage. Vermutlich wurden die Bauarbeiten 1730 abgeschlossen (andere Quellen sprechen von einer Bauzeit von 1730 bis 1735). Vor Beginn der eigentlichen Baumaßnahmen wurden der mittelalterliche Burgfried und die Burgkapelle abgerissen. Außerdem wurden die äußeren Festungswerke abgerissen. Der alte Südflügel mit den beiden Ecktürmen, im Westen und Osten, blieb erhalten. An ihn wurde an der Nordseite ein Seitenflügel angegliedert, so dass ein Dreiflügelbau mit Eckpavillons entstand. Es existierte ein hohes Untergeschoss. Außerdem wurde durch Schlaun eine monumentale Freitreppe geplant und errichtet. Die Freitreppe setzte sich im Inneren des Schlosses fort und so zu den kurfürstlichen Appartements führte. Die zweiläufige Treppe maß eine Länge von ca. 26 Meter.

Im Ostflügel wurde die neue Schlosskapelle gegen 1743 eingerichtet. Die Weihe der Kapelle erfolgte 1747.

Der zentrale Hauptsaal im Südflügel blieb erhalten, jedoch wurde er neu ausgestattet und dekoriert. Mit einer Länge von ca. 44 Metern und einer Breite von 20 Metern nahm er den gesamten Südflügel ein. Der Wandaufriss der Südseite war durch hohe Fenster in 5 Achsen gegliedert; die 6. Achse im Osten wurde durch eine Tür mit Supraporte gebildet.

Neben dem Schloss Hirschberg diente das Schloss Arnsberg den Kurfürsten vor allem als Ausgangspunkt für Jagden im Arnsberger Wald.

Im Siebenjährigen Krieg wurde das Residenzschloss von den Franzosen besetzt und am 19.04.1762 durch Bombardement der Truppen des Erzprinzen von Braunschweig schwer beschädigt. Schließlich wurde es gesprengt.

Teile der Steine wurden zum Bau eines Zuchthauses im Jahre 1783 und von sonstigen Häusern verwendet.

Seit 1817 wurde die Ruine durch bauliche Maßnahmen gesichert

Erst 1966 erfolgte eine Freilegung und Restaurierung der Grundmauern und Kellergewölbe durch die Stadt Arnsberg. Sodann fand 1967 das erste Ruinenfest auf dem Schlossberg statt.
  

Fotos
        

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