Schloss Brake - Burgen, Schlösser und Herrensitze in Westfalen-Lippe

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Schloss Brake

Bauwerke > geordnet nach Kreisen > Kreis Lippe

Adresse
 
Schloss Brake
Schlossstrasse 18
32657 Lemgo-Brake (Kreis Lippe)
Tel: 05261/94500
WRM.Lemgo.de

Karte
      


Besichtigungsmöglichkeiten  
 

Innenbesichtigung
Teile des Schlosses beherbergen das Weserrenaissance-Museum, das zu den folgenden Besichtigungszeiten besucht werden kann:
Dienstag bis Sonntag 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr; an Feiertagen auch zusätzlich montags.

Außenbesichtigung
Eine Außenbesichtigung ist jederzeit möglich.
           

Geschichte
  

Besitzergeschichte

Seit dem 30.03.1306 ist die Burg als Sitz des Edelherren Simon I. zur Lippe (1275-1344) urkundlich als „castrum brac“ nachweisbar. Jedoch befand sich das Schloss bereits seit der Mitte des 13. Jahrhunderts im Besitz der Edelherren zur Lippe. Brake war seit dem Mittelalter lange Zeit bevorzugte Residenz der Edelherren zur Lippe. Um 1500 verlor die Burg jedoch an Bedeutung, weil das Schloss Detmold Hauptresidenz Grafen zur Lippe geworden war. Spätestens unter Grafen Simon VI. (1554-1613) war Brake seit 1586 Regierungssitz der Grafen zur Lippe.

Bis zu ihrem Aussterben im frühen 18. Jahrhundert hatte die Nebenlinie Lippe-Brake ihren Sitz im Schloss.

Zwischen 1709 bis 1737 hielt sich häufig die gräfliche Familie aus Detmold im Schloss auf, die es auch nach 1747 als Witwensitz nutzte.

Ab 1804 gelangte das Schloss vollständig in den Besitz der Detmolder Hauptlinie des Hauses Lippe. Damit setzte der Niedergang des Schlosses ein. Die lippische Regentin Fürstin Pauline ließ 1805 das gesamte Schlossinventar verkaufen, den baufälligen Westflügel 1811 abbrechen und im Bereich der Gartenanlagen eine Heil- und Pflegeanstalt für psychisch Kranke einrichten.

1819 wurden im Nordflügel des Schlosses Wohnungen mit Amtsstube und zwei Beamtenwohnungen für das Amt Brake eingerichtet. Von 1825 bis 1908 wurde im Ost- und Südflügel die Fürstliche Musterbrauerei untergebracht.

Seit 1932 hatte die Kreisverwaltung des Kreises Lippe ihren Sitz im Schloss.

1951 wurde die Heil- und Pflegeanstalt aufgelöst.

Das Schloss wurde 1973 vom Landesverband Lippe übernommen und umfassend restauriert.

Seit 1986 hat neben der Verwaltung des Landesverbandes Lippe das überregional bekannte Weserrenaissance-Museum seinen Sitz im Schloss.

  

Baugeschichte

Die Burg stammt vermutlich aus der Stauferzeit und erhebt sich auf den Grundmauern einer der größten Burgen Norddeutschlandlands.

1447 wurde die Burg in der Soester Fehde erobert und in Brand gesetzt. In der Folgezeit wurde die Burg wieder hergerichtet. Allerdings wurde das Schloss Brake von 1584 bis 1592 als Hauptresidenz des Grafen Simon VI. (1554-1613) nach Abbruch des mittelalterlichen Schlosses ausgebaut. Es entstand das prächtige Weserrenaissanceschloss, das heute noch im Wesentlichen erhalten ist. Der Lemgoer Baumeister Hermann Wulff, der bereits 1570 bis 1571 den alten Südflügel umgebaut und erneuert hatte, erhielt 1584 den Auftrag zum Bau des neuen Schlosses. Im Zuge dieser Maßnahmen entstand auch der mächtige siebengeschossige Turm an der Nordwestecke der Anlage. Dieser Turm ist horizontal gegliedert durch unterschiedlich profilierte Sockel, Brustgesimse und Gebälk. Heute ist der Turm nur noch sechsgeschossig. Oberhalb des Konsolfrieses befand sich ein Umgangsgeschoss, das aber nicht mehr erhalten ist. 1786 erhielt der Turm das schlichte Pyramidendach mit vier Lukanen und der bekrönten Laternenpyramide. Das Wappenportal des Turms trägt die Jahreszahl 1591.

Durch die Baumaßnahmen im 16. und 17. Jahrhundert entstand eine Vierflügelanlage, die von einer Gräfte umgeben ist.

Der zweigeschossige Nordflügel, Kernbau des Schlosses aus den Jahren 1584 bis 1592, verfügt im Obergeschoss über einen vorgelagerten steinernden Umgang mit kräftigen Konsolen. Deren Balustergeländer wurden von 1960 bis 1961 in Anlehnung an die Turmgalerie erneuert.

Der Ostflügel wurde ebenso wie der Südflügel unter Verwendung älterer Bausubstanz im 17. Jahrhundert im Wesentlichen zwischen 1664 und 1666 für Graf Casimir zur Lippe durch Leonhard Genser erbaut.

Mit der vierbogigen Brücke aus dem Jahr 1679 wurde die ehemalige Zugbrücke ersetzt und der barocke Ausbau abgeschlossen.

Der kurze Südflügel aus dem Jahr 1510 ist der älteste Teil des heute noch erhaltenen Schlosses. Er wurde im 19. Jh. umgebaut. 1570-71 wurde er durch den Baumeister Hermann Wulff erneuert, dabei wurde ein dreiteiliges Fenster eingebaut. Der Hintergrund dieses Umbaus ist der, daß um 1570 Brake Witwensitz wurde. Katharina von Waldeck, die Witwe von Graf Bernhard VIII zur Lippe, zieht sich hierhin zurück und läßt den Südflügel modernisieren. Er diente bis 1586 als Saalbau; im Obergeschoß ist der kaminbeheizte Saal in Resten noch erhalten. Weiterhin ließ Katharina das Torhaus erneuern.

Den westlichen Torflügel aus dem Jahr 1603, der durch Hermann Roleff erbaut worden ist, wurde 1811 abgebrochen.

Westlich der Schlossanlage ist der ausgedehnte Wirtschaftshof mit mehreren Gebäuden und der Mühle aus dem 17. bis 19. Jahrhunderts erhalten. Die Mühle wurde um 1670 erbaut.

Im Osten des Schlosses, außerhalb der Gräfte, befindet sich an der Bega ein Waschhaus aus dem 18. Jahrhundert.

Das Torhaus der Katharina von Waldeck wurde 1830 abgerissen.

Ab 1983 erfolgte eine umfassende Sanierung des Schlosses.

  

Fotos
     

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