Schloss Burgsteinfurt - Burgen, Schlösser und Herrensitze in Westfalen-Lippe

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Schloss Burgsteinfurt

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Adresse
 
Schloss Burgsteinfurt
Burg Steinfurt Schloss Steinfurt
Fürst zu Bentheim und Steinfurt.
Burgstraße 16
48565 Steinfurt-Burgsteinfurt
(Kreis Steinfurt)
Schloss-Steinfurt.de
    

Karte
      


Besichtigungsmöglichkeiten  
         

Museum/Führung
Für Gruppen besteht nach Voranmeldung (Verkehrsverein Steinfurt: Tel.: 02551/1383) die Möglichkeit die beiden Burghöfe, den Rittersaal, die romanische Doppelkapelle und den Innenhof besichtigen. Weitere Besichtigungsmöglichkeiten bestehen nicht, da ein Großteil der Innenräumlichkeiten von der Fürstenfamilie zu Bentheim-Steinfurt bewohnt wird. Zudem wird von Burgsteinfurt aus der Besitz verwaltet.
Besichtigungszeiten:

 

Montag bis Donnerstag:
Freitag:
Samstag bis Sonntag:

08.00 Uhr bis 15.30 Uhr
08.00 Uhr bis 11.00 Uhr
Eine Besichtigung ist nicht möglich.  

 

Die Besichtigungskosten betragen pro Person 4,00 € wobei ein Mindestbetrag von 30,00 € verlangt wird. Die Dauer der Führung beträgt etwa 45 Minuten.

Innenburganlage (Voranmeldung)
Eine Teilinnenbesichtigung ist nur im Rahmen der Führung möglich.

Außenbesichtigung
Der Zutritt zum Gelände ist nur im Rahmen der Führungen möglich. Allerdings besteht eine gute Sichtkotaktsmöglichkeit von der umliegenden Straße aus.  

Bagno
Das Steinfurter Bagno kann jederzeit besichtigt werden.

Sonstiges
In unmittelbarer Nähe befindet sich eine Golfanlage.
   

Geschichte
        

Besitzergeschichte
       
1129 wurde erstmalig urkundlich ein sächsischer Haupthof, nämlich die Burg Stenvorde, erwähnt, als dessen Erbauer Rudolf II. von Stenvorde, Edelherr von Steinfurt, gilt.   
 
1357 erfolgte die Anerkennung als Reichsunmittelbarkeit.
  
1421 erlosch die Familie von Steinfurt im Mannesstamm. Burg und Herrlichkeit Steinfurt gingen über die Erbtochter an den Graf Everwin von Bentheim aus dem Hause Götterswick, über. Gleiches gilt für die Grafschaft Bentheim, die sie ebenfalls im gleichen Jahr erbte. Die Familie nannte sich daraufhin "Grafen von Bentheim und Steinfurt".
  
Im April 1495 wurde Steinfurt zum Schutze gegen die Begehrlichkeiten des Münsteraner Fürstbistums dem Reich zu Lehen aufgetragen und zur Reichsgrafschaft erhoben. Die damit verbundene Reichsunmittelbarkeit erzürnte den Fürstbischof von Münster, in dessen Machtbereich Steinfurt lag, und führte in der Folgezeit immer wieder zu Auseinandersetzungen mit ihm. Dazu trug im Weiteren auch bei, dass 1544 die Grafen von Bentheim-Steinfurt die lutherische Lehre einführten. Schließlich lag die Grafschaft als Enklave im Bistum Münster.
 
Erst Gräfin Walburg von Brederode bewohnte dauerhaft die Burg. Sie ließ ab 1558 gemeinsam mit ihrem Sohn Arnold die Anlage instand setzen, erweitern und zu einem Schloss umbauen.
  
Während des Dreißigjährigen Krieges fanden kriegsbedingt mehrfache Besitzerwechsel statt.
  
Das Schloss befindet sich heute noch im Besitz der Familie der Fürsten zu Bentheim und Steinfurt und wird teilweise als Wohnsitz genutzt. Sie wurden 1817 in den preußischen Fürstenstand erhoben.
   

Baugeschichte
        
Die Burg Steinfurt ist die älteste und eine der größten Wasserburganlagen Westfalens. Die Anlage besteht aus drei Gebäudekomplexen, der Oberburg, der Unterburg und der Schlossmühle.
  

 

Hauptburg
     
1129 wurde erstmalig urkundlich ein sächsischer Haupthof erwähnt, der aus einem quadratischen Wohnturm mit zwei Meter dicken Mauern auf einem künstlichen Erdhügel in einer flachen Niederung der Aa bestand. Im 14. Jahrhundert wurde auf einer weiteren getrennten künstlichen Insel ein mächtiger Festungsturm, der Buddenturm, erbaut.
   
1164 wurde die Burg in einer Fehde mit den benachbarten Herren der Burg Ascheberg zerstört. Die Streitigkeiten resultierten aus einer Teilnahme Rudolfs II. an einer Feier aus Anlass für die aus Mailand mitgebrachten Gebeine der Heiligen Drei Könige. Mit Unterstützung des Kölner Erzbischofs Rainald von Dassel, einem Verwandten der Edelherren von Steinfurt, wurde die Burg wieder aufgebaut, nämlich der älteste Teils um den Rittersaal mit Torturm, die Schildmauer und die südwestliche Ringmauer.
  
Ende des 12. Jahrhunderts erfolgte der Anbau der Schlosskapelle an die zeitweise vorhandene Ringmauer. Die zweigeschossige Kapelle besteht aus zwei Geschossen. Das obere Stockwerk diente als Schlosskirche. Das untere Stockwerk diente dem Totenkult.
  
Gegen Mitte des 13. Jahrhunderts wurde der Wohnturm zu einem Rittersaal umgebaut. Die frühgotischen Spitzbogenfenster und der gotische Treppengiebel künden noch heute von den Umbaumaßnahmen. Ferner wurden die beiden Einzelinseln vereint und mit einer gemeinsamen Wehrmauer versehen.
   
Um 1550 war die Burg im Verfall. Von 1558 bis 1559 erfolgte die Wiederherstellung der verfallenen Burg unter der Gräfinwitwe Walburg von Brederode. Ferner ließ sie den Neuen Saal links neben der Kapelle mit dem zweistöckigen Renaissance-Erker und dem Treppenturm rechts daneben erbauen. Die Auslucht aus dem Jahre 1559 wurde aus Baumberger Sandstein durch Johann Brabender errichtet, der sie mit Tier- und Menschenmasken sowie Wappen und Inschriften versah.
   
1596 fand die Errichtung des siebenstöckigen viereckigen flachgedeckten Treppenturms in der Nordwestecke der Hauptburg und der umliegenden Häuser für Graf Arnold IV. statt. Zudem wurde südwestlich des Torturms der Renteiflügel errichtet.
   
Nach schweren Schäden im Dreißigjährigen Krieg wurden 1661 die Wohngebäude für Graf Philipp Conrad wiederhergestellt. Erst zwischen 1706 und 1715 vollzog sich der vollständige Wiederaufbau der Anlage.
  
Von 1723 bis 1729 wurde der lange schlichte barocke Flügel bis zum Buddenturm neu erbaut. Außerdem folgten weitere Erneuerungen am Neuen Saal sowie an den Brücken.
  
1756 wurden die beiden großen Ecktürme von 1596 rechts neben dem Torturm beseitigt.
  
1759 brannte der Kapellenturm, der darauf hin abgebrochen worden ist.
 
Von 1773 bis 1793 erfolgt der Abbruch des Buddenturms aus der Zeit vor 1164 mit seinen fünf Meter dicken Mauern und einen Durchmesser von neunzehneinhalb Meter, um Steinmaterial für die Baulichkeiten des Bagnos zu gewinnen. Ferner wurde die Höhe der Ringmauer um ca. vier Meter verringert. An Stelle der Buddenturms wurde ein langer schmaler Wohntrakt an der Ostseite auf der Wehrmauer errichtet. Auch der nach Süden anschließende Neue Saal befindet sich mit seinem Oberstock auf der Ringmauer. Die Wehrmauer ragt bis zu 1,20 Meter unter die Bänke der oberen Fensterreihe. Im Westen stößt ein quadratisches Gebäude mit hohem, gotischem, Treppengiebel vor, das den Rittersaal beherbergt.
  
Um 1800 wurde das Innere umgestaltet. Dabei wurde der große ovale klassizistische Speisesaal angelegt.
  
Pläne August Reinkings aus dem Jahr 1817 die Anlage durchgreifend klassizistisch umzubauen wurden nicht realisiert.
  
Von 1877 bis 1898 wurde die Hauptburg durch den Architekten Franz Anton Nordhoff aus Münster renoviert. Er. errichtete u.a. 1888 die steinerne Verbindungsbrücke zwischen Haupt- und Vorburginsel, an Stelle der alten Zugbrücke. Außerdem wurde im Süden 1878 die Galerie (sog. Blumengang) als Verbindung zwischen dem ovalen Speisesaal und dem Rittersaal angefügt. Der viereckige Treppenturm wurde 1882 renoviert sowie 1898 die Kapelle erneuert.
  
Ab 1962 wurden zahlreiche Bauteile renoviert.
  
Heute befindet sich die Hauptburg auf einer geschlossenen ovalen Insel, die aus einer bis zu 2,5 m dicken Wehrmauer aus dem 12. und 13. Jahrhundert umgeben ist. Ursprünglich war die Wehrmauer noch etwa 4 m höher. Dies lässt sich heute noch an Törchen des Torturms ersehen. Der Torturm ist ein wuchtiges Bauwerk, das über fast keine Öffnungen verfügt. Über seine niedrige, rundbogige Toreinfahrt ist die Hauptburg zu erreichen. 1696 erhielt der Torturm seine welsche Haube.
   

 

Vorburg
      
Im 13. Jahrhundert entstanden die Gebäude der Vorburg. Sie bestehen aus Wirtschaftsgebäuden, namentlich Scheunen, Ställen und Speichern und ferner aus einem Burgmannshof (Rheinischer Hof bzw. Ritterburg). Ein anderer Burgmannshof ist untergegangen.
  
Nach 1396 erfolgte die Vervollständigung der Ringmauer als Fortführung der Stadtmauer.
 
1617 erfolgte die Zusammenfügung des hochgestreckten Fachwerk-Torhauses und der sich rechtsseits anschließenden zweistöckigen Ritterburg. Auf der Ritterburg lebten von etwa 1200 bis 1500 die Ritter von Rheine, die als Burgmannen im Dienste der Edelherren von Steinfurt standen.
  
Etwa zeitgleich, gegen 1617, begann der Baubeginn des rückwärtigen, langen zweistöckigen Wirtschaftsgebäudes, das 1739 nach Osten hin verlängert wurde. Das Obergeschoss besteht aus einem einzigen riesigen Saal mit einem offenen Kamin. 1879 wurde das Erdgeschoss mit einer gelben Ziegelsteinverblendung versehen.
  
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurden die beiden Ökonomiegebäude auf dem Hof errichtet. Es handelt sich dabei um Giebelhäuser mit Krüppelwalmdächern und Tennentoren.
  
Heute stellt sich die Vorburg als Insel in Halbkreisesform dar. Sie ist mit einer Wehrmauer umgeben, die allerdings an der Seite zur Oberburg hin geöffnet ist. Sie erreicht nicht die Stärke der Mauer der Hauptburg. Die zur Stadtseite liegenden Gebäude sind unmittelbar auf der Wehrmauer errichtet worden.
   

Das Bagno
    

Das Steinfurter Bagno befindet sich in dem ehemaligen Lustgarten der Grafen zu Bentheim-Steinfurt. Es handelt sich dabei um eine Parkanlage mit Konzertsaal, der mit aufwendigen Stuckdekorationen, grottierter Wandnische, Spiegelwänden und Deckenspiegeln versehen ist.

  

Die Konzertgalerie wurde von 1773 bis 1774 unter der Leitung des gräflichen Oberforstmeisters Johann Joest von Loen erstellt. Es ist ein eingeschossiger, rechteckiger Baukörper.

  

Seit März 1997 finden im Bagno, nach umfassenden Renovierungsmaßnahmen, wieder Konzerte statt.

       

Fotos
          

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