Schloss Cappenberg - Burgen, Schlösser und Herrensitze in Westfalen-Lippe

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Schloss Cappenberg

Bauwerke > geordnet nach Kreisen > Kreis Unna

Adresse
 
Schloss Cappenberg
Schlossberg
59379 Selm-
Cappenberg (Kreis Unna)
  

Karte
           


Besichtigungsmöglichkeiten  
       

Innenbesichtigung
Eine Innenbesichigung ist möglich. Im Erdgeschoss befinden sich wechselnde Ausstellungen. Im Obergeschoss hingegen befindet sich seit Mai 2000 eine Dauerausstellung über Karl Freiherr vom und zum Stein sowie Cappenberg.  
Öffnungszeiten:  

 

Dienstag bis Sonntag:  

10.00 Uhr bis 18.00 Uhr; Donnerstags ist das Museum bis 21.00 Uhr geöffnet.

 

Montag:

Das Museum ist geschlossen.

 

Der Eintritt ist kostenlos.
Das Museum ist auch an Feiertagen geöffent, mit Ausnahme folgender Daten: 24.12., 25.12. und 31.12.
Außerdem besteht die Möglichkeit an Führungen teilzunehmen. Eine telefonische Auskunft und Anmeldung ist von Dienstag bis Freitag von 9.00 Uhr bis 12.00 Uhr und von 15.00 Uhr bis  17.00 Uhr unter der Telefonnummer 0251/5907201 möglich. Regelmäßig finden Führungen am Sonntag gegen 15.30 Uhr statt.
Weitere Informationen sind unter folgender Telefonnummer erhältlich: 02306/71170.

Außenbesichtigung
Eine Außenbesichtigung ist jederzeit möglich.

Wasserturm
Der 1899 erbaute Wasserturm kann entgeltlich besichtigt werden. Heute dient er als Aussichtsturm. Er hat eine Höhe von 25 Metern.  

Sonstiges

 

Auf dem Gelände befindet sich ein Theater.  
Außerdem findet jährlich ein Musikfestival statt. So beispielsweise vom 1. bis 4. Juni 2006.  

 

Ferner befindet sich in unmittelbarer Nähe unterhalb des Schlosses ein Wildpark, der von April bis Oktober geöffnet ist. Er beherbergt Rotwild, Damwild und Schafe sowie Wasservögel.  
Öffnungszeiten:

 

Samstag:
Sonn- und Feiertag:

12.00 Uhr bis 17.00 Uhr  
11.00 Uhr bis 17.00 Uhr  

 

Des Weiteren finden in der Stiftkirche musikalische Veranstaltungen statt.
  

Geschichte
  

Schloss Cappenberg zählt zu den bedeutendsten Beispielen westfälischer Klosterbaukunst des Barock.

            

Besitzergeschichte
      
1122 gründete der letzte Graf von Cappenberg, der heilige Gottfried und sein Bruder Otto, das erste Prämonstratenserstift im deutschsprachigen Raum, indem er seine Burg und sein Vermögen dem heiligen Norbert von Xanten, dem Gründer der Prämonstratenser, übergab. Die Burg wurde in ein Kloster umgewandelt. Das Cappenberger Kloster erlebte einen raschen Aufstieg. Dadurch erlangte es eine nicht unbedeutende Stellung im gesamten Orden, die sich nicht zuletzt in den vielen Kunstschätzen der Cappenberger Stiftskirche niederschlug.

Seit ca. 1200 wurden nur Bewerber adeliger Zukunft in das Kloster aufgenommen.

Nach fast 700-jährigem Bestehen wurde das Stift 1802 nach der Säkularisierung aufgelöst und zur Preußischen Staatdomäne umgewandelt.

1806 wurde das Stift unter französischer und bergischer Verwaltung gesetzt.

1815 fiel der Besitz wieder an den Preußischen Staat.

1816 wurde Schloss Cappenberg von dem ehemaligen Staatsminister Karl Freiherr vom und zum Stein erworben, wo er am 29. Juni 1831 verstarb. Er erwarb Schloss Cappenberg, um in Westfalen weiterhin politisch aktiv bleiben zu können, da das Schloss ein landtagsfähiges Rittergut war.

Nach dem Tod des Freiherrn vom Stein gelang Schloss Cappenberg in weiblicher Erbfolge an die Grafen von Kilmannsegg, anschließend an die Grafen von der Groeben und danach an den heutigen Eigentümer Graf von Kanitz. Von 1946 bis 1983 waren Teile der Gebäude an die Stadt Dortmund vermietet. Seit 1983 ist ein großer Teil der Räume an den Kreis Unna verpachtet.
   

Baugeschichte
        
Die Gebäude, die bei der Stiftgründung eingebracht worden sind, sind heute nicht mehr vorhanden. Sie sind vermutlich abgerissen worden, da sie nicht mehr dem repräsentativen Bedürfnis der Stiftherren entsprachen. Außerdem wird weiter angenommen, dass von den Verwüstungen des 30-jährigen Krieges zu dem Verfall beigetragen haben. Diese Gebäude sind im Wesentlichen im 13. bis 16. Jahrhundert in mehreren Bauphasen entstanden.
   
In der Mitte des 17. Jahrhunderts wurde mit dem Neubau der heute noch bestehenden barocken Dreiseitenflügelanlage unter den Pröbsten Hermann Stephan von Nagel (1696-1711) und Johann Engelbert von Ketteler (1713-1739) begonnen. Es wurde ein neuer Ostflügel errichtet. Im Westen und im Süden wurde die vorhandene Bausubstanz genutzt. Die Anlage verfügt über einen 17-achsigen Mitteltrakt und einen dreiachsigen Mittelrisalit. 1708 wurde der Mitteltrakt vollendet.

Mit umfangreichen Umbau- und Instandsetzungsarbeiten des inzwischen vom Verfall bedrohten Gebäudes gab Stein, nach dem Erwerb von Schloss Cappenberg 1816, der Anlage ihre heutige Gestalt. Das Schloss sollte sein Alterswohnsitz werden. Deshalb wurden die Gebäude seinen Wohnbedürfnissen angepasst. Außerdem ließ er nicht mehr benötigte Gebäude abreißen.

In dem Steinarchiv im Westflügel lagert sein schriftlicher Nachlass zusammen mit einem Großteil der mittelalterlichen Urkunden des Stiftes. Karl Freiherr vom und zum Stein starb 1831 auf Schloss Cappenberg.

Der heutige Außenputz der Fassade wurde erst nach dem Zweiten Weltkrieg vom Architekten Paul Schulze-Naumburg aufgetragen.

Die barocken Ökonomiegebäude, die Orangerie und das Lusthaus sind heute nicht mehr erhalten.

Die heute noch vorhandenen Nebengebäude wie die Stallungen, Remisen sowie der runde Wasserturm sind im 19. Jahrhundert entstanden.

Umfangen von den beiden Seitenflügeln des Schlosses, liegt auf der Nordseite die ehemalige Stiftskirche. Sie bildet den Mittelpunkt der Gesamtanlage, zumal sie das Schloss an Höhe übertrifft. Es handelt sich dabei um eine dreischiffige romanische Pfeilerbasilika auf kreuzförmigem Grundriss, mit gotischer Wölbung, die 1148 vollendet wurde. Ein ehemals bestehender Westbau blieb nicht erhalten. Die Kirche ist mit wertvollen Kostbarkeiten ausgestattet. Neben dem Chorgestühl von 1522, dem Sakramentshaus, zwei bedeutenden Grabmälern, Triumphkreuz, Flügelaltar von Jan Baegert und vielen weiteren Kostbarkeiten, ist es vor allem das berühmte Kopfreliquiar mit dem Bildnis Friedrich Barbarossas hervorzuheben. Die Bildnisbüste des Kaisers war ein Geschenk Friedrichs an seinen Taufpaten Otto von Cappenberg.

Nördlich der Kirche befindet sich das zweigeschossige Pfarrhaus.
     

Heinrich Friedrich Karl Reichsfreiherr vom und zum Stein
      
Stein gehört zusammen mit Karl August Fürst von Hardenberg zu den großen Reformatoren Preußens. Heinrich Friedrich Karl Reichsfreiherr vom und zum Stein wurde am 25.10.1757 in Nassau als Spross eines evangelischen Rittergeschlechts geboren.  

Nach dem Jurastudium in Göttingen trat Stein 1780 in den preußischen Staatsdienst als Bergrat in Wetter an der Ruhr ein.  

1784 wurde er zum Chef der westfälischen Bergverwaltung ernannt.

1796 wurde Stein vom König zum Oberkammerpräsidenten der preußischen Provinzen ernannt.
 

1804 wurde Stein preußischer Finanz- und Wirtschaftsminister.

Im Januar 1807 wurde Stein entlassen.

Im Juli 1807 wurde Stein zum Staatsminister berufen. Daraufhin begann er sofort mit der Umsetzung seiner Reformvorhaben: Die wichtigsten waren die Aufhebung der bäuerlichen Erbuntertänigkeit und die Einführung der Selbstverwaltung der Städte. Ferner wollte er Preußen nach der Niederlage gegen Napoleon 1806 erneut in den Kreis der Großmächte zurückführen.  

Im November 1808 wurde Stein erneut entlassen. Er musste fliehen. Zunächst floh er nach Böhmen und 1812 emigrierte er nach Russland, wo er Zar Alexander als Berater diente.  

1813 bewirkte Stein das preußisch-russische Bündnis gegen Napoleon.  

Nachdem Stein nach Preußen zurück gekehrt war, leitete er zusammen mit Hardenberg die sog. "Stein-Hardenbergschen Reformen" ein, die Preußen grundlegend modernisierten.

1819 gründete Stein die "Gesellschaft für ältere deutsche Geschichtskunde", die 1820 begann die Quellensammlungsreihe "Monumenta Germaniae Historica" herauszugeben. Stein unterstützte Künstler, die nationalhistorische Stoffe auf der Basis fundierter Geschichtskenntnisse getreu wiedergageben.  

1823 wirkte Stein bei der Einführung des Provinziallandtages mit. Er wurde erster Landtagsmarschall der ersten drei Landtage von 1826 bis 1830.
     

Fotos
      

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