Schloss Darfeld - Burgen, Schlösser und Herrensitze in Westfalen-Lippe

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Schloss Darfeld

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Adresse
 
Schloss Darfeld
Netter 23
48720 Rosendahl-Darfeld
(Kreis Coesfeld)
Schloss-Darfeld.de
 

Karte
   

     
Besichtigungsmöglichkeiten


Das Schloss wird bewohnt, so dass lediglich Blickkontakt von der Straße aus möglich ist. In sehr seltenen Ausnahmefällen besteht - angeblich - die Möglichkeit nach Terminabsprache die beiden Innenhöfe an Werktagen zu besichtigen. Gelegentlich finden auch im Innenhof Konzerte statt, dessen Termine der Tagespresse entnommen werden können.

Geschichte
 

Besitzergeschichte

Bereits zum Ende des 13. Jahrhunderts ist ein Darfeld urkundlich nachgewiesen. Es befand sich im Besitz des Cesarius und Regenmundus de Darvelthe.

Ritter Jobst von Voerden erbte das Haus. Er ließ ein neues, teilweise heute noch erhaltenes, Haus bauen.

Der Nachfolger Jobst von Voerdens, Johann Heinrich von Voerden, musste aufgrund drückender Schuldenlast das Schloss 1651 an den Graf Adrian von Flodorf verkaufen. Als Protestant geriet dieser mit dem auf
Haus Bisping geborenen Bomben-Bischof Christoph Bernhard von Galen aneinander. Flohdorf erschoss einen bischöflichen Sendboten auf der Brücke des Schlosses. Er musste sich schließlich in die Niederlande absetzen Von Galen ließ das Schloss beschlagnahmen, schenkte es einem Vetter, Dietrich Ludolf (=Ludolph) von Galen zu Ermelinghof, der es 1680 an den Dombursner Freiherrn Goswin Droste zu Vischering veräußerte. Nach dessen Tode im Jahre 1690 fiel Darfeld durch Erbschaft an den damaligen Erbdrosten (Erbtruchsess) des Fürstentums Münster Freiherrn Christoph Heidenreich Droste zu Vischering. 1691 zog die Familie von Droste zu Vischering von Burg Vischering in Lüdinghausen nach Schloss Darfeld um. Die Familie von Droste zu Vischering hat heute noch immer ihren Hauptwohnsitz sowie die Generalveraltung in Darfeld. Die Familie wurde 1670 in den Reichsfreiherrenstand und am 03.10.1826 in den preußischen Grafenstand erhoben.

Während des Zweiten Weltkrieges und die daran anschließenden siebzehn Nachkriegsjahre wurde das Schloss nicht von der Familie von Droste zu Vischering bewohnt. Das Schloss musste dem deutschem und anschließend dem amerikanischem Militär zur Verfügung gestellt werden. Derzeit nahm die Familie ihren Wohnsitz auf dem
Haus Vorhelm. Von 1942 bis 1968 diente das Schloss verschiedenen Verwendungen: Es wurde u.a als Kinderheim bzw. Waisenhaus und zur Unterbringung von Kriegsflüchtlingen verwendet. Außerdem zogen die Nonnen der Clemens-Schwestern in das Schloss ein. Sie blieben noch bis 1968 im Schloss. Im Herbst 1963 bezog die Familie von Droste zu Vischering wieder einen Teil des Schlosses.
 

Baugeschichte

Schloss Darfeld besteht auf zwei Inseln.

Ritter Jobst von Voerden ließ von 1612 bis 1616 an der Stelle der ursprünglichen Anlage den heute noch stehenden zweiflügeligen und zweigeschossigen Arkadentrakt errichten. Die beiden Flügel stoßen in einem Winkel von 137° aufeinander. In diesem Knick befindet sich zudem die Durchfahrt.

Beauftragt mit der Errichtung wurde der Bildhauer und Baumeister Gerhard Gröninger aus Münster. Gröninger arbeitete mit dem Steinhauermeister Albert zum Hülse zusammen. Gröninger verwendete besonders in der Bogenführung Motive der 1573 errichteten und 1608 veränderten Kölner Rathausvorhalle. Für die doppelte Säulenbildung wird als Vorlage der als Stich weit verbreitete Entwurf einer Hausfassade des französischen Architekten Jacques Androuet Ducerceau von 1534 vermutet. Diesen Entwurf soll Gröninger nach eigenen Ideen abgewandelt haben. So erhielt das Gelenkteil in der Mitte der beiden Flügel der Galerie ein Tor und eine Durchfahrt.

Es ist umstritten, ob Schloss Darfeld als Acht-Flügelanlage geplant war. Einer alten Überlieferung zu Folge soll die der Fall gewesen sein. Danach sollte der Acht-Flügelbau, mit vier Türmen zu einem Rundbau geschlossen und mit vier Durchfahrten versehen werden. Nach einer Überlieferung seien dem Bauherrn Bedenken gekommen, ob die geplante Bauweise für das Klima im Münsterland geeignet sei. Gröninger soll sich geweigert haben seine Pläne zu ändern. Andererseits wird vermutet, dass auch künstlerische und persönliche Aspekte maßgeblich zur Auseinandersetzung beigetragen haben könnten und das Klima nur als Vorwand benutzt worden sein könnte. Eventuell bestanden zudem finanzielle Probleme des Bauherrn. Eine andere Theorie hält die Überlieferung der geplanten Acht-Flügelanlage zwar für möglich; sie gibt aber auch zu bedenken, dass die noch nicht gebauten Flügel dann unmittelbar in dem noch heute vorhandenen Wasser gestanden hätten und die Schlossinsel zu klein gewesen wäre.

Es kam schließlich 1616 zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung, in dessen Verlauf Jobst von Voerden Gröninger aufgrund eines Gutachtens technische Schlamperei sowie Mängel nachwies. In dem errungenen Urteil wurden Gröninger und Albert vom Hülse verpflichtet den Bau neu auszuführen. Schließlich verlor Jost von Vörden die Geduld, ließ er den Weiterbau untersagen und bezahlte keine weiteren Rechnungen mehr an Gröninger.

Nach dem Erwerb im Jahre 1651 ließ Graf Adrian von Flodorf, zwei kleine Flügel seitlich des Arkadentrakts anbauen. Der im Westen gelegene Flügel wurde später als Kapelle verwendet.

Im Jahre 1781 erbaute der Erbdroste Clemens August Maria an den Arkadenbau anschließend im Osten der Hauptinsel einen geräumigen Flügel, der als Haupthaus diente, an der Stelle des Gebäudes aus der Mitte des 17. Jahrhunderts, das Graf Adrian von Flodorf errichten ließ. Dieser Flügel brannte 1899 ab. Ein nachglühendes Bügeleisen verursachte ein Großfeuer, das schwere Verwüstungen anrichtete. Bei dem Brand ist neben dem Herrenhaus auch das Dachgeschoss über den Arkaden zerstört worden. Das Herrenhaus wurde 1902 im Neo-Renaissancestil wieder aufgebaut. Der damals beauftragte Architekt Hermann Schaedler aus Hannover stellte den beschädigten Galeriebau wieder her. Infolge der Wiederherstellung wurde zudem der obere Bogengang verglast und darüber eine Balustrade angebracht. Dort wo die Flügel stumpf aneinander stießen, errichtete Schaedler einen Ziergiebel. Zudem wurde der Treppenturm mit einer Haube versehen. Die Wiederherstellungsarbeiten wurden schließlich 1904 mit der Fertigstellung des im rechten Winkel zum Haupthaus angegliederten Nordflügels abgeschlossen. Dieser Flügel wurde jedoch 1968 wieder abgerissen.

Die alte Fachwerkkapelle aus der Mitte des 17. Jahrhunderts wurde 1873 durch einen neoromanischen Bau von Hilger Hertel d. Ä. ersetzt. Sie ist dem heiligen Antonius von Padua geweiht.

Das Torhaus der Vorburg wurde 1866 errichtet. Die übrigen Nebengebäude auf der Vorinsel sind in der Mitte des 19. Jahrhunderts und Anfängen des 18. Jahrhunderts entstanden.

Außerhalb der Gräften, westlich des Schlosses, befindet sich der Wirtschaftshof aus der Barockzeit sowie die davon nördlich gelegene Mühle.
Am Südende der ausgedehnten Parkanlagen befindet sich die Antoinettenburg, ein barockes Gartenhaus, das 1767 von Johann Conrad Schlaun errichtet wurde.

Den Zweiten Weltkrieg hat das Schloss weitestgehend schadlos überstanden.
 
Das Schloss und die Kapelle stehen unter Denkmalschutz, die gesamte Anlage und ihre nähere Umgebung liegen im Landschaftsschutzgebiet.
      

Fotos
   

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