Haus Darup - Burgen, Schlösser und Herrensitze in Westfalen-Lippe

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Haus Darup

Bauwerke > geordnet nach Kreisen > Kreis Coesfeld

Adresse
 
Haus Darup
Coesfelder Straße 19
48301 Nottuln-Darup (Kreis Coesfeld)
 

Karte
      


Besichtigungsmöglichkeiten  
 

Außenbesichtigung
Eine Außenbesichtigung ist jederzeit von der Straße aus möglich.

Innenbesichtigung
Eine Innenbesichtigung ist - soweit bekannt - nicht möglich.
  

Geschichte
  

Besitzergeschichte

Die Familie von Dodorpe (Darup) wurde 1315 erstmals mit dem Knappen Bernadus de Dodorpe urkundlich erwähnt. Er war bischöflicher Amtmann und gehörte dem deutschen Ritterorden in Münster an.

Danach gelang Haus Darup in die Hände der Familie von Kemenaden, die jedoch vermutlich 1400 erlosch. Ihnen folgte die Familie von Burse.

1500 übertrug Bernd von Buse Haus Darup dem Kartäuserkloster in Weddern.

1539 wurde Goswin von Raesfeld Eigentümer von Haus Darup. Ihm folgte wenig später Rolef von Bürse.

Zu Beginn des 17. Jahrhunderts gelang Haus Darup in den Besitz der Familie von Kückelsheim zu Rorup.

Am 09. November 1623 verkauften Wilhelm von Kückelsheim zu Rorup und seine Frau Metta, geb. von Droste das Haus Darup an
Reinhard von Raesfeld zu Haus Visbeck bei Dülmen. Letzterer benutzte das Haus nicht zu Wohnzwecken, sondern verpachtete es.

Am 06. April 1650 verkaufte Reinhard von Raesfeld zu Haus Visbeck Haus Darup an Wilhelm von Droste und seine Ehefrau Anna Maria von Nagel. Nach dem Tod ihres Ehegatten veräußerte Anna Maria am 21.03.1680 das Haus an Johann Mathias von Droste. Letzterer verstarb am 10. Oktober 1705 unverheiratet und kinderlos. Lt. Testament vom 15. September 1705 wurden die beiden Töchter seiner Schwester
Clara Elisabeth von Galen zu Hohenover, Clara Margaretha Elisabeth und Anna Maria Sybilla, seine Erbinnen.

Clara Margaretha Elisabeth von Galen blieb unverheiratet. Ihre Schwester Anna Maria Sybilla von Galen heiratete in erster Ehe 1707 Ernst Victor von Plettenberg, der am 29. Mai 1712 während Kampfhandlungen in der ostspanischen Hafenstadt Valenzia fiel. Die Ehe blieb kinderlos, so dass Haus Darup an Anna Maria Sybilla fiel. In zweiter Ehe heiratete sie am 10. Februar 1714 den Oberst und Reichsfreiherren Caspar Lothar Dietrich von Bönninghausen. Die Familie von Bönninghausen blieb bis 1929 im Eigentum des Haus Darup.

Julius von Bönninghausen veranlasste Planungen für den Neubau der Ökonomiebauten, die 1909 durch die Baupolizeibehörde in Rorup genehmigt worden sind. Sogleich wurde mit dem Bau begonnen. 1910 wurden schließlich die Bauarbeiten abgeschlossen. Weitere Projekte folgten in den folgenden Jahren. Insbesondere wurde 1927 ein Pferdestall errichtet. Dies sowie die Auswirkungen des I. Weltkriegs führten letztlich zum Konkurs der Familie von Bönninghausen. Haus Darup wurde zwangsversteigert. Nach mehreren gescheiterten Zwangsversteigerungsterminen erhielt schließlich am 07. Januar 1929 der Hauptgläubiger der Familie von Bönninghausen, der Kaufmann und Fabrikant Bernhard Frisch aus Enningerloh, den Zuschlag. Er ließ das Gut durch einen Verwalter bewirtschaften. Lediglich in den Ferien und an den Wochenenden wurde Haus Darup durch seine Familie aufgesucht. Nach dem Tod Bernhards am 13. Juli 1939, erbte seine Witwe Anna, geb. Ellendorf, Haus Darup.

Anna Frisch verkaufte Haus Darup am 13. August 1942 an den Landwirt Theodor Struwe aus Hohenwedel bei Warburg und seine Ehefrau, Elisabeth, geb. Grote.

Am 24. Juli 1967 wurde Theodor Walter Struwe, nach dem Tod des Vaters, als Eigentümer des Haus Darups ins Grundbuch eingetragen. Er ist seit dem 25.Mai 1973 mit Charlotte Schulze Welling verheiratet. Beide sind auch noch heute Eigentümer des Hauses.
 

Baugeschichte

Das heute noch erhaltene Herrenhaus ist an drei Seiten von einer breiten Gräfte umgeben. Lediglich an der Frontseite existiert die Gräfte seit 1826 nicht mehr.

Das Herrenhaus ist ein eineinhalbgeschossiger Putzbau, der mit einem Krüppelwalmdach versehen ist. Es wurde 1740 bis 1750 um den heute noch erhaltenen südlichen Teil erweitert.

An der Hauptfront befindet sich ein leicht vortretender Mittelrisal, der einen fünfachsigen Treppengiebel trägt. Zudem befindet sich eine Uhr auf der Giebelhöhe. Das Haus wird durch Gurtgesimse gegliedert.

Bis ins erste Viertel des 19. Jahrhunderts befand sich an der Rückseite des Herrenhauses ein massiver, mit Schießscharten versehener, Turm.

Die Gesamtanlage steht seit 1987 unter Denkmalschutz. Noch heute wird das Anwesen landwirtschaftlich genutzt.

Die um 1880 errichteten Dachausbauten sind im Mai 2005 grundlegend erneuert worden.

Die heute noch erhaltenen Wirtschaftsgebäude bestehen aus fünf separaten Gebäuden. Sie liegen außerhalb der Gräfte. Maßgeblich stammen sie von dem Architekten und Regierungsbaumeister Köthen aus Münster.

Südwestlich der Gräfte befindet sich das ehemalige Geflügelhaus, das 1909 durch den münsterischen Regierungsrat Klöthen errichtet wurde. Es hat die Grundmaße von 6,00 x 6,50 Meter.

Im rechten Winkel zum Herrenhaus befindet sich das Ökonomiegebäude mit der Verwalterwohnung. Es wurde auch 1909 von Klöthen erbaut. Heute wohnt Theodor Struwe jun. mit seiner Familie im Verwalterhaus.

Hinter dem Verwalterhaus befindet sich ein Gewächshaus, das 1912 bis 1913 erbaut wurde. Auch für dieses Haus ist Klöthen verantwortlich.

Der Pferdestall wurde 1927 bis 1928 erbaut. In der Mitte des eingeschossigen Baus befindet sich ein Risalit. Heute werden Schweine in dem Gebäude gehalten.

1993 wurde schließlich die Maschinenhalle erbaut.

1956, 1987 und 1999 wurde Haus Darup umfassend renoviert.
  

Fotos
     

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