Schloss Detmold - Burgen, Schlösser und Herrensitze in Westfalen-Lippe

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Schloss Detmold

Bauwerke > geordnet nach Kreisen > Kreis Lippe

Adresse

Stiftung Fürstliches Residenzschloss Detmold GmbH
Schlossplatz 1
32756 Detmold (Kreis Lippe)
Schloss-Detmold.de
  

Karte
          


           
Besichtigungsmöglichkeiten

  

Außenbesichtigung
Eine Außenbesichtigung ist jederzeit möglich.

Innenhofbesichtigung
Der Innenhof kann nicht besichtigt werden. Allerdings kann durch das Torgitter ein Blick auf den Innenhof geworfen werden.

Führungen
Führungen beginnen jeweils Montag bis Sonntag um 10.00, 11.00, 12.00, 14.00, 15.00 und 16.00 Uhr statt. In der Zeit von April bis Oktober finden zusätzlich Führungen um 17.00 Uhr statt.  

Sonstiges
Ferner werden Teile der ehemaligen Schlosswache gastronomisch genutzt.
 

Geschichte
  

Besitzergeschichte

1123 wurden erstmals die zwei Brüder, die Edelherren Hermann und Bernhard de Lippia - zur Lippe, urkundlich erwähnt. Ihr Stammsitz befand sich am Oberlauf der Lippe, etwa an der Stelle der Stadt Lippstadt. Gegen Ende des 12. Jahrhunderts gründete der Sohn Hermanns, Bernhard II. (1140-1224), die Stadt Lippe, das heutige Stadt Lippstadt. Bernhard II. festigte die Landesherrschaft auf beiden Seiten des Teutoburger Waldes.

1528 gelang es dem Haus Lippe den Grafentitel zu verschaffen.

Nach wechselvollen Zeiten übernahm Graf Simon VI. (1554-1613) die Regierung des Landes Lippe.

Graf Simon VI. (1554-1613) löste 1602 das unter seinem Vater, Bernhard VIII., eingeführte lutherische Bekenntnis durch das reformierte ab. Daraus resultierten erheblichen Spannungen mit der Hansestadt Lemgo. Lemgo ist bis heute dem Luthertum treu geblieben.

1720 wurde das Haus Lippe durch Kaiser Karl VI. in den Fürstenstand erhoben.

Graf Simon VI. begründete eine Bibliothek, die den Grundstock der heutigen Landesbibliothek bildete. Er gründete eine öffentliche Lateinschule, das spätere Leopoldinum.

Fürstin Pauline (1769-1820), die Gemahlin des Fürsten Leopold I., übernahm nach seinem Tode für den noch unmündigen Sohn die Regentschaft des Landes Lippe. Durch eine persönliche Vorsprache bei Napoleon konnte sie den Erhalt der Selbständigkeit des Landes erwirken. Der von ihr gegründete erste Kindergarten Deutschlands wurde zur Keimzelle der noch heute blühenden Fürstin-Pauline-Stiftung.

Aufgrund des Spruches eines Schiedsgerichtes konnte Erbgraf Leopold aus der Nebenlinie zu Lippe-Biesterfeld als Fürst Leopold IV. (1871-1949) 1905 endgültig die Regierungsgeschäfte in Lippe übernehmen. Trotz seiner nur knapp bemessenen Regierungszeit, die überdies vom ersten Weltkrieg überschattet war, gab er Lippe und der Residenzstadt Detmold wesentliche Impulse. Als Baulichkeiten gehen auf seine Initiative der neue Landtag, das Landgericht, die Kirche am Kaiser-Wilhelm-Platz und das nach dem vernichtenden Brand 1912 modern und vergrößert wiederaufgebaute Theater zurück. Die Fürst-Leopold-Akademie hat weder als Institution noch als Jugendstilgebäude überlebt. Von den Nazis vernichtet und abgerissen wurde auch die 1907 auf fürstlichem Grund erbaute große Synagoge.

Neben dem Kaiser mussten auch alle anderen Bundesfürsten, so auch Fürst Leopold IV., im Zuge der Revolution am 12. November 1918 auf den Thron verzichten. In dem mit dem Land Lippe geschlossenen Dominialvertrag verblieb das Detmolder Schloss bis heute im Familienbesitz. Das Land selbst blieb zunächst als Freistaat im Kreise der Länder Deutschlands noch fast 30 Jahre lang bestehen, bis es nach dem Zweiten Weltkrieg, einer Auflage der Siegermächte folgend, einem größeren Nachbarland anschließen musste. Der damalige Landespräsident, Heinrich Drake, wählte 1947 das Land Nordrhein-Westfalen.

Seit 1950 ist Dr. Arnim Prinz zur Lippe Eigentümer des Schlosses. Er ist ein Sohn des letzten regierenden Fürsten Leopold IV.
 

Baugeschichte
             
Wahrscheinlich existierte bereits im 13. Jahrhundert eine Burg zur Zeit der Gründung der Stadt Detmold durch den Edelherrn Bernhard III. zur Lippe. Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Burg Detmold (Detmelle) 1366.

Diese Burg nebst der Stadt Detmold wurden während der Soester Fehde 1447 durch böhmische Söldner des Erzbischofs von Köln zerstört.

1447/1448 wurde durch Bernhard VII. mit dem Wiederaufbau der Anlage begonnen und mit mächtigen Wallanlagen versehen. Detmold gehört zu den frühen Bauten der Weserrenaissance.

Seit 1511 diente die Burg Detmold den lippischen Landesherren als Residenz.

Graf Bernhard VIII. berief 1549 den aus Schaben stammenden Baumeister Jörg Unkair nach Detmold. Er schuf im Wesentlichen das heute noch erhaltene vierflügelige Schloss mit dem rechteckigem Innenhof. Er plante die Gesamtkonzeption des Schlosses. Eine ähnliche vierflügelige Anlage hat er bereits beim Bau des Schlosses Neuhaus bei Paderborn verwirklicht. Zwei Giebel an der rechten Seite der Vorderfront des Schlosses und die beiden vorderen Treppentürme stammen von ihm. Zudem bezog er vorbildlich die alten Bauelemente wie den mächtigen Rundturm aus dem Jahr 1470 mit in die neue Anlage ein.

Nach dem Tod Unkairs im Jahre 1554 (nach anderen Quellen: 1553) fügte vermutlich der flämische Steinschneider Johann Robin im Schlosshof im Jahr 1557 die berühmte Renaissancegalerie zwischen den beiden Treppentürmen ein. Der aus Hameln stammende Baumeister Cord Tönnies vollendete den Neubau des Schlosses.

Zwischen 1590 und 1621 wurden die westlichen Abschnitte des Südost- und Nordwestflügels und der westliche Treppenturm fertig gestellt.

1673 wurde schließlich die Vierflügelanlage mit dem Bau des Südwestflügels und dem südlichen Treppenturm durch den Steinmetzmeister Hermann Arndt aus Lemgo geschlossen.

Zwischen 1705 und 1715 ließ Graf Friedrich Adolf den Südost- und Nordwestflügel des Schlosses teilweise im Barockstil umgestalten. Er ließ an dem Südwest- und Südostflügel due Erker und Zwerchgiebel abbrechen und Gesimse abschlagen.

Zwischen 1780 und 1809 wurde die Festungsanlage des Schlosses zum Schlossplatz hin abgetragen.

Die letzten großen Umbauarbeiten erlebte das Schloss in den Jahren 1780 bis 1800. Der Landbaumeister Christian Teudt aus Lübeck schuf die Remisen, den Marstall und das Reithaus vor dem Schloss. Im Zuge dieser Arbeiten wurden die Wassergräben vor dem Schloss zugeschüttet sowie der Ringwall beseitigt. Die übrigen Wälle wurden bis auf die Höhe von 5 Metern abgetragen.

Weitere Informationen, insbesondere zu einzelnen Innenräumen, befinden sich auf der offiziellen Homepage unter dem Stichwort „Führung“.
  

Fotos
        

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