Gut Dreckburg - Burgen, Schlösser und Herrensitze in Westfalen-Lippe

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Gut Dreckburg

Bauwerke > geordnet nach Kreisen > Kreis Paderborn

Adresse
Wasserburg Dreckburg
Haus Dreckburg
Dreckburg 3
33154 Salzkotten (Kreis Paderborn)
Dreckburg.de
  

Karte
          

       
Besichtigungsmöglichkeiten
  

Eine Außenbesichtigung ist jederzeit möglich. Gelegentlich besteht die Möglichkeit das Innere des Herrenhauses im Rahmen einer Führung durch den Hausherren zu besichtigen. Diese Möglichkeit bestand beispielsweise am Tag des offenen Denkmals am 14.09.2008.
  

      
Geschichte


Der Name Dreckburg stammt vermutlich von dem althochdeutschen Wort „Dreck“ (= Moor) ab.

Ein alter Wohnturm als Grenzburg des Bistums Paderborn gegen Kurköln wurde durch den Paderborner Domprobst Otto von Bentheim 1358 vor den Toren der Stadt Salzkotten fertig gestellt. Mit dem Bau der Burg wurde 1347 begonnen. Vermutlich befand sich vorher an gleicher Stelle eine Motte. Zwischen Paderborn und Kurköln schwellten Grenzstreitigkeiten um die Salkottener Solequelle. Letztlich wurde die Dreckburg jedoch nie durch die Kölner oder sonstige Truppen erobert. Zur weiteren Absicherung des Grenzbereichs des Fürstbistums Paderborns wurden ebenfalls die
Burg Lichtenau und die Burg Oldenburg erbaut, die in ihrer Konstruktion erhebliche Parallelen zur Dreckburg aufweisen.

Es folgte zunächst eine Belehnung des Ministerialengeschlechts von Drewer.

1386 wurde die Burg erstmals urkundlich erwähnt. Derzeit erfolgte eine Belehnung des Domprobstes Volmar von Brenken. Vermutlich wurde auch zu dieser Zeit eine Ringmauer um den Burghof gezogen und eine Vorburg errichtet.

1444 erhielten die Herren von Oeynhausen die Burg Dreckburg als Lehen. Ihnen folgte 1462 der Ritter Bernhard von Hörde. Sein Sohn Phillip von Hörde zu Boke wurde Burgherr.

1516 ließ Anton von Hörde eine 2. Gräfte mit großem Abstand um die Burg errichten.

1546 erhielt das obere Wohngeschoss im sogenannten Rittersaal eine repräsentative Ausmalung, auf der ein Jungbrunnen dargestellt wird. Diese Ausmalung wurde zufällig im Rahmen der Wiederherstellungsmaßnahmen in jüngerer Zeit entdeckt und restauriert. Angeblich soll es sich hierbei um die einzige überkommene Wandmalerei eines Jungbrunnens nördlich der Alpen handeln.

Mit dem Tod der Anna von Hörde fiel die Dreckburg 1578 an das Paderborner Domkapitel zurück. Es übertrug das Lehen 1590 an Wilhelm von Schilder, der eine Erneuerung und den Ausbau der Burg veranlasste. Ferner wurde der erste Teil des Westflügels angebaut und eine weitere Gräfte gezogen. Der Westflügel wird heute Hohenzollernburg genannt, da der preußische König Friedrich II. der Große hier sein Quartier genommen haben soll.

1676 übernahm Johann Wilhelm von Schilder die Burg für 6.600 Taler vom Domkapitel. Er ließ die Ringmauern teilweise abbrechen und später teilweise die Steine für den Bau des Seitenflügels verwenden.
1728 erwarb der Domherr Wilhelm Anton von Asseburg, geboren am 16.02.1707 auf dem
Schloss Hinnenburg, der 1763 Fürstbischof von Paderborn wurde, die Burg im Rahmen einer Zwangsversteigerung von Karl Heinrich von Schilder. Er veranlasste Umbaumaßnahmen an der Burg. 1762 ließ er an den vorhandenen Wohnturm den Ostflügel mit Kapelle anbauen, den Westflügel erweitern sowie ein repräsentatives Portal errichten. Die Pläne für diese Baumaßnahmen stammten von dem Paderborner Architekt Nagel.

Der bis 1896 verpachtete Gutsbetrieb wird seitdem von der Familie von
Westphalen-Fürstenberg in Eigenregie durch diverse Adminstrative bewirtschaftet. Seit 1998 erfolgt die Verwaltung durch einen Betriebsleiter in Kooperation mit der Gutsverwaltung Fürstenberg.

1782 ging die Dreckburg in den Besitz des Fürstbischofs Friedrich Wilhelm von
Westphalen-Fürstenberg, dessen Nachkommen die Burg im Jahre 2000 an die Stadt Salzkotten verkauften, nachdem die Burg ein Vierteljahrhundert leer gestanden hat.

2002 verkaufte die Stadt Salzkotten die Burg an die heutigen Eigentümer, Erhard Christiani und Freya von Wahl. Sie veranlassten 2003 Renovierungsarbeiten an dem Hauptgebäude. 2005 bezogen die Neueigentümer schließlich das Gemäuer. Es gibt Planungen in den ehemaligen Wirtschaftsgebäuden ein Café und ein Restaurant einzurichten. Ferner sollen in den ehemaligen Wirtschaftsgebäuden Events für bis zu 500 Personen stattfinden können. Außerdem soll der Rittersaal als Veranstaltungsort für Konzerte Dichterlesungen, Vorträge, private Feste und Kunstausstellungen für kleinere Kreise zur Verfügung stehen. Zudem soll die große Scheune und Korntrocknung zu einem Theatersaal mit Bühnentechnik umgebaut werden. Schließlich soll der Acker zwischen der B 1 und dem Burggelände zu einem frei zugänglichen Park umgewandelt werden.

Teile des Herrenhauses werden zudem von den Eigentümern im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit verwendet.

Im Rahmen der Renovierungsarbeiten wurde u.a. auch die Gräfte neu hergestellt.

Im Jahr 2008 fanden Feierlichkeiten zum 650-jährigen Bestehen der Wasserburg Dreckburg auf dem Gelände der Burg statt.
       

Fotos
      

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