Schloss Eggeringhausen - Burgen, Schlösser und Herrensitze in Westfalen-Lippe

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Schloss Eggeringhausen

Bauwerke > geordnet nach Kreisen > Kreis Soest

Adresse
  
Schloss Eggeringhausen
Schulstraße 40
59609 Anröchte-Mellrich (Kreis Soest)
Country-Lifestyle.de
    

Karte
          


    
Besichtigungsmöglichkeiten  

    

Innenbesichtigung
Das Hauptgebäude ist privat bewohnt, so dass eine Innenbesichtigung nicht möglich ist. In den Gebäuden der Vorburg befindet sich ein Geschäft, das betreten werden kann.

Außenbesichtigung
Ob eine Außenbesichtigung ohne Voranmeldung möglich ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Allerdings müsste ein Besuch zumindest zum Einkaufen während der Geschäftszeiten (Montags bis Samstags 10.00 bis 19.00 Uhr) zulässig sein.

Parkbesichtigung
Nach Terminabsprache kann während der Geschäftsöffnungszeiten der Park besichtigt werden. Der Park als solcher ist relativ uninteressant. Allerdings besteht vom Park aus die Möglichkeit einen Blick auf den ehemaligen Ehrenhof zu werfen.  

Sonstiges
Auf Schloss Eggeringhausen finden Haus- und Garten-Festivals, Konzerte und dergleichen (z.B. Weihnachtsmarkt) statt. Im Frühjahr führt die Nepomuk-Prozession  durch das Schloss und den Park.
  

Geschichte
   

Besitzergeschichte
  
Erstmals urkundlich erwähnt wurde Eggeringhausen 1181.
 
1319 waren die Ritter von Meldereke auf Haus Eggeringhausen ansässig. Derzeit handelte es sich um eine Burg mit Ringmauer und Gräben an einer anderen Stelle in der Nähe des ehemaligen Mellricher Bahnhofs. Gerhard von Mellrich erklärte Haus Mellrich zum Offerhaus des Erzstifts Köln und der Stadt Soest.
 
1483 verkauften Noldeke von Mellrich und seine Ehefrau Richmut das damalige Gut Eggeringhausen nebst der dazugehörigen Gerichtsbarkeit an Goddert (Gotthard) von Ketteler, Amtmann zu Hovestadt.
  
Auf Schloss Eggeringhausen wurde Gotthard von Ketteler, letzter Meister des Deutschen Ordens in Livland, erster Herzog von Kurland und Semgallen, im Jahre 1517 als Sohn des Gotthard von Ketteler, Herr zu Mellrich,
Hovestadt und Neu-Assen, und Sibylle (Sibilla) von Nesselrode geboren. Sein Bruder Wilhelm war von 1553 bis 1557 Bischof von Münster.
 
1603 erwarb Graf Johann von Ostfriesland und Rietberg von Johann von Ketteler die Herrlichkeit Mellrich. Das Anwesen ließ er durch einen Rentmeister verwalten, um für die benachbarte Grafschaft Rietberg hinreichende Getreide- und Holzreserven zu sichern.
  
Um 1660 wurde das heute noch erhaltene Haus für Anna Catharina Gräfin von Sal-Reiferscheid errichtet.
  
1699 brachte die Erbtochter Maria Ernestine Franziska Eggeringhausen in die Ehe mit dem Grafen Maximilian Ulrich von Kaunitz ein.
  
Fürst Aloys von Kaunitz-Rietberg verkaufte 1829 Haus Eggeringhausen an den Erbdrosten Friedrich Leopold Freiherr von Fürstenberg, der es seinem fünften Sohn Franz Friedrich, der mit Maria-Antonia Freiin von Imbsen-Wewer verheiratet war, schenkte. Es entstand die selbständige Linie von Fürstenberg-Körtlinghausen. Sie veranlassten umfassende Instandsetzungsarbeiten und ließen die Vorburg, den Maststall und die Wirtschaftsgebäude neu errichten.
  
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden zwischenzeitlich amerikanische Soldaten einquartiert.
  
Heute befindet sich Haus Eggeringhausen im Eigentum des Monsigniore Dr. Michael von Fürstenberg-Körtlinghausen, der das Anwesen vermietet hat. Das Herrenhaus wird zu Wohnzwecken verwendet. Die Vorburggebäude beherbergen ein
Verlagsbüro und ein Einrichtungsgeschäft.
  

Baugeschichte
  
Haus Eggeringhausen besteht aus zwei getrennten Inseln. Die künstlich abgedichtete Gräfte wird ausschließlich durch Regenwasser gespeist.
   

 

Vorburg
  
Die Vorburg ist über eine dreibogige Steinbrücke zugänglich. Die Vorburg ist lediglich auf der Ostseite bebaut. Die Zentralachse der Anlage verläuft hingegen von Norden nach Süden.
  
Der Marstall wurde 1835 errichtet. Das große klassizistische Renteigebäude stammt von 1828.
 
Den Vorburggebäuden ist im 20. Jahrhundert ein Wirtschaftshof vorgelagert worden, der sich außerhalb der Gräfte befindet.
  

 

Hauptburg
     
Das Herrenhaus ist ein schlichter zweigeschossiger Dreiflügelbau mit vier quadratischen Ecktürmen. Im Wesentlichen ist das Haus zwischen 1620 bis 1660 erbaut worden. Die Ecktürme sind mit Schweifhauben bekrönt. Im Innenhof befinden sich zwei kleine achteckige Treppentürme. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass ihre Treppenstufen nicht wie üblich aus Stein, sondern aus Eichenholz gefertigt sind.
  
Das Haus ist von allen vier Seiten mit Wasser umgeben.
  
Die zwei Seitenflügel sind nicht in Richtung der Vorburg im Westen geöffnet, sondern südlich in Richtung des Parks. Die ungewöhnliche Anordnung der Seitenflügel ist auf eine Änderung des Hauptzugangs im 18. Jahrhundert zurückzuführen. Ursprünglich befand sich der Hauptzugang im Süden, so dass der Ehrenhof durch die Flügel eingeschlossen wurde. Die Wagen konnten in der geöffneten Durchfahrt halten und sodann unmittelbar weiter auf den Wirtschaftshof fahren. Der Haupteingang wurde schließlich an die Nordseite verlegt. Zur optischen Aufwertung der Nordseite wurde ein großes frühklassizistisches, mit barocken Zierkugeln versehenes Sprenggiebelportal von 1732 mir rundbogiger, von Halbsäulen flankierter Pforte im Mittelrisalit eingefügt.
   
Den Zweiten Weltkrieg hat das Haus unbeschadet überstanden.
  
Haus Eggeringhausen gilt als eine der ersten dreiflügeligen Anlagen Westfalens.
  

 

Parkanlage
   
Im Süden der Anlage ist der Park über eine dritte Brücke erreichbar. Der Park ist im 19. Jahrhundert als Versuchsanlage für ausländische Holzarten angelegt worden.
     

Fotos
              

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