Erbdrostenhof - Burgen, Schlösser und Herrensitze in Westfalen-Lippe

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Erbdrostenhof

Bauwerke > geordnet nach Kreisen > Stadt Muenster

Adresse

Erbdrostenhof
Salzstraße 38
48143 Münster (Stadt Münster; Innenstadt/Fussgängerzone)
Erbdrostenhof.de
   

Karte
            

          
Besichtigungsmöglichkeiten


Der Erbdrostenhof befindet sich unmittelbar in der Innenstadt von Münster, so dass sehr guter Blickkontakt von der Fussgängerzone aus möglich ist. Das Gelände kann nicht betreten werden, da in der Regel das Torgitter geschlossen ist. Heute dient der Erbdrostenhof vorrangig als Verwaltungssitz des Westfälischen Amtes für Denkmalpflege des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe. Es besteht u.a. die Möglichkeit den repräsentativen Festsaal anzumieten, in dem auch gelegentlich Konzerte und sonstige Veranstalungen stattfinden. Ferner bestand im Jahre 2009 die Möglichkeit den Erbdrostenhof im Rahmen des Tags des offenen Denkmals zu besichtigen.
    

Geschichte

Der Erbdroste Heidenreich Freiherr von Droste zu Vischering, der mit Maria Antonette Freiin von Ascheberg verheiratet war, hatte seinen Wohnsitz auf Haus Vorhelm bei Ahlen-Vorhelm.

Die Familie erbte den alten Hof der Erbmännerfamilie von Schenking an der Ecke Salzstraße und Ringoldsgasse in Münster. Außerdem gelang der Erbdroste durch Zukäufe bzw. Tausch in den Besitz weiterer Gebäude an der Ringoldsgasse, am Servatii-Schild und Servatiikirchhof. Ziel der Erwebe war die Errichtung eines repräsentativen Stadtpalais. Die einzelnen Grundstücke wurden zusammengelegt. So ergab sich eine fast rechteckige, schiefwinklig verzogene, größere Parzelle zwischen Salzstraße, Ringoldsgasse und Kleiboltengasse. 1751 wurden sämtliche vorhandenen Gebäude abgerissen. 1753 ist mit einem Neubau auf dem Areal durch den Barockbaumeister Johann Conrad Schlaun begonnen worden. Der vorhandene Platz hätte für eine herkömmliche Dreiflügelanlage nicht ausgereicht. Dies führte dazu, dass Schlaun von einer klassischen Dreiflügelanlage absah. Das etwas geschwungene Hauptgebäude befindet sich in einem gleichschenkligen Winkel zwischen der Salzstraße und der Ringoldgasse, die sich in einem rechten Winkel treffen. Die geschwungenen Seitenenden des Hauptgebäudes verlaufen parallel zu den genannten Straßen. Durch diese Konstruktion entstand ein fast dreieckiger Ehrenhof zwischen Hauptgebäude sowie Salzstraße und der Ringoldgasse. In der Mitte des Gebäudes befindet sich ein geschwungener dreiachsiger Mittelrisalit. 1757 wurden die Baumaßnahmen abgeschlossen.

Vermutlich war der Erbdrostenhof nicht nur als Stadtpalais des Erbdrosten geplant, sondern auch als Ersatzresidenz für den Kurfürsten gedacht. Hierfür spricht, dass beide Seiten des Mittelbaus mit Vestibül und Saal in allen Geschossen nahezu spiegelbildlich angeordnet waren. So verfügt jeder Flügel über zwei getrennte Küchen. Dies wäre bei einer ausschließlichen Nutzung durch den Erbdrosten nicht erforderlich gewesen. Deshalb sollte der Westflügel dem Erbdrosten vorbehalten sein und der Ostflügel als Quartier für noble Gäste dienen.

Der Erbdrostenhof galt als der großartigste und prächtigste Stadtbesitz seiner Zeit. Während des Siebenjährigen Krieges bezog der französische Marschall d`Estrées sein Hauptquartier im
Erbdrostenhof. Auch der Oberbefehlshaber der Alliierten, Herzog Ferdinand von Braunschweig, bezog den Erbdrostenhof, nachdem sich das Kriegsgeschehen wendete.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Altstadt Münsters und damit auch der Erbdrostenhof durch Brand- und Sprengbomben schwer beschädigt. Der Erbdrostenhof brannte bis auf die Mauern aus. Der Ostflügel stürzte ein.

Nach dem Krieg wurde der Erbdrostenhof wieder aufgebaut. Die Außenarbeiten wurde 1955/1956 mit dem Dachneubau vollends abgeschlossen. Die Wirtschaftsgebäude wurden abgerissen.

Die Innenausbauten folgten teilweise nicht mehr dem historischen Vorbild. So wurde der Westflügel, in dem das Landesamt für Denkmalpflege seit 1959 seinen Sitz hat, ein zweites Treppenhaus im Stil der 50er Jahre errichtet.

Teile der Wiederherstellungsarbeiten zogen sich bis in die 80er Jahre des letzten Jahrhunderts hin.

Der Erbdrostenhof befindet sich auch noch heute im Eigentum der Familie von Droste zu Vischering.
  

Fotos
        

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