Burg Gemen - Burgen, Schlösser und Herrensitze in Westfalen-Lippe

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Burg Gemen

Bauwerke > geordnet nach Kreisen > Kreis Borken

Adresse

Jugendburg Gemen
Schlossplatz 1
46325 Borken-Gemen (Kreis Borken)
Jugendburg-Gemen.de
 

Karte
    


Besichtigungsmöglichkeiten  
    

Außenbesichtigung
Eine Außenbesichtigung ist jederzeit möglich.

Innenhofbesichtigung
Eine Innenhofbesichtigung ist ebenso möglich.

Innenbesichtigung
Eine Innenbesichtigung ist nicht mehr möglich. Führungen werden auch nicht mehr angeboten.
  

Geschichte
   

Besitzergeschichte

Ein Haupthof "Gamin" wurde bereits 962 urkundlich erwähnt als Erbgut der Königin Mathilde, der Gemahlin König Heinrichs I. und einer Urenkelin Widukinds. Die mit der Königin verwandten Edelherren erbauten diesen Hof, der sukzessive immer weiter ausgebaut wurde. Mitte des 13. Jahrhunderts begaben sich die Edelherren von Gemen in die Lehnabhängigkeit der Grafen von Kleve, um sich gegen den mächtigen Bischof von Münster halten zu können. Dennoch kamen die Herren von Gemen, eingekreist durch das Territorium des Fürstbischofs von Münster, in deren Abhängigkeit.

1492 fiel Gemen, nach Aussterben der Edelherren von Gemen, durch Heirat an den Grafen von Holstein-Schaumburg. Diese führten 1558 in Gemen die Reformation ein.

Nach Aussterben der Grafen von Holstein-Schaumburg wurde der sich anschließende Erbstreit 1638 zugunsten der Grafen von Limburg-Styrum beendet. 1592 hat Heinrich von Holstein-Schaumburg die Gräfin Meta von Limburg Styrum geheiratet.

Die seit dem 16. Jahrhundert andauernden Streitigkeiten mit Münster um die Landeshoheit wurden 1694 durch kaiserliche Bestätigung entschieden, so dass schließlich 1700 die Reichsunmittelbarkeit durchgesetzt wurde.

Auch die Grafen von Limburg-Styrumstarben starben 1771 aus. Es folgten erneut Erbstreitigkeiten, die zugunsten der Freiherren von Boineburg-Bömelberg ausgingen.

Nach der Säkularisation 1802 konnte die Burg Gemen zunächst noch selbstständig bleiben. 1806 kam Gemen an den Fürsten von Salm-Kyrburg. 1815 wurde die reichsfreie Herrschaft dem Königsreich Preußen unterstellt.

1822 ging Gemen durch Kaufvertrag auf den Reichsfreiherren Ignaz von Landsberg-Velen über. Velen und Gemen wurden vereinigt.

Die Burg ist seit 1946 vom Bischöflichen Generalvikariat Münster gepachtet und wird seitdem als Jugendbildungsstätte genutzt.

Die Burg befindet sich auch noch heute im Eigentum der Grafen von Landsberg-Velen.
 

Baugeschichte
  

 

Hauptburg

Der Haupthof Gamin aus dem Jahre 962 lag unmittelbar bei der heutigen Burg und wurde sukzessive weiter ausgebaut. Vermutlich war es eine Motte.

Bereits 1280 gab es eine Haupt- und Vorburg.

Mitte des 13. Jahrhunderts wurde der Bergfried (Ballonturm, Ballturm) errichtet. Ursprünglich hat er frei gestanden. Er bildet den ältesten Teil der heute noch erhaltenen Burg.

Im Osten der Hauptburg befindet sich der rechteckige zweigeschossige Ostflügel, der in seinem Kern aus dem 14. Jahrhundert stammt. Vermutlich war dieser Flügel das alte Herrenhaus. Später befand sich der Saal in diesem Flügel. Er wurde später mehrmals umgebaut. Heute befindet sich die Kapelle im Erdgeschoss.

1411 wurde die Burg zum Schloss ausgebaut für Heinrich III. von Gemen. Im Kern bestehen auch noch heute diese Gebäudeteile. Im Zuge dieser Bauperiode wurde der Batterie- bzw. Archivturm erbaut. Zwischen dem Archivturm im Westen und Ballonturm im Osten wurde der große dreigeschossige Westflügel, auch Palas genannt, errichtet. Zudem wurde die Ringmauer ausgeweitet.

Der Uhrenturm/Treppenturm wurde 1571 im Winkel zwischen dem Nord und Ostflügel erbaut.

Im 16. Jahrhundert wurde der Palas im Inneren größtenteils erneuert. Zudem wurde der Nordflügel im 16. Jahrhundert erbaut.

Von 1656 bis 1710 wurde die Burg durchgreifend umgestaltet. Sämtliche Decken wurden erneuert, die Fenster wurden erweitert und schließlich ein zweites Obergeschoss hinzugefügt und ein Walmdach aufgesetzt. Ferner wurden weitere Umbaumaßnahmen im Inneren vorgenommen. Außerdem wurde die Anlage barock umgestaltet.

Das in klassischen französischen Formen gestaltete Portal stammt aus dem Jahre 1694. Die Pläne lieferte der französische Architekt Le Temps.

Eine weitere Renovierung folgte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Schließlich wurde nach Übernahme der Burg durch das Bischöfliche Generalvikariat Münster die Burg umgebaut sowie Erneuerungsmaßnahmen vorgenommen.
 

 

Vorburg

Nach dem Ausbau der Burg zu einem Schloss im Jahre 1411, wurden die Vorburggebäude und die Befestigung der Freiheit neu erbaut.
Heinrich IV. von Gemen ließ 1461 die Neue Mühle zwischen Borken und Gemen errichten.
  

Fotos
     

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