Schloss Harkotten-Ketteler - Burgen, Schlösser und Herrensitze in Westfalen-Lippe

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Schloss Harkotten-Ketteler

Bauwerke > geordnet nach Kreisen > Kreis Warendorf

Adresse
  
Schloss Harkotten
48336 Sassenberg-Füchtorf (Kreis Warendorf)
Harkotten.de
   

Karte
           

   
Besichtigungsmöglichkeiten


Die Anlage befindet sich in Privatbeseitz. Das Herrenhaus beherbergt seit 1987 den Wohn- und Arbeitssitz der Firma Sieger-Design, die die verwahrloste Anlage aufwendig renovieren ließ. Zuvor diente Schloss Harkotten von Ketteler dem bekannten Designer Luigi Colani als Wohn- und Arbeitssitz. Zwischenzeitlich wurde das Schloss als Caritas-Altenheim genutzt. Die Anlage ist also nicht öffentlich zugänglich.
  

Geschichte

1254 heiratete der Ritter Henricus (=Heinrich) Korff aus der Grafschaft Mark Ludmodis, die Erbtochter des ansässigen Ritters.
  
Ritter Heinrich II. von Korff aus der Grafschaft Mark ließ zwischen 1297 und 1309 als Lehnsträger der Bischöfe von Münster eine strategisch wichtige Grenzburg Wasserburg Harkotten (= Heidekotten) errichten. Sie bestand aus zwei Flügeln mit einem schmalen Mittelteil und sollte das Bistum Münster gegen das benachbarte Bistum Osnabrück und die Grafschaft Ravensburg sichern. Die Burganlage wurde mit mehreren Gräfteringen umgeben.
  
Heinrich II. ging anschließend als Mönch in das Kloster Marienfeld, wo er auch schließlich verstarb und begraben wurde.
1334 teilten seine beiden Söhne Henricus und Everard das Erbe unter sich auf. Sie bauten je ein Burghaus. Nach der Legende erfolgte die Teilung im Rahmen eines Würfelspiels zwischen den Brüdern. Auf den Ausruf "Smiet in" erwürfelte Henricus den östlichen Teil der Burg und nannte sich fortan "Korff-Smising" (=Smising). Everard erhielt demzufolge den westlichen Teil der Burg. Seitdem existieren zwei voneinander getrennte Herrenhäuser auf einer gemeinsamen Anlage.
 
Aufgrund der Lage entwickelte sich um die Burg nach und nach eine Art Grundherrschaft, die Hoch- und Herrlichkeit Harkotten.
  
Die Bauten der Vorburg, nämlich das Burgtor nebst den zwei kleinen Torhäuschen, die Mühle, das Gerichtshaus von 1701 mit Kerker und Gerichtsstube, die Försterei mit angebautem Wirtschaftsgebäude, die Brauerei und die Schlosskapelle mit Glockendachreiter von 1665 verblieben im gemeinsamen Besitz. Die gemeinsame Schlosskapelle kann nach vorheriger Anmeldung besichtigt werden.
  
Ein umfangreiches Wassersystem umgibt die gesamte Doppelschlossanlage.
  
Die beiden Schlösser sind durch getrennte Zufahrten erreichbar.
   
Das westliche Anwesen gelangte 1615 durch Heirat der Erbtochter Christina (=Christine) von Korff-Schmising in die Hände ihres Ehemanns Goswin von Ketteler zu Middelburg. Damit ergab sich die unterschiedliche Benennung der jeweiligen Herrensitze als Harkotten von Korff im Osten und als Harkotten von Ketteler im Westen der Anlage.
  
Zwischen 1754 und 1767 ließ der Freiherr Goswin von Ketteler den Flügel seines Burgteils abreißen und durch den münsterschen Artillerieleutnant Johann Leonhard Mauritz Gröninger das heute noch bestehende barocke Herrenhaus errichten. Während des Siebenjährigen Kriegs ruhten die Arbeiten. Das Schloss sollte bestimmungsgemäß als Jagdschloss genutzt werden.
  

Über dem hohen Kellergeschoss des verputzen Backsteinbaus erheben sich zwei Stockwerke und ein Mansarddach. Der ovale Mittelrisalit endet mit einem geschwungenen Giebel, der von dem Allianzwappen derer von Ketteler und von Korff geschmückt ist. An den zwei Seitenenden des Herrenhauses befindet sich je ein kurzer zweiachsiger Eckrisalit.
  
Die Freitreppe wurde 1769 fertiggestellt.

Die Rentei stammt aus dem Jahre 1730.  
  
Der Bischof, Papstkritiker, Sozialreformer und Politiker Wilhelm Emanuel von Ketteler (1811 bis 1877) wurde in Schloss Harkotten erzogen.
   

Fotos
       

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