Haus von Heiden - Burgen, Schlösser und Herrensitze in Westfalen-Lippe

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Haus von Heiden

Bauwerke > geordnet nach Kreisen > Kreis Borken

Adresse

Haus von Heiden
Burg 18  
48619 Heek-Nienborg
Wachtmeisterhaus.de
  

Karte
     

 

Geschichte

Nienborg geht auf eine 1198 von Bischof Hermann II. von Katzenellenbogen begründete münstersche Landesburg zurück. Zwischenzeitlich war die Burg, die mit Ringmauer und breiten Gräben 125 x 330 Meter umfasste, für dreißig Burgmänner und deren Familien Wohnsitz.

1593 wurde die Nienborg von Deventer Landsknechten niedergebrannt. Letztlich führte dies zum Niedergang und der Bedeutungslosigkeit Nienborgs.

Der Burgmannshof von Heiden ist auch als „Hohes Haus“ bekannt. Es ist ein zweigeschossiger Sattelgiebelbau der Renaissance, dessen Bausubstanz größenteils auf das 14. Jahrhundert zurückgeht. Der Bischof von Münster, Ludwig II. von Hessen, ließ gegen 1344 einen wuchtigen turmartigen Bau aus Bruchstein errichten, der durch einen 15 Meter breiten Graben gesichert wurde. Dieser Bau diente als bischöfliches Haus und u.U. auch als Sitz des bischöflichen Amtmanns.

Um 1364/1379 hatte Heidenreich de Sasse das Hohe Haus als Lehen. Später wurde das Haus an die Familie de Sasse und ab 1419 an die Familie Valke verpfändet. Das Pfandrecht wurde nicht wieder durch den Bischof eingelöst.

1618 erwarb Dietrich
Torck zu Asbeck das Haus. Im 17. Jahrhundert entschloss sich die Familie Torck den vorhandenen Wohnturm im repräsentativen Renaissancestil zu erweitern. Die Giebel setzen auf Kragsteinen an und verfügen über die münsterländische Dreistaffelform mit Halbrundaufsätzen. Sie werden flankiert von Obelisken.

1673 fiel das Hohe Haus durch Erbschaft an die Frei- und Edelherren zu Büren und
Ringelstein. Später befand sich die Familie von Droste zu Vischerung im Besitz des Hauses.

1812 kauften die beiden Nienborger Tuchmacher Johann Bernhard Schwietering und Bernhard Johann Franzbach das Hohe Haus.

1842 verkaufte Bernhard Johann Franzbach das Hohe Haus an Hubert von Heyden, dessen Vater Landrat des Kreises Ahaus war. Sodann wurde das Haus bis 1859 zeitweise öffentlich als Landratsamt genutzt.

Bis 1905 bewohnte die Schwester Huberts von Heydens, Virgina von Heyden, bis zu ihrem Tod das Haus. Beerbt wurde sie von ihrem niederländischen Neffen Lodewijk von Bönninghausen zu Herinckhave, dem Sohn ihrer Schwester Charlotte und Ludovicus von Bönninghausen. Die Familie von Bönninghausen nutzt es in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts kaum, da ihr während der beiden Weltkriege der Zugang nach Deutschland verwehrt war. Nach 1945 fanden umfangreiche Umbaumaßnahmen statt. Anschließend wurde das Haus als Kindergarten und schließlich bis 1961 als Unterkunft für Flüchtlingsfamilien verwendet.

1961 erbte Lodi von Bönninghausen das Hohe Haus. Er entschloss sich das Haus nicht an seine Kinder zu vererben, da dies nach holländischem Recht die Aufteilung des Hauses zur Folge gehabt hätte, sondern er gründete eine niederländische Familienstiftung, der noch heute seine Nachkommen angehören.

1963 wurde mit der Restaurierung des Hohen Hauses in Zusammenarbeit mit dem Amt für Denkmalpflege begonnen. Alle nachträglich eingefügten Umbauten wurden entfernt, um wieder den ursprünglichen Charakter eines Burgmannssitzes wiederherzustellen. Die historischen Sandsteinkamine wurden reaktiviert. Ferner wurden alte, lange vergessene, Bilder neu gerahmt, sowie die alten Räumlichkeiten neu möbliert. Letztlich wurde der Zustand wieder hergestellt, wie er sich nach den Umbaumaßnahmen durch die Familie Torck darstellte.


Nach dem Tode Lodi von Bönninghausens im Jahre 2005 nutzt die Familie von Bönninghausen das Haus lediglich selten zur Abhaltung von Familientreffen und kürzeren Sommeraufenthalten. Eine wirtschaftliche Basis wurde in jüngerer Zeit dadurch geschaffen, dass in dem südlich des Haupthauses gelegenen Fachwerkgebäude aus dem Jahre 1754 drei Ferienappartements eingerichtet wurden. Die Maßnahmen wurden im Frühjahr 2008 abgeschlossen.
  

Fotos
      

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