Burg Iburg - Burgen, Schlösser und Herrensitze in Westfalen-Lippe

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Burg Iburg

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Adresse

Burg Iburg (Ruine) Ruine Iburg Ruine Driburg

Westenfeldmark
33014 Bad Driburg (Kreis Höxter)  
  

Karte
    

    
Besichtigungsmöglichkeiten

 
Die Burgruine ist jederzeit frei begehbar.
 

Geschichte

Die Burg Iburg wurde bereits zu vorchristlicher Zeit von den Sachsen als Flieh- und Volksburg angelegt. Die Sachsen haben im 8. Jahrhundert in ihrem Kampf gegen die Franken ihr Nationalheiligtum, die legendäre Irminsul, auf die Burg Iburg gerettet. Zuvor stand es im Gebiet der Driburger Quellen.

Bei seinem 772 begonnenen Feldzug gegen die Sachsen hat der Frankenkönig und spätere Kaiser Karl der Große die Eresburg bei Obermarsberg erstürmt und sich anschließend der Burg Iburg zugewandt, auf der sich die sächsischen Krieger zurückgezogen haben. Die Burg Iburg wurde 3 Tage und Nächte belagert, bis schließlich die Franken die Burg einnehmen konnten.

Die heidnische Irminsul wurde gefällt und an der gleichen Stelle durch den späteren Heiligen Sturmius eine Kirche aus Holz errichtet. Sie war dem Heiligen Petrus geweiht und zählte zu den ältesten Kirchen im Sachsenland.

Anlässlich einer Begegnung Papst Leos III. und Karl des Großen 799 in Paderborn wurde vereinbart die Iburg sowie das umgebende Land der Paderborner Kirche zu übertragen und Karl im Jahr 800 zum Kaiser zu krönen. Vermutlich wurde bereits zu dieser Zeit der Grundstein der ersten steinernden Kirche auf der Burg gelegt. Hiervon sind heute noch die Grundmauern im Südosten der Burganlage erhalten. Es war eine einschiffige, 17 Meter lange, Kirche mit einer halbrunden Apsis. An der Stelle des Altars steht heute ein Steinkreuz.

Die Kirche der Iburg wurde in die Obhut des Damenstiftes Heerse übergeben, deren Benefiziaten Gottesdienste für die Bevölkerung der Umgebung abhielten.

Im 10. Jahrhundert lebten Einsiedlerinnen auf dem Burggelände. So beispielsweise um 950 die heilige Helmtraud.

1138 gründeten auf Initiative der Heerseer Äbtissin Beatrix, Gräfin von Assel und dem Paderborner Bischof Bernhard von Oesede (Bernhard I.) ein Benediktinerinnenkloster gegründet.

Bereits vier Jahre nach der Klostergründung wurden die Schwestern von dem Schwalenberger Grafen und Hochvogt des Paderborner Bistums Volkwin II. vertrieben. Dieser sollte ursprünglich für deren Schutz sorgen. Er veranlasste Bauarbeiten zur Befestigung der Burg. Die vertriebenen Benediktinerinnen fanden 1142 auf dem ehemaligen Kloster Gehrden einen neuen Zufluchtsort.

Im späteren 12. Jahrhundert wurde die Burg durch den Paderborner Bischof Bernhard II. zu einer landesherrlichen Burganlage ausgebaut. Lehnsnehmer wurden die Herren von Brakel bzw. die Herren von Driburg.
1231 wurde die Burg zum Archidiakonat erhoben.

1444 wurde die Burg Iburg im Rahmen einer Fehde durch den Herzog Otto von Braunschweig erstürmt und bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Die Burg wurde nicht wieder aufgebaut. Ungefährt seit dieser Zeit befindet sich die Burg bis heute im Eigentum der Stadt Bad Driburg.

Südlich der Kirche befinden sich noch heute die Grundmauern der Konventgebäude aus der Zeit der Gründung des Benediktinerinnenklosters.

Das Burgareal erstreckt sich über eine Fläche von ca. 4 Hektar. Nach Westen, Norden und Osten wird das Areal durch einen mächtigen Halsgraben und Wälle geschützt. An der Südseite befindet sich ein Steilhang, der nicht explizit gesichert ist.

Im Westen sind noch Reste der alten Sachsenburg mit Wall und dem ehemaligen Sachsentor erhalten.

Das Nordtor, das teilweise in der Vergangenheit wieder aufgemauert worden ist, war nur über eine, heute nicht mehr vorhandene, Zugbrücke erreichbar. Links des Nordtors befinden sich Reste des quadratischen Torhauses.

Erhalten ist heute noch ein aus Quaderblöcken gemauerter, 15 Meter hoher und bis zu 4,5 Meter dicker Rundturm. Vermutlich war es der ehemalige Bergfried. Südlich hiervon befinden sie die Ruinen des vermutlich ersten Burgsitzes aus der Zeit nach 1142.

Östlich hiervon befinden sich die freigelegten Ruinen der ehemaligen Klosterbauten, die um 1223/1224 den Gebäuden des späteren Burgsitzes Platz machen mussten.

In der Mitte des Burgareals befindet sich der Burgbrunnen mit einem Durchmesser von 3,5 Metern.


Fotos
    

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