Schloss Körtlinghausen - Burgen, Schlösser und Herrensitze in Westfalen-Lippe

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Schloss Körtlinghausen

Bauwerke > geordnet nach Kreisen > Kreis Soest

Adresse
  
Schloss Körtlinghausen
Kallenhard 3
59602 Rüthen-Kallenhardt (Kreis Soest)
Schloss-Koertlinghausen.de
Koertlinghausen.de
  

Karte
            

  
Besichtigungsmöglichkeit


Eine Außenbesichtigung von den umliegenden Straßen ist jederzeit möglich.

Eine Innenbesichtigung ist im Rahmen einer Führung möglich. Weitere Informationen hierzu können auf der o.g. offiziellen Hompage abgerufen werden. Zudem finden gelegentlich seit dem Jahr 2008 Verkaufsveranstaltungen in dem Schlossen statt, in dessen Rahmen ebenfalls die Räume betreten werden können. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit das Schloss für Veranstaltungen anzumieten.
  


Geschichte
   

Besitzergeschichte
  
Im Mittelalter trafen bei Kallenhardt die Interessen von drei weltlichen und geistlichen Machthabern aufeinander. Die Erzbischöfe von Köln sicherten sich bereits seit dem 13. Jahrhundert in Warstein gegen die Grafen von Arnsberg und in Kallenhardt gegen die Bischöfe von Paderborn ab.

Im 15. Jahrhundert wurde der Burgsitz Kallenhardt zum Teil mit Körtlinghausen (Hues und Hof zu Kortzlenkhusen) vereint.

Ursprünglich gehörte der Rittersitz Körtlinghausen zu den Stammbesitzungen der Herren von Rüdenberg die als Burgmann zu Rüthen auf der Stadtburg in Rüthen residierten. Sie waren Lehnsleute der Erzbischöfe von Köln.

Im 14. Jahrhundert befand sich befand sich ein Zweig der Familie von Schorlemer im Besitz des Hauses.

1398 verpfändeten Remfired von Schorlemer und seine Schwester Mette das große Haus Körtlinghausen ganz und alles andere halb an Diderik von Lurwald. Mitherr von Haus und Hof sind Heinrich von dem Rodenberge und sein Sohn Andreas.

Im 14. Jahrhundert übte die Familie von Fürstenberg die Lehnsherrlichkeit über Körtlinghausen aus.

1430 verkauften die Geschwister Johann, Diederich und Elseke Lurwald Körtlinghausen an ihren Stiefvater Goswin van dem Roedinberge (von Rüdenberg). Letzterer verkaufte 1447 den ganzen Besitz an Diderik Lurwald.

Diderik Lurwald verkaufte 1449 Körtlinghausen an den Ritter Johann von Hanxleden.

1613 vererbte Agnes von Westrem, geb. Hanxleden, ihrem Sohn Winold von Hanxleden Körtlinghausen. Allerdings lasteten auf ihm weitere Erbansprüche, so dass er Körtlinghausen 1645 an den kurkölnischen Kämmerer, Forst- und Jägermeister Gaudenz von und zu Weichs gegen das Gut Beringhausen im ehemaligen Kreis Brilon tauschen musste. Dienststelle der Familie von und zu Weichs war das Jagdschloss Hirschberg, von dem aus sie die Aufsicht über die kurfürstlichen Forsten und das Wild ausübten. Zudem war das Schloss ein Tafelgut des Fürstbischofs. Mit dem Erwerb des Schlosses Körtlinghausen wurde die aus Bayern stammende Familie von Weichs Mitglied der westfälischen Ritterschaft.

Kaspar Joseph von Weichs, der letzte dieses Zweiges der Familie von Weichs und der letzte Oberjägermeister im Herzogtum Westfalen, starb im Jahre 1819 kinderlos. Er hinterließ seine Witwe Franziska, geb. Reichsfreiin von Fürstenberg- Herdringen. Körtlinghausen wurde hierauf durch Kauf bzw. Erbvergleich vom 9. Mai 1830 Eigentum des Erbtruchsess im Herzogtum Westfalen, Erbdrosten Friedrich Leopold Reichsfreiherrn von Fürstenberg-Herdringen. Von dem Erbdrosten erhielt sein vierter Sohn Johann Friedrich die Rittergüter Körtlinghausen, Suttrop, Aschenthal, Siedlinghausen, Schweckhausen und Hohenover als elterliche Abfindung, von denen die vier ersten durch Testament des am 24. August 1846 verstorbenen Johann Friedrich, Reichsfreiherrn von Fürstenberg zum Fideikommiss erhoben.

1945 wurde das Schloss durch das britische Militär besetzt. Anschließend wurden Flüchtlinge in dem Schloss untergebracht.

Von 1946 bis 1954 war das Schloss an den Caritasverband vermietet. In dem Zeitraum von 1946 bis 1949 befand eine Kongregation der Hedwigschwestern aus Polen im Schloss. Außerdem wurden 200 Flüchtlinge im Schloss untergebracht.

Von 1980 bis 1994 befand sich der Bundesverband für Selbstschutz in dem Schloss.

Auch noch heute befindet sich das Schloss nebst Gut im Eigentum der Familie von Fürstenberg. Das Schloss bzw. Teile des Schlosses können für Veranstaltungen angemietet werden.
  

Baugeschichte
  
Ein curtis Ostervelde - eine alte Wallburg - wurde bereits im 9. Jahrhundert urkundlich in einem Register der Abtei Werden erwähnt.

Der Vorburghof ist dreiflügelig bebaut.

Seit dem 14. Jahrhundert war die Burg Körtlinghausen durch Mauern, Gräben, Türme und eine Vorburg gesichert. Die Burg befand sich bereits von Anfang an unter kölnischer Oberlehnsherrschaft.

Die Burg wurde 1410 durch Truppen des Paderborner Bischofs eingenommen und zerstört. Auch in der Soester Fehde wurde die Burg 1477 in Mitleidenschaft gezogen. Sie wurde erobert, geplündert und zerstört von den Soester Bürgern und ihrem Anhang.

Der Oberjägermeister Franz Otto Freiherr von Weichs ließ von 1714 bis 1743 nördlich der mittelalterlichen Burgstätte das heute noch erhaltene Schloss erbauen. Die Baupläne stammen von dem Hildesheimer Baudirektor Justus Wehmer.

Das heute noch erhaltene Schloss Körtlinghausen hat an der Vorder- und Rückseite jeweils zwei kurze vorgezogene Flügel und übergiebelte, dreiachsige, Mittelrisalite. Es hat die für Justus Wehmer typische H-Form, ähnlich den Schlössern Welda und Vinsebeck, die ebenfalls durch Wehmer entworfen wurden. Versehen ist das Schloss mit einem Mansarddach. Die Mansarde des Haupttraktes wird durch große Dachgauben in der Achse der Erd- und Obergeschossfenster belichtet.

Nördlich dem Schlossbau vorgelagert befinden sich 2 symmetrisch gegenüberliegende Kavaliershäuser. Das Westliche trägt die Jahreszahl 1731.

Für die 1999 begonnene und 2003 abgeschlossene Schlossrenovierung erhielt Dietger Freiherr von Fürstenberg für Körtlinghausen den "Preis für Denkmalpflege in Westfalen-Lippe 2004".
  

Fotos
          

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