Schloss Lembeck - Burgen, Schlösser und Herrensitze in Westfalen-Lippe

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Schloss Lembeck

Bauwerke > geordnet nach Kreisen > Kreis Recklinghausen

Adresse

Graf von Merveldt'sche Verwaltung                                    Ferdinand Graf von Merveldt; Tel.: 02369/7167; Fax: 02369/77391

Schloss Lembeck             
       schloss-lembeck@t-online.de
46286 Dorsten-Lembeck (Kreis Recklinghausen)
Schloss-Lembeck.de
       

Karte
          


    
Besichtigungsmöglichkeiten  

      

Schlossmuseum
Das Museum befindet sich im Hochparterre. Es kann nur im Rahmen einer Führung besichtigt werden. Bei der Führung können Kunstgegenstände aus ca. 300 Jahren betrachtet werden. Beispielsweise sind chinesisches Porzellan, flämische Gobelins, Kirchenfiguren, über 100 Familienporträts und Möbel aus der Zeit des Rokoko und des Empire zu nennen. Ferner ist auch die Goldkette des Wiedertäufers Jan von Leyden aus Münster, zu sehen. Zudem wird der von Johann Conrad Schlaun entworfene Festsaal mit spätbarocker Ausstattung besucht. Die Wände des langen Flures schmücken flämische Gobelins aus dem 17. Jahrhundert mit Darstellungen mythologischer Szenen Vitrinen mit feinem Porzellan aus Holland und Ostasien hängen über einem durchgehenden Kachelpaneel.  
Führungen finden an folgenden Tagen in der Zeit vom 01. März bis 31. Oktober statt:  

 

Montag bis Freitag:

13.00, 14.00, 15.00, 16,00, 17,00 Uhr
10.00 und 11.00 Uhr nur nach Anmeldung.

 

Samstag und Sonntag sowie an Feiertagen:

10.00, 11.00, 12.00, 13.00, 14.00, 15.00, 16.00, 17.00 Uhr  

Heimatmuseum
Im Dachgeschoss des Haupthauses befindet sich das 1992 errichtet Heimatmuseum des Heimatvereins Lembeck. Zu sehen sind u.a. Sammlungen von handwerklichen und landwirtschaftlichen Gerätschaften aus vergangener Zeit, sowie eine Nachbildung von Schloss Lembeck in Miniaturform.
Das Heimatmuseum ist Samstags, Sonntags und an Feiertagen von Ostern (Karfreitag) bis zum 31. Oktober von 13 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. Gruppen können zudem auch an anderen Tagen Führungen beantragen. Ferner besteht die Möglichkeit an einer Führung in Deutsch bzw. Plattdeutsch teilzunehmen.
Homepage: Heimatverein-Lembeck.de

Schlosspark
Der Schlossgarten beinhaltet über 200 Rhododendronarten und 70 weiteren Baumarten. Ferner gibt es einen Spielplatz und einen Streichelzoo. Außerdem kann auf den mietbaren Grillplätzen gegrillt werden.  
Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag von 10.00 bis 18.00 Uhr

Innenhofanlage
Die Innenhofanlage ist nur dann zugänglich, wenn das Tor geöffnet ist.

Außenbesichtigung
Jedezreit möglich.

Restaurant/Hotel
Im Obergeschoss, in den ehemaligen Schlafzimmern und im Kellergeschoss befinden sich ein Hotel und ein Restaurant..
Homepage: Schlosshotel-Lembeck.de

Galerie
Im Kellergschoss befindet sich seit 1972 eine Dauerausstellung des Westfälischen Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte Münster für den Maler Hanns Hubertus Merveldt (1901 - 1969). Er entstammt einer Nebenlinie der Familie der Schlossbesitzer. Seine Kunst entsprach nicht dem Geschmack der Nationalsozialisten und war somit im Dritten Reich verpönt.
Die Galerie kann nur nach vorheriger Anmeldung besichtigt werden.

Sonstiges
Einige Räume des Schlosses können angemietet werden. So besteht beispielsweise die Möglichkeit den Schlaunschen Saal für Festlichkeiten zu mieten. Ferner kann die Schlosskapelle für Trauungen oder Taufen genutzt werden. Standesamtliche Trauungen können im Turmzimmer der Bibliothek stattfinden. Jeden 1. Samstag und jeden 3. Freitag im Monat ist es möglich im Schloss standesamtlich zu heiraten. Darüber hinaus finden regelmäßig Konzerte statt sowie ein jährlich stattfindender Kunstmarkt. Außerdem werden Theateraufführungen durch die Laienspieler der "Kleinen Bühne 74" auf der Freitreppe des Schlosses angeboten.
   

Geschichte
   
1017 wurde Lembeck (Lehembeke) erstmals urkundlich genannt. 1017 verfügte der ottonische Kaiser Heinrich II. zugunsten der damaligen Burg Lembeck die Untergerichtsbarkeit zugunsten des Paderborner Domes. Dies führte zur Bezeichnung "Herrlichkeit Lembeck". Der Schlossname "Lembeck" leitet sich aus dem Niederländischen aus den Wörtern "beke" (= fließendes Wasser oder Bach) und "lijm" (= schleimig) ab.
    

Besitzverhältnisse

Die Familie von Lembeck wurde mit Adolf von Lembeck erstmals 1177 in den Urkunden des Bischofs von Münster als Lehnsträger eines wehrhaften Guts erwähnt. Die Herren von Lembeck waren Ritter des Bischofs von Münster. In ihrem Wappen führte die Familie ein silbernes Nesselblatt mit drei Nägeln in rotem Felde. Das männliche Geschlecht starb mit Johann von Lembeck 1526 aus. Seine Tochter Berta vermählte sich mit
Bernhard I. von Westerholt aus dem benachbarten Vest Recklinghausen, der ein Vertrauter des Fürstbischofs von Münster war. Seine offizielle Belehnung mit der Herrlichkeit durch den Bischof von Münster, Franz von Waldeck, geschah im Jahre 1536. Zuvor hatte Bernhard I. von Westerholt die Verhandlungen mit den Abgeordneten der aufrührerischen Stadt Münster geführt, die in den Jahren 1534 und 1535 von den Wiedertäufern beherrscht wurde.
  
Nach dem Tod Bernhard I. am 26. August 1554, übernahm sein Sohn Bernhard II. als Majoratsherr die Familiengeschäfte. Anschließend übernahmen seine Söhne, zunächst Matthias und anschließend dessen Bruder Johann, Lembeck. Durch die Kriegesfolgen des Spanisch-Niederländischen sowie des Dreißigjährigen Krieges verschuldete sich die Familie, so dass Johann die Besitzung im Jahre 1631 an die verwandte holländische Linie derer von Westerholt-Hackfurt, namentlich Bernhard von Westerholt-Hackfurt, verkaufen musste, der zugleich Hauptgläubiger war.
  
Bernhard von Westerhold-Hackfurt fochte während des Dreißigjährigen Krieges auf Seiten der katholischen Liga und hatte es dort bis zum Oberst in der kaiserlichen Armee gebracht. Bis zum Jahr 1633 blieben Burg und Herrlichkeit von diesem Krieg verschont, doch dann brach er auch über Lembeck herein. Zu Beginn des Jahres 1633 erhob Kaiser Ferdinand II. Bernhard für seine militärischen Verdienste in den Reichsfreiherrenstand, doch diese Nachricht erreichte den frisch gebackenen Freiherren nicht mehr auf seiner Burg in Lembeck, denn er hatte sich vor den Truppen des Landgrafen Wilhelm V. von Hessen-Kassel auf ein Familiengut in Haselünne flüchten müssen. An seiner Statt residierte seit dem 16. Februar 1633 nun der General Peter Melander dort. Er hatte nach dem damals geltenden Kriegsrecht die Burg für sich eingenommen und zu seinem Hauptquartier gemacht. Bernhard wurde kurzerhand enteignet und starb am 19. November 1638 im Exil.
1641 gelang es Bernhards ältestem Sohn Burchard, die Burg wieder für seine Familie in Besitz zu nehmen. Dessen Sohn Dietrich Conrad Adolf wurde 1700 in den erblichen Stand eines Reichsgrafen erhoben und ließ in der Zeit von 1670 bis 1692 die Burg zu einem barocken Wasserschloss durch einen unbekannten Baumeister aus- und umbauen. Seitdem ist Schloss Lembeck eine der größten Anlagen Westfalens.
Im Jahre 1702 erlosch dieser Zweig der Familie mit Dietrich Conrad AdoIf. Seine Erbtochter Maria Josefa heiratete 1708 den
Wolbecker Drosten Ferdinand Dietrich Freiherr von Merveldt zu Westerwinkel und brachte Schloss Lembeck mit in diese Verbindung ein.
  
1726 ist die Familie Merveldt zu Westerwinkel in den erblichen Reichsgrafenstand erhoben worden. Die Familie Merveldt ist noch heute im Besitz der Anlage. Aus der Familie stammt u.a. auch der Reichsgraf Maximilian Friedrich, der sich in der Völkerschlacht von Leipzig als Feldherr auszeichnete und später als Staatsmann am österreicherischen Hof diente.
  

Baugeschichte
   
Im 14. Jahrhundert befand sich an der Stelle des heutigen Schlosses eine Motte, die aus einem Turm bestand, an das sich nach Norden hin ein Zweikammerhaus anschloss.
  
Im 15. Jahrhundert erfolgte eine Erweiterung nach Westen hin. Es entstand ein Dreikammerhaus mit einem Turm.
  
Von 1670 und 1692 wurde die bestehende Befestigung durch Ausbauten zu dem noch heute erhaltene barocke Wasserschloss Lembeck von einem unbekannten Baumeister für Dietrich Conrad Adolf von Westerholt-Hackfurt ausgebaut. Zwar nennt eine Vermessungsurkunde von 1674 einen "Meister Emond". Dennoch ist nicht geklärt, ob es sich hier um den Baumeister oder nur um einen Maurermeister handelte.
  
Das heutige Schloss besteht aus zwei Inseln in einem Hausteich, dessen Größe 190 mal 160 Meter beträgt.
  
Herausragend und einzigartig in Deutschland ist die langgestreckte Ost-West-Achse von ca. 500 Meter Länge. Sie beginnt mit der etwa 200 Meter langen Allee, verläuft im Weiteren durch die Torbögen der Vor- sowie Hauptburg und verliert sich am Ende des Parks. Im Gegensatz zu anderen Anlagen bildet hier das Schloss nicht das architektonische Ziel der Achse, sondern die Achse führt durch das Schloss hindurch, bis sich in den Weiten der Landschaft verliert. Es wird vermutet, dass als Vorbild dieser Konzeption das Schloss Schönbrunn in Wien diente.
  
Die Vor- und Hauptburg reihen sich hintereinander und nicht zueinander an.
Haupt und Vorburg sind durch eine Brücke miteinander verbunden.
   

 

Vorburg
  
Die eingeschossige Vorburg erstreckt sich über eine Breite von ca. 110 Meter. In der Mitte befindet sich das zweigeschossigen Torbau aus gequadertem Sandstein, dessen Wappenschlussstein über der Tordurchfahrt das Ende der Bauarbeiten im Jahre 1692 bezeugt.
   
Die Vorburg bestand aus drei Flügeln mit je einem Turm an den Ecken. 1887 brannte der Nordflügel der Vorburg mit den beiden Türmen nieder. Dieser Flügel beherbergte Stallungen. Er wurde nicht wieder aufgebaut, so dass sich die Hauptburg heute als Zweiflügelanlage mit Ecktürmen und Welschen Hauben präsentiert.
   

 

Hauptburg
   
Die Hauptburg beherbergt das dreigeschossige Haupthaus. Es trug einst eine auf Putz gemalte Quaderung. Seine drei Ecktürme sind mit Welschen Hauben geschmückt. Das Herrenhaus besteht aus zwei Flügeln und aus drei Türen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit muss es sich früher um eine Dreiflügelanlage gehandelt haben bzw. die Anlage muss als Dreiflügelanlage geplant worden sein. Für diese Annahme spricht insbesondere dass an einer Seite Fenster fehlen. Ferner zeigen Holzphäle aus dem Mauerwerk heraus. Leider habe ich in den mir bislang zur Verfügung stehenden Quellen kaum Angaben dazu gefunden, so dass es sich hierbei lediglich um Spekulationen handelt. Krewerth/Rensing, Westfalen Land der Wasserburgen, Seite 118, behaupten, dass es sich von vornherein lediglich um eine Zwei-Flügelanlage gehandelt hätte, ohne auf die weiteren Gründe einzugehen. Die meisten Autoren nehmen überhaupt keine Stellung zu dieser Problematik. Maier, Burgen und Schlösser in Deutschland, Seite 39, stellt dar, dass auch das Haupthaus, ebenso wie die Vorburg, als Dreiflügelanlage geplant gewesen sei, aber der Südflügel aus Geldmangel nicht mehr fertig gestellt wurde. Letztere Ansicht scheint zumindest nachvollziehbar, da o.g. Gründe zumindest dafür sprechen, dass die Anlage ursprünglich dreiflügelig geplant sein muss.
  
Im Rahmen der Baumaßnahmen von 1670 bis 1692 erfolgte im Süden eine Erweiterung mit zwei Pavillontürmen. Ferner wurde die Anlage symmetrisch zur Vorburg gegliedert und mit einer einheitlichen Fassade versehen. Den Schwerpunkt bildete das Portal aus gequadertem Sandstein. Über einer Figurennische mit einer lebensgroßen Madonna halten Löwen das kronengezierte Allianzwappen der Lembeck-Westerholt und von der Recke.
  
1726 führte der Barockbaumeister Johann Conrad Schlaun Umbaumaßnahmen durch. Er gestaltete den Saal des Haupthauses mit spätbarocker Ausstattung. Es versah ferner den Festsaal mit einer Holzvertäfelung, Marmorkaminen sowie mit einer Stuckdecke.
  
Das Portal der Hauptburg beherbergt eine Mutter Gottes. Im aufgebrochenen Tympanon befindet sich das Allianzwappen, das durch zwei kräftige Löwen gehalten wird.
  
Im Zweiten Weltkrieg erlitt das Haus erhebliche Schäden. Diese Schäden resultierten jedoch nicht in erster Linie aus Bombenangriffen, sondern aus Besatzermutwillen und -willkür. So wurde wertvolles Inventar verheizt, Gemälde als Souveniers entwendet, Gobelins verschachert sowie weitere vorsätzliche Beschädigungen vorgenommen.
  
Nach der Reparatur der Kriegsschäden Anfang der 50er des letzen Jahrhunderts wurde Schloss Lembeck der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Der Einrichtung des Schlossmuseums im Hochparterre folgte 1965 der Umbau der ehemaligen Schlafzimmer im Obergeschoss zu Hotelzimmern und des Kellergeschosses zu Restaurant und einer Galerie für den Maler Hans Hubertus Merveldt.
    

 

Gartenanlage
  
Der barocke Park mit symmetrischen Wegeachsen wurde im 19. Jahrhundert in einen englischen Garten umgewandelt. 1967 und 2003 wurde die Parkfläche verdoppelt.
    

Fotos
         

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