Burg Lippspringe - Burgen, Schlösser und Herrensitze in Westfalen-Lippe

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Burg Lippspringe

Bauwerke > geordnet nach Kreisen > Kreis Paderborn

Lage

Burg Lippspringe         Ruine Lippspringe    Ruine Bad Lippspringe    Burgruine Bad Lippspringe   Burgruine Lippspringe

Zwischen den Straßen An der Burg, Burgstr., Marktstr. und Arminiuspark
33175 Bad Lippspringe (Kreis Paderborn)
   

Karte
           

     
Besichtigungsmöglichkeiten


Eine Außenbesichtigung von den umliegenden Straßen und Wegen ist jederzeit möglich. Das Betreten der Burg ist lediglich – soweit bekannt – im Rahmen von Veranstaltungen möglich. Der Burginnenhof steht für  standesamtliche Hochzeiten zur Verfügung. Zudem werden im Burgkeller mittelalterliche Ritteressen angeboten.


Geschichte

In einer Urkunde vom 20.10.1312 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung der Burg Lippspringe als Besitz des Paderborner Domkapitels, das sich im Eigentum der Burg bis ins 18. Jahrhundert befand. Zeitweise residierte das Domkapitel auf der Burg Lippspringe. Eine Ministerialienfamilie von Lippspringe wurde bereits 1235 erstmals urkundlich erwähnt.

Vermutlich wurde die Burg zu Beginn des 14. Jahrhunderts durch das Paderborner Domkapitel auf Betreiben des Domprobst Bernhard zur Lippe errichtet. Zweck der Errichtung der Burg war eine feste Ausweichsmöglichkeit des Domkapitels gegen die selbstbewusste Hauptstadt Paderborn zu schaffen. Außerdem sollte der umfangreiche Grundbesitz in der Gegend geschützt werden. Insoweit bestehen erhebliche Parallelen zu der Geschichte des Schloss Neuhauses. 1257 verlegte der Paderborner Bischof, bedingt durch Streitigkeiten mit der Stadt Paderborn, seinen Wohnsitz auf das Schloss Neuhaus.

Der Bau der Burg wurde dem Domdechanenten Konrad von Diepholz anvertraut, der die Burg aus eigenen Mitteln errichten sollte. Als Gegenleistung sollte er die Erträge der zugehörigen Ländereien und den Zehnten erhalten. Nach seinem frühzeitigem Tod entstand jedoch zwischen seinen Erben und dem Domkapiel ein Streit um die Begleichung der Baurechnungen. Anschließend wurde die Burg an Lubbert von Westphal und danach an seine Söhne verpachtet. Später folgte u.a. die Familie von Haxthausen

Ursprünglich war die Burg von einem Wassergraben umgeben. Er wurde durch das Wasser der unmittelbar neben der Burg entspringen Lippequelle gespeist. Vor- und Hauptburg waren über eine Zugbrücke zu erreichen. Im Zentrum der Burg lag der Bergfried.

1482 wurde eine starke Neubefestigung der Burg mit 2 bis 4 Meter dicken Mauern nach zahlreichen Belagerungen und Beschädigungen in lokalen Fehden vollzogen. So stürmte u.a. 1350 Otto von Waldeck die Burg und brannte sie nieder. Sie wurde jedoch unmittelwar wieder aufgebaut.

Die Burg hatte in ihrer Nord-Süderweiterung, begrenzt durch die Mauer des Lippequellteiches, eine Länge von ca. 44 m. Die West-Ost-Ausdehnung betrug ca. 30 m. Andere Quellen sprechen von Ausmaßen von 40 x 24 Metern.

Während des 30-jährigen Kriegs in der Zeit von 1618 bis 1648 trug die Burg große Beschädigungen davon.

Weitgehende Zerstörung und Aufgabe der Burg folgten während des 7-jährigen Kriegs (1756-1763). Teilweise wurden Gebäude abgerissen.

Das Amtshaus der Burg wurde bis 1785 von einem Amtmann bewohnt. Dann entfernte man das Dach, was schließlich zum Zerfall der Burg führte.

In der Zeit von 1785 bis 1829 folgten weitere Abtragungen der Mauern sowie Zuschüttung der Wassergräben.

1873 wurde die Burg endgültig aufgegeben.

Anschließend wurde der Restbau als Schankwirtschaft, als Waschküche, Eiskeller genutzt.

Von 1906 bis 1907 wurde der Kursaal von Bad Lippspringe auf den Fundamenten des ehemaligen Haupthauses der Burg erbaut.

Im Zweiten Weltkrieg wurde der Keller der Burg zu einem Luftschutzraum umfunktioniert.

Seit 1946 befindet sich der heute noch erhaltene Burgrest im Eigentum der Stadt Bad Lippspringe.

1955/1956 erfolgte ein Umbau zum heute noch erhaltenen Kongresshaus. Die heute noch erhaltenen Ruinen wurden schließlich gesichert.

Heute ist lediglich noch das 1350 auf den Trümmern der zerstörten Burg errichtete ehemalige Amtshaus vorhanden. Ein ehemals angrenzender Eckturm in der Südwestecke ist nicht mehr erhalten.
    


Fotos
            

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