Mallickrodthof - Burgen, Schlösser und Herrensitze in Westfalen-Lippe

Suchen
Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü

Mallickrodthof

Bauwerke > geordnet nach Kreisen > Kreis Paderborn

Adresse

Mallinckrodthof/Oberhaus Borchen Haus Borchen Oberhaus Nordborchen

Mallinckrodtstraße 6
33178 Borchen-Nordborchen (Kreis Paderborn)
Mallinckrodthof.de
  

Karte
           

     
Besichtigungsmöglichkeiten


Eine Außenbesichtigung ist jederzeit möglich. Ferner kann im Rahmen der auf der u.g. Homepage genannten Veranstaltungen das Haus betreten werden. Außerdem befindet sich das
Café Bodemann in dem Haupthaus.


Geschichte

Der Mallinckrodthof, auch das Oberhaus bezeichnet, war ein Allodialgut.
  

Besitzergeschichte

Am 09. Oktober 1430 wurden die Brüder Cord Friedrich und Johan von Oeynhausen von dem Erzbischof Dietrich von Köln belehnt. Zuvor befand sich der Hof als Lehen in den Händen der Familie von Driburg, die jedoch ausstarb.


Am 05. März 1515 teilten die Brüder Arndt, Jürgen, Herbolt und Wulff von Oeynhausen das Erbe ihres Vaters. Das Dorf Nordborchen fiel an Wulff, der damit die Linie Oeynhausen zu Nordborchen begründete.


1644 verkauften Otto Wilhelm von Oeynhausen zu Nordborchen und seine Mutter das Oberhaus ohne Gerechtsame an Christoph von Hörde zu Störmede und Eringerfeld. Er bezog mit seiner Familie den Hof. Mit Otto Wilhelm von Oeynhausen starb am 19. April 1657 die Linie von Oeynhausen zu Nordborchen aus.


Gegen 1684 kaufte Oberst Moritz Wilhelm von Oeynhausen das Oberhaus, ließ es 1686 abreißen, um ein neues Haus zu bauen, wo er auch schließlich seinen Wohnsitz nahm. Er wohnte zuvor in dem lt Unterhaus. Seine Ehefrau Theodora Elisabeth, geb. von Westfalen, übertrug nach seinem Tod das Oberhaus auf den Major Johann Wilhelm von lt Haxthausen-Abbenburg, der mit Barbara Catharina von Westfalen zu Rinteln und Fürstenberg verheiratet war. Nach dem Tod des Ehemanns verkaufte Barbara Catharina am 10. Februar 1749 das Oberhaus an den in Italien geborenen Kaufmann Johann Baptist Bianco aus Paderborn, der das Oberhaus nicht selber bewohnte, sondern es durch einen Verwalter, Conrad Christoph Stöcker, bewirtschaften ließ.


Die Erbtochter, Maria Catharina, brachte das Oberhaus in die am 10. Februar 1754 geschlossene Ehe mit Bartholomäus Wilhelm Aloys Gleseker ein. Durch eine Erbauseinandersetzung ging das Oberhaus 1806 auf die Tochter Maria Elisabeth Gleseker über, die seit 1784 mit Anton Bernhard Philipp Liborius Meyer verheiratet war. Das Ehepaar verkaufte am 05. November 1809 das Oberhaus an den Hofrat Georg Anton von Hartmann. Er war seit dem 20. August 1775 mit Bernhardine von Pein verheiratet. Hartmann war Zentrumspolitiker sowie Landtags- und Reichstagsabgeordneter.


Unter der Familie von Hartmann wurden weitere Zukäufe getätigt. So wurden das Mönchsgut und das Grawengut in Kirchborchen, das Gut Meschede auf Hamborn, das Gut Böddeken bei Wewelsburg sowie weitere Ländereien und Höfe zugekauft. Insgesamt gehörten zu dem Hof über 1.500 Morgen Wald und Ackerland. Vor den Zukäufen waren es lediglich 390 Morgen.


Nach dem Tod des unverheirateten und kinderlosen Regierungsrats Hermann von Hartmann am 04. Dezember 1871, verkaufte seine Mutter Marianne das Oberhaus und die Ländereien an den Regierungsrat Hermann von Mallinckrodt zu Merseburg. Sein Erbe wurde am 06. August 1874 der Landrat Meinulf von Mallinckrodt, der das Gut Hamborn, den Forstbezirk Rengeln, Scharmanns Holz und das Gut Eifersloh an den Freiherrn Carl von Droste-Hülshoff verkaufte. Das Restgut erwarb am 29.07.1899 der Geheimrat Hugo Freiherr von Brackel, der es bereits am 28.09.1901 an die Familie Peters weiterveräußerte. Ewald Peters sah sich aufgrund finanzieller Schwierigkeiten veranlasst Trennstücke an die Nachbarn Franke-Soppen, Menke-Matthiges, Willeke-Dumdierken und ein Nebengebäude mit Garten an die Familie Wirth zu verkaufen.


Am 18.08.1911 erwarb der neugebildeten Schulträger, die Gesellschaft für landwirtschaftliche Frauenbildung das Oberhaus von Hedwig Peters, um eine private wirtschaftliche Frauenschule zu errichten. Zuvor an diverse Nachbarn verkaufte angrenzende Grundstücke wurden teilweise zurückgekauft Am 23.04.1914 wurden die Gebäude des Matthigeshofes von der Witwe Elisabeth Lückehe hinzu erworben. In dem Bauernhaus wurden Klassen- und Wohnräume eingerichtet. Heute befindet sich die sog. Laurentiusscheune in einem der Gebäude.


1942 übernahm der Provinzialverband Westfalen Lippe die Landfrauenschule.


Am 01.04.1961 übernahm der Verein „Landfrauenschule Mallinckrodthof Nordborchen e.V.“ die Trägerschaft. Sie richteten einen neuen Schulpavillon ein, um die steigenden Schülerzahlen unterzubringen. Außerdem wurden die Schule und das Wohnheim umgebaut.


In Teilen des Wohnheims wurden in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts Spätaussiedler untergebracht, da aufgrund der sinkenden Schülerzahlen Kapazitäten freigeworden sind.


Heute befindet sich das Oberhaus im Eigentum der Gemeinde Borchen.

   

Baugeschichte

Von der ehemals großen Hofanlage stehen heute noch das Herrenhaus, das Annetten-Tempelchen, der ehemalige Kuhstall, das ehemalige Brennereihaus, der Felsenkeller und das ehemalige Kutscherhaus mit Schmiede, das sich heute im Besitz der Familie Wirth befindet.


Das zweigeschossige Haupthaus ist von einer mit Bruchsteinmauern eingefassten Gräfte umgeben. Es wurde 1686 aus Fachwerk auf den Resten der Vorgängerbauten, die vermutlich von den Herren von Driburg stammten, für den Oberst Moritz von Oeynhausen errichtet. Es misst 19 x 12 Meter. Auf der Rückseite befand sich ein Anbau von 6 x 6 Metern, der bis an die Gräfte heranreichte, bis er schließlich 1878 für Freiin Thekla von Mallinckrodt über die Gräfte erweitert wurde und zudem ein Treppenturm in der Mitte des südlichen Endes des Anbaus angegliedert wurde. Im Zuge der Bauarbeiten wurde zudem die Freitreppe an der Frontseite angegliedert. Ferner wurde vermutlich der Park südlich des Herrenhauses angelegt. Damit erhielt das Haus im Wesentlichen seine heutige äußere Gestalt.


Vermutlich existierte das 1686 abgerissene Herrenhaus bereits bei der ersten urkundlichen Erwähnung als Nortburgnon im Jahre 1015. Da das Wort Nortburgnon das Wort Burg beinhaltet, ist es sehr wahrscheinlich, dass damit das alte Oberhaus bezeichnet wurde.


Nachdem die Gesellschaft für landwirtschaftliche Frauenbildung den Mallickrodthof 1911 erworben hat, ließ sie ihn für Schulzwecke umbauen. Ferner wurden Wohnmöglichkeiten geschaffen. Im Herrenhaus waren die Lehrküche, der Speisesaal, die Schlafräume und die Verwaltung der Schule untergebracht. Die Schule wurde im Juli 2004 geschlossen.


Seit dem 01.04.2005 befindet sich der Mallickrodthof im Eigentum der Gemeinde Borchen.


Heute befindet sich ein Café in dem Herrenhaus. Zudem wird es für kulturelle Veranstaltungen und dergleichen genutzt. Außerdem haben unterschiedliche Vereine ihre Geschäftsstellen in dem Hof.


Innerhalb der Gräftenrings, an der nordöstlichen Ecke, befindet sich das sog. Annetten-Tempelchen. Es handelt sich dabei um ein turmartiges Gartenhäuschen, in der sich Annette von Droste-Hülshof gerne aufgehalten hat, wenn sie die Familie von Hartmann besuchte.
Der ehemalige Fachwerkkuhstall, östlich des Annetten Tempelchen außerhalb der Gräfte, hat die Maße 7,3 x 26,5 Meter. Das Gebäude besteht aus Bruchstein sowie Fachwerk; versehen ist es mit einem Krüppelwalmdach. Es wurde später als Hausmeisterwohnung und Abstellraum genutzt. Zudem existieren noch weitere ehemalige Wirtschaftsgebäude, die aber eher von untergeordneter Bedeutung sind. Andere Teile der alten Gebäude existieren heute nicht mehr. So wurde beispielsweise eine Scheune 1945 bei der Einnahme durch die Amerikaner getroffen und brannte nieder.


Vor kurzer Zeit wurde östlich des Hofes ein Altenheim errichtet.

          

Weiterführende Informationen

Gaerten-in-Westfalen.de

 

Fotos
           

Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü