Schloss Merlsheim - Burgen, Schlösser und Herrensitze in Westfalen-Lippe

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Schloss Merlsheim

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Adresse

Schloss Merlsheim
Mühlengrund 9
33039 Nieheim-Merlsheim (Kreis Höxter)
 

Karte
       

     
Besichtigungsmöglichkeiten


Das Schloss befindet sich in Privateigentum und ist nicht öffentlich zugänglich.
 

Geschichte

Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ratsherr Johann von Merlhossen (=Merlsheim) als Zeuge in einer Urkunde des Benediktiner-Klosters Marienmünster anlässlich einer Güterübertragung am 24. Februar 1292. Merlsheim wur Burgsitz des gleichnamigen Rittergeschlechts. Merlsheim lag in einem Gebiet, um das sich der Paderborner Bischof und die Herren von Lipppe stritten.

Um 1390 wird die Familie von Oeynhausen mit Landbesitz in Merlsheim durch den Paderborner Bischof belehnt.

Um 1420 erhielt Sievert von Oeynhausen bei einer Erbteilung das Dorf Melrsheim mir allen Rechten und Pflichten vom Paderborner Bischof. Er übernahm zudem die Verpflichtung beim Dorf eine Burg zu errichten. Es entstand eine Burganlage, die im 16. Jahrhundert nach Süden, Osten und Westen im Stile der Weserrenaissance erweitert wurde. Zudem wurde ein Turm mit Treppenhaus an der Nordseite angebaut. Von der ursprünglichen Wasserburg sind heute noch im Südflügel der heutigen Anlage Kellergewölbe und Außenmauern erhalten. Die Anlage war von einer doppelten Gräfte umgeben. Heute ist nur noch ein Teil der äußeren Gräfte erhalten.

1517 gelang Merlsheim durch Erbgang an den Braunschweigischen Ritter Henrich (Henriechen) von Rengershausen. Seine Tochter heiratete einem von Oeynhausen. Damit fiel der Besitz wieder an einen Zweig der Familie von Oeynhausen. Dieser Zweig erlosch 1632 im Mannesstamme. Das Lehen fiel an den Bischof von Paderborn zurück, der Merlsheim zunächst durch einen Verwalter bewirtschaften ließ. Der Verwalter fiel bei einen Gefecht während des Dreißigjährigen Kriegs, nachdem die Schweden 1630 das Hochstift Paderborn eingenommen haben.

Henrich von Hoyqueslot, Lieutenant des Königs Gustaf Adolph von Schweden, heiratet die Schwester Margarethe Elisabeth des letzten Oeynhausen zu Merlsheim, Burchard Hieronimus, und setzt sich in den Besitz des Lehens.

1652 belehnte Bischof Adolf von der Reck den Dekan des Paderborner Doms und Domherr zu Münster, Kasper Philipp von Ketteler. Er ließ das Schloss unter Beihaltung der alten Teile ausbauen. 1667 ließ er eine Tordurchfahrt, das sog. Toskanische Tor errichten. An der Nordfront des Treppenhauses wurde ein weiterer Flügel angebaut.

1771 erfolgte die Errichtung des Stallgebäudes im Westen der Anlage.

1780 geriet die Familie von Ketteler in finanzielle Schwierigkeiten, was letztlich zum Verlust des Lehens führte.

1783 erhielt Friedrich Christian von Oeynhausen aus dem Hause Sudheim das Lehen. Er geriet 1810 in Konkurs.

Anschließend folgten zahlreiche Besitzerwechsel: Gerhard von Heymann, General Lambert von Bock und ab 1834 Georg Frankenberg und seine Geschwister. Das Schloss hat in der Zwischenzeit seine Lehnseigenschaft verloren und wurde freier Grundbesitz.

1845 erstand das Schloss Merlsheim meistbietend der Freiherr Josef von Hövel vom Hause Herbeck bei Hagen. Sein Nachfolger August Freiherr von Hövel, setzte seine Nichte Eleonore von und zur Mühlen, geborene Freiin von Hövel als Erbin ein. Seit 1920 bewohnt die Familie von und zur Mühlen, aus Münster kommend, das Schloss. Das Schloss befindet sich auch noch heute in der Familie von und zur Mühlen. Heutige Eigentümerin ist Clarissa von und zur Mühlen, die das Schloss nach dem Tod ihres Vaters, Martin Werner von und zur Mühlen im Jahre 1996, erbte.

Der Treppenturm mit historisierendem Giebel an der Hofseite des Ostflügels wurde 1920 erbaut.

Die Ökonomiegebäude des Wirtschaftshofes wurden überwiegend im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert erbaut.

Heute wird das Schloss nebst Wirtschaftsgebäuden land- und forstwirtschaftlich genutzt.
 

Fotos
          

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