Schloss Neuhaus - Burgen, Schlösser und Herrensitze in Westfalen-Lippe

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Schloss Neuhaus

Bauwerke > geordnet nach Kreisen > Kreis Paderborn

Adresse

Schloss Neuhaus
Residenzstraße 2
33104 Paderborn-Schloß Neuhaus (Kreis Paderborn)
Schlosspark-Paderborn.de
Marstall-Paderborn.de
      
  

Karte
   


Besichtigungsmöglichkeiten
    
Eine Außenbesichtigung des Barockgartens ist jederzeit möglich. Ferner befindet sich im Marstall sowie auch im Schloss ein Museum. Während der Öffnungszeiten des Museums kann der Innenhof betreten werden.
  

Ausstellung im Schloss zur Baugeschichte des Schlosses (Remter):

 

Öffnungszeiten vom 01. Mai bis zum 03. Oktober:

 

- Dienstag bis Freitag:  
- Samstag und Sonntag:

13.00 Uhr bis 18.00 Uhr
10.00 Uhr bis 18.00 Uhr

 

Öffnungszeiten vom 04. Oktober bis 30. April:

 

- Samstags:
- Sonntags:

13.00 Uhr bis 18.00 Uhr
10.00 bis 18.00 Uhr

 

Zudem besteht die Möglichkeit Termine zu vereinbaren.

Historisches Museum im Marstall:
Dienstag bis Sonntag: 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr
  

Geschichte
   
Ein Hof zu  Neuhaus wurde bereits 1036 urkundlich erwähnt worden. Zu dieser Zeit schenke der Paderborner Bischof Meinwerk dem Busdorfstift zu Paderborn den Kirchenzehnten des Hof zu Nyenhus.

Bischof Simon I. zur Lippe (1247-1277) erhielt 1257 von Pabst Alexander IV. für das Bistum Paderborn das Recht Burgen anzulegen und zu befestigen. Bereits 1257 ließ er ein festes Haus in Nauhaus anlegen.

1274 geriet Bischof Simon I. zur Lippe mit den Bürgern der Stadt Paderborn in solche Konflikte, dass er sich gezwungen sah, Aufenthalt in Neuhaus zu nehmen. Dies führte dazu die bischöfliche Residenz endgültig nach Neuhaus zu verlegen.

Auch während der Amtszeit seines  Nachfolgers Otto von Rietberg (1277-1307) zogen sich die Konflikte hin. Während seiner Amtszeit zogen die Paderborner nach Neuhaus, überwältigten die Burgbesatzung und brannten das Schloss nieder und zerstörten die Befestigungsanlage. Ähnliches versuchten die Paderborner unter der Regentschaft Bernhards V. von Lippe (1321-1341). Allerdings scheiterte dieser Versuch an dem Widerstand der Ritter und Söldner.

Bischof Heinrich III. von Spiegel zum Desenberg (1361-1380) machte Schloss Neuhaus zur ständigen Bischofsresidenz der Bischöfe von Paderborn, die bis zur Säkularisierung anhielt.

Das heute noch erhaltene Schloss wurde in verschiedenen Bauphasen erbaut. Die erste Bauphase erfolgte um 1370, eine weitere um 1525 bis 1560 und schließlich um 1590.

Die ältesten Teile des Schlosses stammen aus der Zeit um 1370. Bischof Heinrich III. von Spiegel ließ einen Neubau anlegen. Es entstand ein massives Schloss, das mit Wällen und Gräften befestigt wurde. Dieses Haus wird auch als das Hohe Haus bezeichnet. Es entstand ein dreigeschossiger, rechteckiger Bau, der durch seine starken Mauern einem Wohnturm – ähnlich der Burgen Beverungen und Lichenau – glich.

Der Bischof Erich von Braunschweig-Grubenhagen ließ durch den Tübinger Baumeister Jörg Unkair den Südflügel nebst dem Treppenhaus im Südwesten in der Zeit von 1525 bis 1526 anbauen. Es handelt sich dabei um einen langgestreckten zweigeschossigen Baukörper mit Satteldach und 5 Zwerchhäusern. Unkair baute auch die Schelenburg (1528-1532), das Schloss Stadthagen (um 1534-1528), das Schloss Petershagen (1544-1547) und das Schloss Detmold (1548-1553). Er führte die regelmäßige Vierflügelanlage in Westfalen ein.

Nach dem Tod des Bischofs Erich von Braunschweig-Grubenhagen wählte das Domkapitel den Kölner Erzbischof Hermann von Wied zum Bischof von Paderborn. Er ließ den Spiegelschen Bau mit dem Bau des Bischofs Erich von Braunschweig-Grubenhagen verbinden, so dass sich das Schloss als rechtwinkelige Anlage darstellte. Dieser um 1540 erbaute Flügel wurde der Kölnische Flügel genannt.

Der Bischof Remberg von Kerssenbrocks (1547-1568) ließ den nordöstlichen Längsflügel ebenfalls durch den Baumeister Jörg Unkair erbauen. Diese Arbeiten wurden um 1560 fertig gestellt.

Erst unter Bischof Dietrich IV. von Fürstenberg erfolgte ab 1585 die bereits von Unkair geplante Vollendung zur Vierflügelanlage durch den Bau des Nordflügels im Jahre 1591 durch zwei anonyme Bildhauer. Im Zuge der Arbeiten entstanden auch die vier  runden Pavillonecktürme, sowie das nordwestliche und nordöstliche Turmportal. Ferner wurde das Schloss im Stil der Weserrenaissance umgestaltet. Ohne die Ecktürme misst das Schloss die Maße von 72 x 48 Metern. Zur Vereinheitlichung des Gesamtbaus wurden die Fassaden der bereits bestehenden Flügel mit dem streng geometrischen Dekorationssystem des Nordflügels aus Lisenen und verkröpften Gesimsen versehen. Schließlich ließ der Fürstbischof die neu errichteten Bauten mit reich verzierten Zwerchhäusern schmücken. Bischof Dietrich IV. von Fürstenberg ließ u.a. auch das Jesuitenkolleg, das Rathaus in Paderborn sowie die Wewelsburg erbauen.
 

Fürstbischof Clemens August von Wittelsbach (1719-1761), der bereits mit 19 Jahren zum Bischof von Paderborn ernannt wurde, ließ die Anlage durch den Baumeister Franz Christoph Nagel von 1730 bis 1736 barockisieren. Im Inneren des Schlosses entstanden prachtvolle barocke Räume. Zudem erhielt der Nordflügel eine barocke Tordurchfahrt, die an die Stelle einer Fensterache gesetzt wurde. Außerdem wurde ein Balkon über der Tordurchfahrt erbaut. Fürstbischof Clemens August von Wittelsbach ließ zudem u.a. das Schloss Augustusburg in Brühl bei Köln errichten.

Clemens August von Wittelsbach ließ außerdem den Marstall von 1729 bis 1732 und das neue Wachhaus durch den Baumeister Franz Christoph Nagel errichten. Der Marstall besteht aus zwei Seitenbauten, die durch schmale Remisen und Ställe zu einer halbkreisförmigen Hofanlage verbunden sind. Der Marstall gilt als das erste größere gesicherte Werk Nagels. Er bot Platz für mehr als 100 Pferde. 1733 wurde der Innenausbau des Marstalls durch Nagel abgeschlossen.

Die beiden barocken Steinbrücken sind 1733 erneuert bzw. neu gebaut worde. Die Fertigstellung erfolgte jedoch erst Ende des 18. Jahrhunderts unter dem Bischof Wilhelm Anton von Asseburg.

Das Innere des Schlosses wurde in den 1750er Jahren erneuert und mit Stuckaturen und Wandvertäfelungen versehen.

Clemens August von Bayern beauftragte den Gärtner Hatzel aus Wien mit der Anlegung des Barockgartens. Vermutlich handelt es sich hierbei um Joseph Hätzl, der 1748 als Hofgärtnerin Schönbrunn eingestellt wurde.

Im Siebenjährigen Krieg (1756-1763) wurde das Schloss schwer durch Kanonen getroffen.

Nach der Säkularisation im Jahre 1802 fiel Schloss Neuhaus an Preußen, die es lange Zeit zweckentfremdet als Zuchthaus (1810 bis 1813) und Garnison für diverse Kavallerieeinheiten (1820 bis 1945) verwendeten. Zuvor wurde es u.a auch als Feldlazarett, Tuchfabrik und Kornlager genutzt.

Heute ist die Vierflügelanlage einheitlich zweigeschossig, nachdem 1883 das bis dahin erhaltene zweite Obergeschoss des mittelalterlichen Bauteils des Hauses Spiegel abgebrochen wurde.

1881/1882 wurden die letzten großen Umbauarbeiten im Haus Braunschweig durch den Dombaumeister Arnold Güldenpfenning vorgenommen. Dabei wurden Neorenaissance-Paneelen und –Decken eingebaut. Die Decke in dem Fürstlichen Speisezimmer wurde durch eine schwere Neorenaissance-Kassettendecke ersetzt. In der umlaufenden Voute wurden die Wappen der Offiziere des in dem Schloss kasernierten 8. Husarenregiments angebracht.

Das ursprüngliche Turmhaus im Westteil wurde nach mehrmaligem Umbau 1883 zur Harmonisierung der Gesamtanlage auf die Höhe der anderen Flügel abgetragen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Schloss als Militärverwaltung der besetzenden Engländer genutzt, bis es 1964 an die Gemeinde Schloß Neuhaus überging.

Seit 1967 wird das Schloss nach Umbauarbeiten als Realschule genutzt.

Für die Landesgartenschau im Jahre 1994 wurden die Nebengebäude und der Barockgarten nach den alten Plänen restauriert.

Das Hauptschloss wurde ebenfalls gegen Mitte 2007 renoviert.

Das Schloss gilt heute als das älteste noch bestehende Vierflügelschloss der Renaissance und zudem als eines der bedeutendsten Schlösser der Weserrenaissance.

Das ehemalige fürstliche Speisezimmer ist heute die sog. gute Stube der Stadt Paderborn.
     

Weiterführende Informationen

Gaerten-in-Westfalen.de

 

Fotos
         

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