Schloss Nordkirchen - Burgen, Schlösser und Herrensitze in Westfalen-Lippe

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Schloss Nordkirchen

Bauwerke > geordnet nach Kreisen > Kreis Coesfeld

Adresse
 
Schloss Nordkirchen
Schloss 1
59394 Nordkirchen (Kreis Coesfeld)
Schloss.Nordkirchen.net
Schloss-Nordkirchen.de
   

Karte
   


Besichtigungsmöglichkeiten  
 

Innenbesichtigung/Schlossführungen
Teile des Inneren des Schlosses können im Rahmen einer Führung besichtigt werden.
Führungszeiten:  

 

nach Voranmeldung täglich:  
09.00 Uhr bis 18.00 Uhr

 

ohne Voranmeldung sonntags:  

 

Mai bis September:
Oktober bis April:

11.00 Uhr bis 17.00 Uhr (stündlich)
14.00 Uhr bis 16.00 Uhr (stündlich)

Gartenführungen
Gartenführungen finden nach Voranmeldung statt.

Hochzeit
Es besteht die Möglichkeit in der Schlosskapelle kirchlich zu heiraten, wobei ein Pfarrer extra besorgt werden müsste. Zudem kann man sich standesamtlich im Hochzeitstürmchen trauen lassen. Das Standesamt Nordkirchen bietet Trauungen rund um die Uhr an.
Kontakadresse:
Standesamt Nordkirchen
Rathaus
Bohlenstrasse 2
59394 Nordkirchen
Tel.: 02596/917-133 oder -132

Außenbesichtigung
Eine Außenbesichtigung ist jederzeit möglich.

Schlossrestaurant  
Im Kellergschoss der Haupthauses befindet sich das Schlossrestaurant.
Homepage: Lauter-Nordkirchen.de

Schlosskonzerte
Ferner werden Schlosskonzerte angeboten.
Homepage: Schlosskonzerte.Nordkirchen.de

Schlosspark
Der Schlosspark mit seinen zahlreichen Statuen ist frei zugänglich.

Sonstiges
Heute ist Schloss Nordkirchen Sitz der Fachhochschule für Finanzen des Landes NRW.
  

Geschichte

Das alte Schloss Nordkirchen befand sich im Besitz der Herren von Morrien, die es seit dem 13. Jahrhundert vom Kloster Werden gepachtet hatten. Zur Sicherung des Besitzes ließ Johann III. von Morrien 1398 eine neue Burg errichten, welche die Familie von Morrien bis 1691 bewohnte. Die Herren von Morrien waren Erbmarschälle des Fürstbistums Münster. Die Burg war eine der am besten gesichersten und größten Wasserburgen Westfalens. Die alte Burg bestand aus zwei parallelen Flügeln mit einer Vorburg, die durch einen rechteckigen Ringwall zusammengefasst wurde. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts wurde um die Wasseranlage herum hohe Erdwälle aufgeschüttet und an den vier Ecken jeweils ein wehrhafter Geschützturm gegen die aufkommenden Feuerwaffen errichtet. Jeder diese Geschütztürme wies einen Durchmesser von ca. 24 Meter auf.

1691 starb die Nordkirchener Linie der Familie von Morrien aus.

Am 24. Oktober 1694 erwarb der Fürstbischof von Münster, Friedrich Christian von Plettenberg-Lenhausen, den gesamten Besitz Nordkirchen nebst angrenzenden Ländereien, Gerichtsbarkeiten und dem Dorf Nordkirchen. Die alte Burg genügte nicht mehr dem Repräsentationsbedürfnis des Bischofs, so dass er sie abreißen ließ. Außerdem wurde das Dorf Nordkirchen kurzerhand dem Erdboden gleich gemacht und etwa 500 m nördlich neu angelegt. Von 1703 bis 1734 ließ er bzw. seine Erben an der Stelle der alten Burg die neue, heute noch erhaltene, barocke Wasserschlossanlage errichten. Es handelt sich dabei um einen Fideikommiss der Familie von Plettenberg-Lehnhausen. Die Entwürfe schuf Gottfried Laurenz Pictorius.

Die Bauherren waren der Fürstbischof Friedrich Christian von Plettenberg-Lenhausen, nach dessen Tod 1706 sein Bruder und 1712 sein Neffe, der zweiundzwanzigjähriger Wilhelm Ferdinand Graf von Plettenberg. Im selben Jahr heiratete er
Bernhardine Felicitas von Westerholt zu Lembeck.

Das neue Schloss wurde exakt an der Stelle der alten Burganlage errichtet. Die rechteckige Insel ist über drei Brücken zugänglich. Die hufeisenförmige Dreiflügelanlage ist streng symmetrisch nach niederländisch-klassischem Vorbild angeordnet. Sie öffnet sich nach Süden. Das Haupthaus wird von den stufenförmig versetzen Nebengebäude flankiert. Vorbild der Anlage waren barocke Schlossbauten in Frankreich; insbesondere Versailles. Deshalb wird Schloss Nordkirchen auch das "Westfälische Versailles" genannt.

An den vier Ecken der Anlage befindet sich je ein Pavillonturm. Sämtliche Gebäude sind aus roten Ziegelsteinen und gelb-weißen Sandstein errichtet worden.

Die Architekten des Schlosses waren Gottfried Laurenz Pictorius, der auch den Entwurf des Schlosses entwickelte, und ab 1706 Peter Pictorius der Jüngere. Sie stellten ca. 80 Prozent der Anlage fertig. Die restlichen 20 Prozent stellte ab 1727 Johann Conrad Schlaun fertig. Schlaun lieferte vor allem die Pläne für die Gartenanlage, für das Nebenschloss Oranienburg sowie die Innenausschmückung der Wohnräume.

Das Innere des Herrenhauses ist teilweise mit prächtigem Interieur aus dem 18. Jahrhundert versehen. Die Räume sind außerdem mit geschnitzten Eichenvertäfelungen bestückt, sowie marmorierten Wandsäulen und Stuckdecken mit Gemälden von Johann Martin Pictorius.

1833 heiratete die letzte Tochter der Familie von Plettenberg den österreichisch-ungarischen Grafen Nikolaus Franz von Esterházy-Galantha, die Schloss Nordkirchen mit in diese Verbindung einbrachte. Der Zweig der Familie nannte sich ab 1834 von Esterházy-Plettenberg. 1897 starb dieser Zweig mit dem Sohn Franz Nikolaus Josef aus. Er blieb unverheiratet und ohne Kinder. Daraufhin viel Schloss Nordkirchen an die entfernte österreichisch-ungarische Verwandschaft.

1903 kaufte der Herzog Engelbert Maria von Arenberg das Schloss nebst Gütern und Inventar. Es wurde mit einer neuen Gartenplanung begonnen, die dem Pariser Gartenarchitekten Achille Duchêne anvertraut wurde. Er war Spezialist für die Anlage von Barockgärten. Zudem wurde das Schloss umfangreich restauriert, da die Anlage völlig verfallen war. So wurde 1911 die Kapelle und das Kavalierhaus miteinander verbunden. Außerdem wurde die im Norden liegende Venusinsel seit 1911 mit alten und neu an geschafften Barockfiguren sowie durch ein Gartenparterre verziert ist.
Nach dem Zweiten Weltkrieg, im Jahr 1949, mietete das Land Nordrhein-Westfalen das Schloss an, um dort die Landesfinanzschule unterzubringen. 1958 erwarb das Land das Schloss. Es wurden umfangreiche Restaurierungs- und Umbauarbeiten durchgeführt. Östlich des Schlosses wurde ein Mensagebäude errichtet sowie eine Schwimm- und Sporthalle im nördlichen Waldstück. Der westliche Park mit der Oranienburg und der Orangerie blieben im Besitz des Herzogs von Arenberg.

Die Renovierungsmaßnahmen sind heute immer noch nicht abgeschlossen. Die weiteren Maßnahmen hängen im Wesentlichen von der Haushaltslage des Landes NRW ab. Ferner existieren Pläne die noch nicht wieder hergestellte Parkanlage zwischen Schloss und Orangerie nach alten Plänen wiederherzustellen. Auch dies wird erst dann realisiert werden, wenn sich die Haushaltslage gebessert hat.

Die Decken sind mit kostbarem Stuck versehen. Teilweise sind die Verziehrungen übermalt worden. Der ursprüngliche Stuck ist noch nicht gänzlich wiederhergestellt. Auch dieses Vorhaben wird in ferner Zukunft realisiert werden.

Schloss Nordkirchen ist die größte und bedeutendste Wasserschlossanlage in Nordrhein-Westfalen. Die Anlage befindet sich in einem über 170 Hektar großen Park, wobei ca. 20 Hektar davon Wasserfläche darstellen.

1988 wurde die Venusinsel hinter dem Schloss nach den Plänen des französischen Gartenarchitekten Achille Duchêne wiederhergestellt.

Die historische Nord-Süd-Achse ist leider nicht mehr unbeschadet erhalten. Insbesondere sind mittlerweile Wohnhäuser in dieser Schneise errichtet worden.

Die UNESCO hat Schloss Nordkirchen unter Schutz gestellt.

Fotos
   

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