Schloss Raesfeld - Burgen, Schlösser und Herrensitze in Westfalen-Lippe

Suchen
Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü

Schloss Raesfeld

Bauwerke > geordnet nach Kreisen > Kreis Borken

Adresse

Schloss Raesfeld
Freiheit 27
46348 Raesfeld (Kreis Borken)
  

Karte
   


   
Besichtigungsmöglichkeiten  

  

Außenbesichtigung
Eine Außenbesichtigung ist jederzeit möglich.

Innenhofbesichtigung
Eine Innenhofbesichtigung ist ebenso möglich.

Innenbesichtigung
Eine Innenbesichtigung ist nicht möglich. Die Gebäude werden von der Kreishandwerkerschaft verwendet. Das Schlossrestaurant darf betreten werden. Ebenso die Remise, da sie Geschäfte beherbergt.  
  

Geschichte
  

Besitzergeschichte
   
1170 gründete Rabodo von dem Berge (de Monte) den Haupthof Raesfeld (Rabodinchof).

1259 kaufte Ritter Simon von Gemen den Haupthof Raesfeld von Adam von dem Berge. Ritter Simon erbaute eine neue Burg und nannte sich fortan von Rasfelde. Die Herren von Rasfelde konnten ihre Macht sowie die Burg erweitern. Der heutige Nordflügel stammt größtenteils aus dem 15. Jahrhundert. Er wurde zur Erweiterung des alten Turmhauses angefügt.

Nach dem Tod des letzten Herrn von Rasfelde 1559 entstand ein mehrjähriger Streit um die Erbschaft, die schließlich zugunsten des Hofmarschalls der Bistums Münster und Drosten zu Beverungen und im Emsland Hermann IV. von Velen ausging. Dessen Sohn Alexander I. übernahm Raesfeld 1576 durch Erbschaft. Er war kaiserlicher Oberst und er erwarb im Krieg und durch Salzhandel großen Reichtum. 1628 erhielt er vom Kaiser die Reichsunmittelbarkeit für Raesfeld und zudem wurde er in den erblichen Freiherrenstand erhoben.

1597 brannte die Burg ab. Der münsterische Statthalter und Hofmarschall des Fürstbischofs, Alexander I., ließ daraufhin ab 1602 ein neues Giebelhaus und den Rundturm an der Nordecke durch den Meister Heinrich von Borken bauen.

Alexander II. von Velen, der Sohn Alexanders I., gelang durch den Dreißigjährigen Krieg und seine Geschäftstätigkeit zu noch beträchtlichem Reichtum als sein Vater. 1630 trat er dessen Erbe an. 1642 wurde er in den Reichsgrafenstand erhoben. Sein Reichtum ermöglichte es ihm 1643 dem Kapuzinermönch Michael von Gent einen Auftrag zum Schlossneubau zu erteilen, nachdem das Schloss durch die Hessen zerstört wurde. Die Bauarbeiten dauerten von 1643 bis 1658 und endeten mit der Fertigstellung der Schlosskapelle auf der Freiheit. Es entstand ein in sich geschlossener Gebäudekomplex, unter Einbeziehung des bereits vorhandenen Nordflügels, einem Westflügel mit großem Turm, einer niedrigen Südgalerie und einem Torflügel im Osten. Weder der Torflügel noch die Galerie sind heute noch vorhanden.

1675 beerbte Gottfried Otto seinen Vater Alexander II. von Velen. Er brachte das gesamte geerbte Vermögen durch. Dies führte dazu, dass Raesfeld lange Zeit unbewohnt blieb.

1733 starb mit Alexander V. von Velen, Erbmarschall von Flandern, das Geschlecht aus. Die Raesfelder Besitzungen fielen aufgrund einer testamentarischen Verfügung an die auf der Burg Gemen ansässigen Grafen von Limburg-Styrum.

Die
Burg Gemen und das Schloss Raesfeld gingen 1822 durch Kauf an den Reichsfreiherren Ignatz von Landsberg-Velen über, nachdem sich Burg Gemen und das Schloss Raesfeld kurzzeitig im Eigentum des Reichsfreiherren von Bömmelberg zu Gerolsheim in Schwaben befunden haben. Das Schloss blieb jedoch unbewohnt und diente bis 1914 als Kornspeicher.

1918 wurden im Schloss aus dem Ersten Weltkrieg zurückkommenden Truppen untergebracht.

1920 während der Ruhrkämpfe gegen den Spartakusbund wurden ebenfalls Truppen einquartiert.

1922 begann Graf Max von Landsberg mit der Restaurierung der verfallenen Gebäude.

Ab 1943 befindet sich die Vorburg im Besitz der Familie Albersmeier.

Bis 1950 wurden in dem Schloss vier Notklassen der Raesfelder Volksschule untergebracht.

In der Hauptburg befindet sich der Handwerkerverein Raesfeld, der sie mit der Unterstützung der Handwerkskammer Münster seit 1950 großzügig instand setzen ließ. Seit 1983 ist zudem die Nutzung auf die Vorburggebäude ausgeweitet worden. Außerdem befinden sich heute in der Remise diverse Geschäfte.
  

Baugeschichte

Das Schloss Raesfeld besteht insgesamt aus vier Teilen: Der Hauptburg, der Vorburg, der Freiheit mit der Schlosskapelle und dem Park.

Haupt- und Vorburg sind jeweils von einer Gräfte umgeben. Der Graben, der die Freiheit umgab, ist zugeschüttet worden.

Von den ursprünglichen vier Flügeln der Hauptburg ist nur noch das alte Haupthaus und der neuere Westflügel aus dem Jahr 1648 mit dem Hauptturm vorhanden. Der Hauptturm (Teleskopturm) ist ein sechsstöckiger, 50 Meter langer und mit einer Zwiebelhaube versehener Turm. Umstritten ist, ob er ein Fernrohr symbolisieren soll.

An der Südostecke des langen Vorburggebäudes befindet sich der fünfgeschossige Sterndeuterturm. Auf ihm soll Alexander II. von Velen astrologische und alchimistische Studien betrieben haben. An der Nordostecke der Vorburg schließt sich in einem rechten Winkel das einstöckige Bauhaus an. Die Gebäude sind zwischen 1643 und 1648 errichtet worden. Die Remise hingegen wurde erst 1923 gebaut.

Auf der Freiheit befindet sich die zweitürmige Burgkapelle.
  

Weiterführende Informationen
       

Restaurant-Schloss-Raesfeld.de

Gaerten-in-Westfalen.de

Akademie-des-Handwerks.de

 

Fotos
    

Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü