Schloss Rheder - Burgen, Schlösser und Herrensitze in Westfalen-Lippe

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Schloss Rheder

Bauwerke > geordnet nach Kreisen > Kreis Hoexter

Adresse

Schloss Rheder
Nethetalstraße 10
33034 Brakel-Rheder (Kreis Höxter)
Schlossbrauerei-Rheder.de
Husarenmuseum.de
 

Karte
       

 

Geschichte

1384 starben die Ritter von Brakel, die im Nethetal ausgedehnte Besitzungen hatten, aus. Rheder fiel an den Paderborner Bischof, der Rheder der Familie von Mengersen zum Lehen gab. Die Familie wird im Kreis Höxter erstmalig im 13. Jahrhundert erwähnt. Sie stammt aus Brakel bzw. aus der unmittelbaren Umgebung. Die Familie ließ um 1400 in einem Waldstück oberhalb der Ortschaft Rheder eine Burg bauen. Sie bestand bis 1646, als sie durch die Schweden im Dreißigjährigen Krieg geschleift wurde. 1638 ließ Christian Falcko Freiherr von Mengersen, seit 1660 mit Magdalene von Donop aus dem Hause Wöbbel verheiratet, mehrere Burghäuser innerhalb der Gemeinde Rheder entlang des Netheflusses errichten.

1716 beauftragte Burchardus Bruno von Mengersen, erster Minister der Paderborner Bischofs, Lambert Friedrich von Corfey, Gottfried Laurenz Pictorius und Johann Conrad Schlaun die heute noch erhaltene zweigeschossige hufeisenförmige Vorburg zu errichten. Die Straßenfront hat eine Länge von 130 m. An den Außenseiten befindet sich jeweils ein achteckiger Pavillon mit Eckquadern. Ursprünglich war die Vorburg als Vierflügelanlage geplant; ausgeführt wurden jedoch lediglich Drei.

Franz Joseph von Mengersen und seine Gattin Sohie-Antoinette von Spiegel zum Desenberg ließen 1750 den heute noch erhaltenen barocken Schlossbau errichten. Der maßgebliche Architekt ist nicht überliefert. Allerdings gibt es Vermutungen, dass es sich hierbei um den Architekten handelt, der Schloss Hinnenburg die barocke Prägung gab und zudem Schloss Schwarzenraben erbaute. Andere Quellen sehen in der Ausführung Indizien für eine Arbeit Schlauns. Das Schloss ist ein einfacher zweigeschossiger Bau mit 2 kleinen Seitenflügeln, hohem Walmdach und Dachgauben. An der Vorder- und Rückseite befindet sich jeweils ein Mittelrisalit. An den südlichen Flügel gliedert sich die Orangerie an.

Nach den napoleonischen Kriegen wurde Friedrich Bruno von Mengersen im Jahre 1816 für seine Verdienste in den Freiheitskriegen durch den preußischen König Friedrich Wilhelm III. in den erblichen Grafenstand erhoben.

Graf Josef Bruno von Mengersen, Hofmarschall der Ehefrau von König Jérôme Bonaparte, verheiratet mit Gräfin Charlotte zu Münster, auch bekannt als Dichtergraf des Nethegaues, legte u.a. den heute unter Naturschutz stehenden Park Sieseberg hinter dem Schloss an. Mit ihm starb schließlich 1873 die Familie von Mengersen im Mannesstamm aus. Nach dem Tod seiner Ehefrau, Gräfin Charlotte im Jahre 1873 ging Rheder gem. testamtentarischer Verfügung an den Enkelsohn, Adolf Freiherr von und zu Peckelsheim aus Helmern.

Die Ehe zwischen Adolf Freiherr Spiegel (1895-1976) und seiner Ehefrau Paula Benend geb. Köster (1900-1979) blieb kinderlos, so dass die Eheleute ihren Großneffen Elmar Freiherr von Amelunxen adoptierten. Er trägt den Namen Freiherr von Spiegel von und zu Peckelsheim-Amelunxen, ist 1939 geboren und seit 1982 mit Gabriele Wehofsich aus Überlingen am Bodensee verheiratet. Seit 1982 lebt das Ehepaar auf dem Schloss.

Am 02.07.1686 erhielt Christian Falcko Freiherr von Mengersen von dem damaligen Fürstbischof von Paderborn als Belohnung für den Übertritt vom Protestantismus zum katholischen Glauben das Recht in Rheder Bier zu brauen und auszuschenken. Sein Großvater Cord V. von Mengersen (1576-1613) verließ zuvor den katholischen Glauben. Auch noch heute werden Teile der Vorburggebäude zum Bierbrauen benutzt.

Auf der Rückseite des Schlosses befindet sich ein ca. 10 ha großer Park, der als englischer Garten ausgestaltet ist. Er steht seit 1949 unter Naturschutz.

West-südwestlich des Schlosses befindet sich die 1710 für Burkhard Bruno von Mengersen erbaute Schlossmühle.

Die Gräften, die die Anlage umgeben haben, sind heute nicht mehr erhalten, da sie zugeschüttet worden sind.

Schließlich befinden sich in dem Schloss eine Außenstelle des Westfälischen Landesgestüts und ein Husarenmuseum.

Die Gesamtgröße der Land- und Forstwirtschaft beläuft sich heute noch auf rund 500 ha Wald und 250 ha landwirtschaftliche Nutzfläche. Seit 1965 gibt es keine Viehhaltung mehr, abgesehen von der Vermietung der Stallungen an das westfälische Landesgestüt in Warendorf.
   

Fotos
         

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