Haus Sandfort - Burgen, Schlösser und Herrensitze in Westfalen-Lippe

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Haus Sandfort

Bauwerke > geordnet nach Kreisen > Kreis Coesfeld

Adresse
 
Haus Sandfort
Schloss Sandfort Verwaltung Sandfort Tel: 02595/961581; Fax: 02595/9444
Haus Sandfort 5
59399 Olfen-Vinnum (Kreis Coesfeld)
 

Karte
   


Besichtigungsmöglichkeiten  
   

Innenbesichtigung
Eine Innenbesichtigung ist nicht möglich, da das Haus privat bewohnt wird.

Außenbesichtigung
Eine Außenbesichtigung ist lediglich von den umliegenden Straßen aus möglich.
 

Geschichte

Haus Sandfort war ein landtagsfähiges Rittergut.
  

Besitzergeschichte

Von 1283 bis 1550 befand sich Haus Sandfort in den Händen der Herren von Mecheln.

1338 wurde durch die Herren von Mecheln Haus Sandfort zu einem Offenhaus des Bischofs von Münster gemacht. Die damalige Burg bestand aus einer befestigten Anlage mit Ringwall und Außengraben.

Durch Heirat der letzten Erbtochter, Joste von Mechelen, gelang die Anlage an ihren Ehemann Franz von Bodelschwingh. Da diese Ehe kinderlos blieb, wurde 1599 der Neffe Joachim von Frydag-Löringhof (Friedag zu Lönneghoven) durch Erbschaft neuer Eigentümer.

1717 starben die Herren von Frydag-Löringhof aus. Haus Sandfort ging an die
Familie von Bodelschwingh zu Bodelschwingh und seit 1818 an die Freiherren von Bodelschwingh-Plettenberg.

1869 gelang Haus Sandfort durch Heirat der Erbtochter in den Besitz der Grafen von Wedel.

1974 kam Haus Sandfort durch Erbschaft an den jetzigen Eigentümer, Friedrich Graf von Hagen Freiherr von Plettenberg, nachdem Renata Gräfin von Hagen, geb. Gräfin von Wedel, starb. Der heutige Eigentümer ist zuvor adoptiert worden.
  

Baugeschichte

Das alte Herrenhaus war ein kleines unterkellertes rechteckiges zweigeschossiges Haus in Ostwestlage auf der Insel im Westen. Vermutlich wurde es im 15. oder frühen 16. Jahrhundert erbaut. Nördlich dazu wurde 1695 ein größeres, parallel zum alten Herrenhaus verlaufendes, zweigeschossiges Herrenhaus auf den Resten einer Anlage aus dem 16. oder der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts gebaut. Zudem erhielt der Neubau an der Südwestecke einen großen quadratischen Turm. Damit entstand eine hufeisenförmige Anlage, die einen kleinen, nach Osten geöffneten, Innenhof umschloss. Der Nordflügel wurde vermutlich von dem holländischen Baumeister Melchior von Friedrich erbaut.

Zwischenzeitlich wurde der Innenhof unterkellert und ein Erdgeschoss aufgemauert. Zugleich wurde jedoch das Obergeschoss des alten Herrenhauses abgetragen. Dieser gesamte Bereich wurde anschließend mit einem großen Walmdach versehen.

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde an den Turm ein zweistöckiger spätklassizistischer Südflügel angebaut.

1841 erhielt der große Turm eine neue Aufteilung sowie ein neues Eingangstor, über dem sich das Allianzwappen Bodelschwingh-Plettenberg-Heeren befindet. Zudem wurde er spätklassizistisch umgestaltet.

1912 wurde das alte Herrenhaus nach Süden hin im neubarocken Sinne verbreitert. Zudem erhielt es wieder ein Obergeschoss. Ein kleiner rechteckiger Vorbau an der Südostecke musste diesem Vorhaben weichen. Schließlich wurde das neue Obergeschoss mit einem kleinen Walmdach versehen, so dass wieder ein kleiner Innenhof entstand.

Zudem wurde 1870 vor der Südschmalwand des Westflügels als Verlängerung ein Gewächshaus erstellt, das jedoch Anfang des 20. Jahrhunderts wieder entfernt wurde. 1912 wurde an dieser Stelle ein Küchentrakt mit Nebenräumen angebaut, der schließlich 1976 abgerissen worden ist.

Im 19. Jahrhundert wurde die Terrasse im Norden am Nordflügel angelegt. Zudem wurden die Außenwände des Nordflügels überarbeitet.

Das älteste erhaltene Gebäude ist das zweigeschossige Brauhaus mit zwei Rundtürmen an den nördlichen Ecken, die mit Kegelhauben und Schießscharten versehen sind, an der Nordostseite der westlichen Insel aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Es ist ein rechteckiger Bau, der in Ost-Westrichtung verläuft. Im 17. Jahrhundert wurde es umgebaut.

Westlich des Brauhauses befand sich ein in Nordsüdrichtung verlaufender Trenngraben, der jedoch im 18. Jahrhundert oder zum Anfang des 19. Jahrhunderts zugeschüttet worden ist. Zuvor teilte dieser Graben die Vorburg in zwei Teile.

1853 wurde die Zugbrücke im Norden abgerissen und stattdessen die im Westen liegende Steinbrücke aufgemauert, so dass die Zufahrt seitdem axial zum Schoss ausgerichtet ist.

Die Wirtschaftsgebäude der Vorburg neben dem Eingangstor entstanden in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Im Zweiten Weltkrieg erlitt das Schloss schwere Luftdruckschäden. Die anschließenden Wiederherstellungsmaßnahmen zogen sich bis in die 60er Jahre des letzten Jahrhunderts hin.
  

Fotos
     

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