Schloss Senden - Burgen, Schlösser und Herrensitze in Westfalen-Lippe

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Schloss Senden

Bauwerke > geordnet nach Kreisen > Kreis Coesfeld

Adresse

Schloss Senden
Holtrup 3
48308 Senden (Kreis Coesfeld)
Schloss-Senden.net
  

Karte
   


Besichtigungsmöglichkeiten  
 

Außenbesichtigung
Der Schlosspark ist jederzeit frei zugänglich.

Innenhofbesichtigung
Der Zutritt zum Innenhof ist untersagt, da das Schloss teilweise noch privat bewohnt wird.

Innenbesichtigung
Eine Innenbesichtigung ist ebenfalls nicht möglich.
 

Geschichte   
    

Besitzergeschichte

Bereits 880 wird ein Hof Sendianer als Besitz des Klosters Werden urkundlich genannt.

Das Lehen der Bischöfe von Münster befand sich ursprünglich in den Händen der Familie Benekamp. Um 1350 fiel es an die Herrn von Senden und um 1400 durch Heirat der Erbtochter Kunigund an die
Herren von Droste zu Kakesbeck, die daraufhin ihren Namen in von Droste zu Senden änderten.

Haus Senden fiel 1585 über die Erbtochter Maria an Jobst von Droste zu Beck, der eine jüngere Linie der Droste zu Senden begründete, die auch noch heute existiert. Die Familie von Droste zu Senden veräußerte 1958 das Schloss an einen Privatmann.

Baugeschichte

Schloss Senden befindet sich auf einer rechteckigen Insel. Die Gebäude sind in Hufeinsenform um den Schlosshof gruppiert. Nach Norden hin ist die Anlage geöffnet. Die Schloss-Insel ist von einer breiten Gräfte sowie einem von Bäumen bewachsenen Ringwall umgeben.

Im 16. Jahrhundert wurde Schloss Senden bei Angriffen von den Spaniern eingeäschert und geplündert sowie 1759 bei Angriffen von den Franzosen belagert und ausgeraubt. Nach jedem Angriff wurden neue Gebäude errichtet bzw. die alten Gebäude umgebaut.

Das alte, zweigeschossige, auf der Ostseite der Anlage gelegene, Herrenhaus mit seinem steilen Dreistaffelgiebel ist vermutlich in der letzten Hälfte des 15. Jahrhundert für den münsterschen Marschall Sander von Droste zu Senden errichtet und anschließend daran mehrmals umgestaltet worden. Der Dreistaffelgiebel mit den schmalen hohen auf Kragsteinen ansetzenden Seitenstufen gilt als der früheste des Münsterlandes und war Vorbild für zahlreiche andere Herrenhäuser im Münsterland.

Südlich an das alte Herrenhaus gliedert sich ein Backsteinneubau aus dem 19. Jahrhundert an.

Auf der Südseite der Insel befindet sich ein eingeschossiger Remisenbau mit einem flachen Dreiecksgiebel zur Hofseite. Auf der der Gräfte zugewandten Seite befinden sich Steinkreuzfenster und Schießscharten.

Im Westen der Insel befindet sich das eingeschossige Bauhaus mit Krüppelwalmdach. Im Norden angegliedert ist ein schmaler niedriger Zwischenbau. Im Nordwesten befindet sich ein zweistöckiges Nebengebäude, das mit einem Krüppelwalmdach, Uhrentürmchen aus dem Jahre 1719 sowie einem Allianzwappen der Familien Droste-Brabeck versehen ist.

Die genannten Wirtschaftsgebäude stammen aus dem 18. Jahrhundert.

Den Treppenturm von 1865 gibt es nicht mehr.

Lambert Friedrich von Corfey entwickelte Pläne entwickelte Um- und Anbaupläne, zu dessen Realisierung es jedoch nicht kam. Stattdessen sind zu Beginn des 18. Jahrhunderts alle bestehenden Gebäude verändert worden. Zudem wurde die heute noch vorhandene Brücke errichtet. Im 19. Jahrhundert sind weitere Ausbauten vorgenommen worden.

Kurz vor 1900 brannte der hintere Teil des Schlosses aus. Die eingestürzten Teile wurden mit Backsteinen wieder aufgebaut und im Gegensatz zu den übrigen Bauwerken nicht verputzt. Außerdem wurden Heizungen und Wasserleitungen eingebaut.

Schloss Senden wurde nach dem Zweiten Weltkrieg in Mitleidenschaft gezogen. So wurde beispielsweise das Archiv geplündert, Dachstühle in Brand gesetzt, das Mobiliar zerstört und geplündert, nachdem 1945 ca. 2.000 Russen, Polen, Tschechen und Italiener, die ihm Ruhrgebiet beschäftigt waren, für 8 Monate im Schloss untergebracht waren.

Renovierungsarbeiten folgten zu Beginn der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts.

Das Schloss wurde in den letzten Jahrzehnten unterschiedlich genutzt: Es beherbergte u.a. eine Privatschule, eine Schlossgaststätte mit Casino, ein Wohnheim der aus dem Sudetengebiet vertriebenen Klarissen-Kapuzienerinnen und es diente als Studentenunterkunft.

Nunmehr steht das Schloss leer. Lediglich das nordwestliche Nebengebäude wird zu Wohnzwecken vermietet.

Das Schloss erweckt heute einen äußerst vernachlässigten Eindruck. Insbesondere bei einem Rundgang um das Schloss fallen die erschreckenden Bausünden der letzten Jahrzehnte nachhaltig ins Auge.
 

Fotos
    

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