Haus Stapel - Burgen, Schlösser und Herrensitze in Westfalen-Lippe

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Haus Stapel

Bauwerke > geordnet nach Kreisen > Kreis Coesfeld

Adresse

Haus Stapel
Gennerich 18
48329 Havixbeck (Kreis Coesfeld)
  

Karte
   

   
Besichtigungsmöglichkeiten


Das Haus befindet sich in Privatbesitz. Neben Wohnungen beherbergt das Anwesen auch einen Kunsthandel und einen Künstler. Die Besichtigung des Ateliers ist nach Voranmeldung möglich. Die Außenanlage sowie der Hof nebst Torhaus und Seitentrakt können von außen besichtigt werden, so jedenfalls die Auskünfte des Verkehrsvereins Havixbecks (von 2 unterschiedlichen Personen). Lt. einem Schild vor dem Torhaus ist das Betreten des Innenhofs untersagt. Da ich die Aussage der Eigentümerfamilie höher bewerte als die des Verkehrsvereins, habe ich von einer Besichigung des Innenhofes abgesehen. Andererseits wäre es fraglich, wie die Kunden die Gewerbebetriebe des Hauses ihre Kunden empfangen könnten. Sehr wahrscheinlich sollen durch den Aushang am Eingang Touristen abgehalten werden, die sich - zugegebenermaßen teilweile - sehr rücksichtslos bei einer Außenbesichtigung verhalten.

Zweifelhaft ist bereits, inwiefern der Verkehrsverein ein Einverständnis erteilen könnte. Es wäre wünschenswert, wenn insofern eine eindeutige Position gefunden werden würde, nämlich entweder jede Form des Zugangs eindeutig untersagt oder der Zugang gestattet werden würde und eindeutige Begehungsregeln am Eingang ausgehängt werden würden.

Letztlich ist es wohl zu empfehlen die Privatssphäre der Bewohner weitestgehend zu beachten und möglichst nur bei Interesse an den Produkten der Gewerbetreibenden bzw. Einkünfteerzielenden i.S. des § 18 EStG den Innenhof zu betreten.
  

Geschichte
 

Besitzergeschichte
     
1211 wurde eine Wasserburg Stave (= Stau) erstmalig urkundlich erwähnt. 1243 wird erstmalig ein Herr von Stave erwähnt.

Anfang des 13. Jahrhunderts gelang Stapel an die münsterische Erbmännerfamilie Kerckerinck. Dieser Zweig der Familie nannte sich danach Kerckerinck zu Stapel und wurde 1710 in den erblichen Reichsfreiherrenstand erhoben.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts starb diese Familie Kerckering zu Stapel im Mannesstamme aus. Die Erbtochter, Maria Theresia von Kerckerinck zu Stapel, heiratete im Jahre 1801 im Alter von 15 Jahren Ernst Constantin Freiherr von Droste zu Hülshoff, einen Onkel der Dichterin Annette von Droste Hülshoff. Er nannte sich fortan Droste von Droste Kerckerinck-Stapel. Aus dieser Ehe gingen 22 Kinder hervor, von denen aber nur rund die Hälfte das Erwachsenenalter erreichte. Zur Beherbergung dieser Kinder wurde das neue Herrenhaus errichtet. Keines der ursprünglich 22 Kinder hatte Nachkommen. Als das letzte dieser Kinder ohne Testament im Jahre 1880 verstarb, ging der Besitz an Clemens Freiherr von Droste-Hülshoff.

Clemens Freiherr von Droste-Hülshoff vererbte nach seinem Tod Haus Stapel an seinen Sohn Fritz Freiherr von Droste-Hülshoff. Fritz Freiherr von Droste-Hülshoff wurde zu Beginn des Ersten Weltkriegs schwer verwundet, heiratete nicht und hinterließ keine Nachkommen. Anfang der dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts adoptierte er eine Tochter seines Bruders Clemens, Ermengard von Droste-Hülshoff. Nach dem Tod des Clemens Freiherr von Droste-Hülshoff im Jahre 1936 wurde Ermengard von Droste-Hülshoff seine Erbin. Sie heiratete Hermann Josef Raitz von Frentz.

Haus Stapel befindet sich heute immer noch im Eigentum der Familie Raitz von Frentz, die Stapel bis 1967 bewohnt hat. Seitdem ist es vermietet. Jetzige Eigentümerin ist Ärztin Dr. Mechthild Raitz von Frentz.

Weiterführende Informationen zur Besitzergeschichte befinden sich bei
Haus Giesking, da beiden Häuser von Linien der Familie von Kerckering bewohnt wurden, bis sie sich schließlich wieder vereinten.
    

Baugeschichte
     
Das erste Bauwerk in Stapel war möglicherweise eine Motte. Sie wurde im Laufe der Jahrhunderte durch ein festes Haus aus Stein ersetzt. Zudem existierte eine Vorburg. Diese Anlagen lagen westlich der jetzigen Schlossanlage.

Haupt- und Vorburg der jetzigen Anlage sind auf einer Insel vereint. Sämtliche Gebäude stehen unter Denkmalschutz.

Die einzige Zufahrtsbrücke wurde im Frühjahr 2003 umfassend renoviert.

 

Hauptburg
       
Matthias Kerckerinck zu Stapel und seine Ehefrau Margret Travelmann ließen 1575 ein Herrenhaus mit einem Turm aus Baumberger Sandstein erbauen. Anschließend folgten noch weitere Anbauten. Diese Bauten wurden schließlich für den Bau des neuen Hauses abgebrochen.

Der Neubau des streng klassizistischen Herrenhauses im Westen der Insel erfolgte von 1819 bis 1827. Bauherr war Ernst Constantin von Droste-Hülshoff. Das Haupthaus entstand nach den Plänen des aus Rheine stammenden Baumeisters August Reinking, der kurz nach der Grundsteinlegung im Jahre 1819 verstarb.

Die Hauptburg besteht aus drei Pavillonbauten, die etwas über das langgestreckte Haus hinausragen. Im Gegensatz zu den beiden Seitengiebeln schließt der Pavillon in der Mitte mit einem Haubendach ab. Über dem Haupteingang befindet sich in von Säulen getragener Balkon.

Im Inneren des Herrenhauses wurden die Räumlichkeiten von Tiroler Bauleuten mit prächtigem Stuck und gemaltem Dekor sowie klassizistischen Bildertapeten des früheren 19. Jahrhunderts versehen.
        

 

Vorburg
     
Die 1719 errichtete Vorburg im Osten der Insel ist hufeisenförmig um den Hofplatz der Anlage angelegt. Es handelt sich um zwei große, parallel zu einander angeordnete, Ökonomiegebäude mit Ecktürmen aus Baumberger Sandstein, die durch einen schmalen Quertrakt verbunden sind. In der Mitte dieses Quertraktes befindet sich das Torhaus.

Die Urheberschaft der Vorburg ist umstritten. Einige Autoren vertreten die Ansicht, dass die Urheberschaft gänzlich unbekannt sei. Andere hingegen sehen die Vorburg als das Jugendwerk Johann Conrad Schlauns an. Andere schreiben die Pläne des Torturms Maximilian von Welsch, einem der Lehrer Johann Conrad Schlauns, zu.
    

Fotos
     

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