Haus Steinfurt - Burgen, Schlösser und Herrensitze in Westfalen-Lippe

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Haus Steinfurt

Bauwerke > geordnet nach Kreisen > Kreis Warendorf

Adresse
  
Haus Steinfurt
Schloss Steinfurt Haus Drensteinfurt Schloss Drensteinfurt
Mühlenstraße 18
48317 Drensteinfurt (Kreis Warendorf)
        

Karte
           

    
Besichtigungsmöglichkeiten

   
Haus Steinfurt befindet sich in Privatbesitz. Die Außenanlage darf auf eigene Gefahr betreten werden. Eine Innenbesichtigung ist jedoch nicht möglich.
         

Geschichte
                             

Besitzverhältnisse
    

Stenvorde (Drensteinfurt) wurde bereits 851 urkundlich genannt. Vermutlich hat schon zu dieser Zeit ein sächsischer Haupthof bestanden.


1177 war Lubbert von Stenvorde auf dem Haupthof Lehnsträger.


Um 1200 wurden die Herren von Rynkerothe (Rinkerode), die sich im Besitz des Gutes Heessen befanden, belehnt.


1324 gelangten die Edelherren von Volmarstein durch Heirat in den Beisitz der Anlage.


1429 ging der Besitz durch Heirat der Erbtochter an die Familie von der Recke zu Heeren. 1480 konnte Johann von der Reck das Gut aus der osnabrücker Lehnhoheit auslösen. Das Gut wurde ihm als allodiales Gut übertragen.

 

1468 teilte sich die Familie von der Reck(e) in eine Steinfurter sowie eine Heessener Linie.

 

1533 trat ein Teil der Familie von der Reck zum protestanischem Glauben über, bis sie schließlich 1651 zum katholischen Glauben zurückkehrten.

  

Erbtochter Anna Maria Theresia von der Reck (1709-1765) brachte 1739 das Schloss Steinfurt in die Ehe mit dem Reichsfreiherrn Franz Casper Ferdinand von Landsberg-Erwitte (1670-1748) ein. Anschließend folgten Erbstreitigkeiten mit der Familie Reck zu Stockhausen, die schließlich 1810 durch Vergleich beendet wurden. Weiterführende Informationen hierzu sind bei dem Schloss Heessen zu finden.

  

1810 starb der Erbsohn Engelbert von Landsberg-Erwitte, ohne Kinder zu hinterlassen. Erbe wurde der Enkel seines Bruders, Clemens August. Dieser hatte 1757 die Erbtochter Anna Theresia von Velen geheiratet.

  

Noch heute werden Teile des Schlosses von der Familie Landsberg-Velen bewohnt. Die Vorburggebäude sind zu Wohnzwecken vermietet.

     

Baugeschichte
      

1706 wurde der alte burgartige Rittersitz Steinfort abgebrochen, nachdem bereit 1704 der Bau eines neuen Schlosses geplant wurde.

  

Der Architekt Lambert Friedrich von Corfey baute das heute noch bestehende barocke Herrenhaus aus Ziegelsteinen zwischen 1706 und 1709. Auftraggeber und Bauherr war Johann Matthias Freiherr von Reck, münsterisch geheimer Rat und Obriststallmeister sowie Droste des Amtes Werne. Der Dreiflügelbau wird durch zwei kurze Seitenflügel an der Hofseite und einem Mittelrisalit an der Hof- und Gartenseite flankiert. Der hofseitige Giebel trägt das Wappen der Herren von Reck. Auf der Gartenseite befindet sich ebenfalls ein um Mauerstärke hervortretender Mittelrisalit.

  

Ältestes Gebäude der Vorburg ist das zweigeschossige Torhaus aus der Renaissance, das zwischen 1585 bis 1591 an der Westseite der Schlossanlage errichten wurde. Das Torhaus weist farbige Rautenmuster und Muschelaufsätze am Giebel auf. 1709 erfolgte eine Erweiterung nach Süden. Bis 1830 war die Tordurchfahrt der einzige befahrbare Zugang zum Schloss. Da das Torhaus jedoch in einem rechten Winkel zum Herrenhaus stand, wurde es seiner Funktion enthoben. Aus westlicher Richtung wurde in Richtung der Mittelachse des Herrenhauses zwischen 1829 bis 1830 eine neue Hauptzufahrt geschaffen. Seitdem führt der Zugang auf die Schlossinsel über eine Backsteinbrücke, die von zwei klassizistischen Torhäuschen bewacht wird. Der ausführende Architekt war Johann Freyse. Auch die dem Torhaus gegenüberliegenden Gebäude wurden in dieser Zeit überarbeitet. Sie stammen im Kern aus den Jahren 1580/1590 und 1630.

  

Nördlich vom Torhaus wurde im frühen 17. Jahrhundert ein Brauhaus errichtet. Durch mehrere Um- und Anbauten erhielt es seine heutige Gestalt.

  

Ursprünglich bestand das Schloss Drensteinfurt aus einer klassischen Zwei-Inselanlage. Die die Hauptinsel und Vorburginsel trennende Gräfte wurde jedoch im Zuge des Neubaus des Herrenhauses zugeschüttet.

  

Die Dächer wurden 1944 durch Luftmineneinschläge schwer beschädigt. Weitere Schäden wurden durch nach dem Ende des Krieges einquartierte Soldaten angerichtet. Sie verwüsteten das Schloss und verheizten Teile der Innenausstattung. Teile konnten wiederhergestellt bzw. beschafft werden. Unwiederbringlich verloren gingen jedoch die 1715 errichtete Orangerie hinter dem Herrenhaus sowie das 1627 erbaute Renaissancetürmchen im sog. Kräutergarten.

        

Sonstiges
       

Ein Teil des ZDF-Spielfilms "Wilsberg und der letzte Anruf" wurden im Schloss und auf dem Schlossgelände gedreht. Ebenso wurden Teile des 1. Münsteraner Tatorts (Der dunkle Fleck (2002)) in den Räumlichkeiten des Schlosses gedreht. Zu sehen sind insbesondere die Eingangshalle nebst Treppenhaus. Weitere Teile dieses Tatorts wurden auf dem Gelände des lt Schlosses Harkotten-Korffs gedreht, so dass zusammenfassend die Außengelände des Schlosses Harkotten gezeigt worden sind, die Innenräumlichkeiten jedoch solche des Hauses Steinfurt sind.

   

Fotos
       

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