Schloss Stietencron - Burgen, Schlösser und Herrensitze in Westfalen-Lippe

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Schloss Stietencron

Bauwerke > geordnet nach Kreisen > Kreis Lippe

Adresse
 
Schloss Stietencron
Schloss Schötmar Gut Schötmar
Schloßstraße 2
32108 Bad Salzuflen-Schötmar (Kreis Lippe)
  

Karte
        

Geschichte
  

Besitzergeschichte

Das Rittergut Schötmar wurde 1664 durch den lippischen Landdrosten Simon Moritz von Donop zu Wöbbel (1613-1676) begründet. Anfang der 60er Jahre des 17. Jahrhunderts kaufte er in Schötmar zwei Anwesen sowie Ländereien. Aufgrund seiner Verdienste und seiner guten Beziehungen zum lippischen Grafenhaus gelang es Simon Moritz von Donop zu Wöbbel für sein Anwesen durch den Landesherren Graf Simon Heinrich zur Lippe den Status eines Rittergutes zu erwirken. Auch seine Nachkommen vergrößerten den Besitz der Familie in Schötmar.  

Das heute noch erhaltene Schlossgebäude wurde von 1729 bis 1732 für den Obrist und Staatsminister in kurhessischen Diensten August Moritz Abel Plato von Donop, einem Enkel Simon Moritz von Donops, erbaut, um das väterliche Rittergut durch ein neues Herrenhaus zu erweitern. Das Schloss erhielt eine kostbare Innenausstattung, die sich zum größten Teil bis in die heutige Zeit erhalten hat.  

Nach dem Tod des kinderlosen August Moritz Abel Plato von Donop folgten zahlreiche Besitzerwechsel. Der Familie von Donop folgten die Familie von Halem, ab 1788 der Hofagent Joseph Leeser, ab 1816 der Hauptmann August Schmidt bis schließlich im Jahre 1831 der Landdrost und Hannoversche Hauptmann Friedrich Carl Gustav von Stietencron das Gut nebst 136 ha Fläche kaufte. Die Familie von Stietencron wurde am 10.03.1709 durch den schwedischen König Karl XII. geadelt, wobei dies durch die Grafen von der Lippe keine Anerkennung fand.

Johann von Stietencron, genannt Iwan, jüngster Sohn des Johann Friedrich Carl Gustav von Stietencron, war ein Studienfreund des Reichskanzlers Bismarck. Er war Präsident der lippischen Ritterschaft und Mitglied des lippischen Landtages.  

Margarethe von Stietencron, geborene von Lengerke, bewirtschaftete nach dem frühen Tod ihres Ehemanns, Iwan von Stietencron, das Gut für ihren minderjährigen Sohn Iwan III. von Stietencron. Sie modernisierte ab 1909 das Schloss im neoklassizistischen Stil. Sie ließ eine Veranda anbauen und im Mitteltrakt die neue Empfangshalle mit dem Treppenhaus errichten. Ferner ließ sie den von vier Säulen getragenen Auffahrtsbalkon erbauen.  

1949 verkaufte die Familie von Stietencron das Schloss und den Park an die Stadt Bad Salzuflen. In der Folgezeit wurde das Schloss zu unterschiedlichen Zwecken genutzt. Von September 1954 bis Oktober 1956 mietete der damalige Kreis Lemgo das Schloss. Im Schloss wurde zu dieser Zeit eine Entbindungsstation des Kreiskrankenhauses betrieben.

Seit 1984 wird das Schloss von der Musikschule der Stadt Bad Salzuflen genutzt.
 

Baugeschichte

Das Schloss Stietencron wurde von 1729 bis 1732 im Stil des Spätbarock für den Eigentümer des Rittergutes Schötmar, den schwedischen und kurhessischen Staatsminister August Moritz Abel Plato von Donop, erbaut. Der Name des Architekten ist unbekannt. Die Innenräume sind im Stil des Rokoko gehalten. 1758/1759 wurden die letzten Innenarbeiten an den Kaminen, Supraporten und Wandtäfelungen vorgenommen.  

Ab 1909 wurde das Schloss um die neue Eingangshalle und das Treppenhaus an der Eingangsseite erweitert. Außerdem wurde der große Wintergarten am östlichen Seitenflügel angebaut. Ferner wurde im Jahre 1913 der von vier Säulen getragene Balkon an der südlichen Auffahrt des Hauses errichtet. Ursprünglich führte eine Zufahrt von der Nordseite des Parks durch eine Lindenallee zum nördlichen Eingang des Schlossgebäudes. Im Zuge der Umgestaltungsmaßnahmen wurde außerdem im Jahre 1913 der der Haupteingang von der Nordseite an die Südseite verlegt. Die Südfrontseite des Schlosses war ursprünglich von einer 2 Meter hohen Mauer umgeben. Sie wurde auch während des Umgestaltungsmaßnahmen durch ein Tor mit einer Einfriedung aus Eisengittern ersetzt.

Nach dem das Schloss und der Park 1949 in städtisches Eigentum übergegangen waren, wurde die Einfriedung entfernt.  

In den 1980er Jahren konnte das Gebäude notdürftig renoviert werden. Dabei wurden die Dächer und die undichten Fenster sowie die undichten und feuchten Grundmauern saniert. Eine grundlegende Sanierung unterblieb jedoch, so dass erneut das Dach und die Fenster undicht wurden und Teile der Grundmauern erneut Feuchtigkeit aufnahmen. Letzteres begünstigte eine Schimmelbildung in den Räumlichkeiten.  

Im Winter 2009/2010 wurden Renovierungsmaßnahman am Dach durch Erneuerung der Schiefer-Schindeln sowie an den Fenstern vorgenommen. Ferner soll im Jahr 2010 die Fassade renoviert werden, sofern im Stadtetat hierfür weitere Gelder zur Verfügung gestellt werden. Außerdem wurden morsche Dachbalken ausgetauscht. Ebenso wurden die morschen und faulen Stellen der Holzfenster ersetzt. Durch die Renovierungsmaßnahmen besteht derzeit (08.03.2010) durch die aufgestellten Gerüste lediglich nur eine begrenzte Sichtmöglichkeit auf das Schloss.
 

Weiterführende Informationen

Gaerten-in-Westfalen.de

 

Fotos
            

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