Burg Störmede - Burgen, Schlösser und Herrensitze in Westfalen-Lippe

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Burg Störmede

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Adresse
   
Burg Störmede
Gut Störmede Schloss Störmede
Albert-Brand-Straße 3
59590 Geseke-Störmede (Kreis Soest)
Rittergut-Stoermede.de
    

Karte
          


   
Besichtigungsmöglichkeiten  

   

Außenbesichtigung
Eine Außenbesichtigung von den umliegenden Straßen ist möglich.

Innenhofbesichtigung
Eine Innenhofbesichtigung ist nicht erlaubt.  

Innenbesichtigung
Eine Innenbesichtigung ist ebenfalls nicht erlaubt.
   

Geschichte
  

A.

Besitzergeschichte
   

 

I.

Familie von Störmede
   

 

1.

Einleitung
  
Stammsitz der Herren von Störmede war der gleichnamige Sitz. Er lag unweit des Sitzes der Herren von der Lippe, die ebenso wie die Herren von Störmede in ihrem Wappen eine fünfblättrige rote Rose im silbernen Feld führten. Das Störmeder Rosensiegel findet sich zuerst an einer Urkunde vom 16.05.1256.  
  
Wie die Familie von der Lippe besaßen die Herren von Störmede in der Nähe ihres Stammsitzes eine allodiale Herrschaft. Die alte Störmeder Feldmark umfasste das Kirchspiel mit der späteren Burg Eringerfeld und Bönninghausen. Östlich an der Lippe lag um Boke eine 2. Herrschaft der Störmeder Edelherren.
  
Der erstmals urkundlich erwähnte Ahnherr der Edelherren von Störmede, Werno von Sturmethe (Sturmithi), wird in einer Urkunde des Paderborner Bischofs Bernhard I. von Paderborn bei der Bestätigung des Klosters Hardenhausen vom 05.05.1155 erwähnt.  
  
Am 14.01.1189 verfügte Bischof Bernhard von Paderborn über die Güter seines Geschlechts, den Edlen von Ibbenbüren. Mit den Gütern waren Geldzahlungen verbunden, zu denen die Nachfolger des Bischofs verpflichtet waren, ausgenommen jedoch die Lehnträger „Widekindi de Waldekke, Widekindi de Pyrremont, Florini de Spenge, Rabododonis de Sturmethe et omnium ministerialium“.
   

 

2.

Teilung und Vereinigung der Linien
  
Die Söhne Wernos teilten das Erbe gegen Ende des 12. Jahrhunderts in 2 selbständige Linien.  
  

 

a)

Wernos Sohn Reyner
   
Wernos Sohn Reyner (Reiner, Reyneri) errichtete einen neuen Burgsitz, der vermutlich westlich der alten Burg lag, wohl etwa an der Stelle, an der sich heute die Ökonomiegebäude auf dem heutigen Burggeländes sich befinden.  
   

 

b)

Wernos Sohn Rabodo I.
   
Wernos anderer Sohn Rabodo I. (Rabodonis) blieb auf der alten Burg.
   

 

c)

Vereinigung der Linien
    
Der Kölner Erzbischof Phillipp von Heinsberg kaufte im Zuge des Vorschreitens der Kölnischen Macht nach Westfalen hinein die Allode Reyners und Robodos I. von Störmede und der Edelherren zur Lippe. Die Verkäufer des vorher alloden Eigentums belehnte Kölner Erzbischof mit den übertragenen Gütern und Burgen.  
  
Mit dem Erzstift Köln kam es nach dem Tod seines Bruders Rabodo I. zu Konflikten mit Reyner. Die Ursachen hierfür sind unbekannt. Anzunehmen ist jedoch, dass sich Reyner dem Einfluss Kölns widersetzte. 1233 wurde die Burg Störmede durch die Truppen des Erzbischofs von Köln belagert, in dessen Verlauf die jüngere Burg Reyners zerstört wurde. Vermutlich kam Reyner im Zuge der Belagerung und der Zerstörung der Burg um, denn anschließende urkundliche Erwähnungen zu ihm sind nicht mehr zu finden.  

Rabodos I. Sohn und Erbe, Albert I. von Störmede (1217-1255) stand nicht in Gegnerschaft zu Köln, so dass seine Burg erhalten blieb. Zudem wurden ihm die Güter Reyners zugeschlagen. Ferner wurde er durch die Grafen von Arnsberg mit Grafschaftsrechten und Gütern ausgestattet, wodurch er einen Machtzuwachs erfuhr. Ursprünglich hatten die Grafen von Arnsberg sämtliche Grafenrechte auf dem Gebiet Störmedes und an der Lippe inne. Zunächst befanden sich die Grafschaftsrechte als Arnsberger Lehen in den Händen der Familie von Erwitte, die von Arnsberg mehrere Grafschaften zu Lehen trug. Sie wurden jedoch in der Mitte des 13. Jahrhunderts frei, da Eberhard (Everhard) von Erwitte 1244 auf all seine Arnsberger Lehen einschließlich der Grafschaftsrechte verzichtete. Mit diesen frei gewordenen Lehnesstücken begabte der Graf von Arnsberg im Jahre 1245 Albert I. von Störmede, wodurch der Machteinfluss der Familie von Störmede erheblich zunahm. Die Zeit Alberts I. war der Höhepunkt der Macht der Familie von Störmede. Die Familie von Störmede besaß damit außer Boke den Hof Ricksersvic (das spätere landtagsfähige Gut Rixbeck) mit allem Zubehör und zudem viele Höfe und den Zehnten und die Grafschaft Bökenförde. Die Gerichtsrechte leiteten sie von den Arnsberger Grafschaftsrechten ab. Später standen sich in diesem Gebiet das Erzbistum Köln und das Bistum Paderborn in ständiger Gegnerschaft gegenüber. In der Regel befanden sich die Besitzer der Burg Störmede auf der Seite der Kölner Erzbischöfe die in diesem Bereich der Hellwegregion mit den Bischöfen von Paderborn über nicht feste Grenzen stritten.  

Albert I. von Störmede wurde von seinem ältesten Sohn Albert II. von Störmede (1237-1284) nach dessen Tod im Jahre 1255 beerbt.  

Der Sohn Alberts II. von Störmede, Albert III. von Störmede, bekannte sich eindeutig zu dem Anschluss an das Erzbistum Köln, das der Bischof Simon I. von Paderborn als seinen wichtigsten Gegner betrachtete. Aufgrund der Streitigkeiten wurde die Alte Burg 1277 durch die Truppen des Bischofs von Paderborn zerstört. Albert III. von Störmede musste in einer Unterwerfungsurkunde vom 12.08.1277 auf seine Rechte an den Gütern der Umgebung verzichten. So musste er auf die Vilikationen Erwitte und Vilsen Verzicht leisten. Zudem musste er sich verpflichten die Burg Störmede nicht wieder aufzubauen. Letztlich führte dies zu einem Machtgewinn der Paderborner Bischöfe an der Grenze zum Einflussbereich der Erzbischöfe von Köln, den diese nicht duldeten, so dass die Urkunde dahingehend geändert wurde, dass Albert III. die Burg und das Dorf wieder aufbauen durfte. Deshalb entstand südlich der zerstörten Burganlage Reyners wieder eine neue Burganlage an der Stelle des jetzigen Alten Hauses. Albert III. gab das Gelände der zerstörten Burganlage frei, so dass die Burgkapelle gleichzeitig in die Pfarrkirche des späteren Kirchspiels Störmede umgewandelt wurde.
   

 

II.

Familie von Hörde zu Störmede
  

 

1.

Einleitung
    
Albert III. von Störmede verstarb, vermutlich 1290 (andere Quellen sprechen von 1284, da er danach nicht mehr urkundlich erwähnt wurde), ohne männliche Nachkommen zu hinterlassen. Seine Erbin wurde die Erbtochter Kunigunde von Störmede, die seit 1292 mit Friedrich von Hörde († vor 1324) verheiratet war. Friedrich wurde der Lehensnachfolger Alberts III. von Störmede. 1292 belehnte der Abt von Corvey den Knappen Friedrich von Hörde und seine Frau Kunigunde von Störmede mit dem Amt Mönninghausen und allen übrigen Gütern, die der Ritter Albert III. von Störmede früher zu Lehen getragen hat. Hierdurch erlangte die Familie von Hörde, ein Ministerialengeschlecht aus Hörde in der Grafschaft Mark, einen gewaltigen sozialen Aufstieg. Die Familie von Hörde wurde erstmalig 1198 urkundlich erwähnt. Die Familie trug ein rotes, fünfspeichiges Rad in silbernem Feld im Wappen.
   
1299 belehnte Graf Konrad von Rietberg Friedrich von Hörde mit der cometia in Boke, die früher Albertus des Sturmede zu Lehen getragen hat.  
   

 

2.

Teilung in 2 Linien
   
Die aus der Ehe zwischen Friedrich von Hörde und seine Frau Kunigunde von Störmede stammenden Söhne Temo (Themo, Temmo) und Bernhard teilten um 1340 den Besitz unter sich auf, so dass 2 selbständige Linien der Familie von Hörde entstanden.
   

 

a)

Linie von Hörde zu Boke
   
Bernhard von Hörde erhielt Boke mit den Gütern nördlich der Lippe. Bernhard baute sich in Boke eine Burg, die er 1354 dem Bischof von Paderborn zu Lehen auftragen musste. Paderborn besaß die Gografschaft über Boke und beanspruchte hier, mit Erfolg, die Landeshoheit. 1481 belehnte der Paderbprner Bischof Simon Philipp von Hörde mit dem Bokeschen Gogericht. Die Linie von Hörde zu Boke teilte sich 1394. Dabei entstanden die Linien „Altes Haus“ durch den Ritter Dietrich von Hörde zu Boke und „Neues Haus“ durch den Ritter Bernhard von Hörde zu Boke. Diese beiden Linien in Boke starben jedoch 1572 bzw. 1578 aus.  
   

 

b)

Linie von Hörde zu Störmede
   
Temo von Hörde erhielt bei der Erbteilung im Jahre 1340 Störmede mit den Besitzungen südlich der Lippe.
   

 

aa)

Einleitung
   
Im 14. Jahrhundert erfolgte eine Teilung in der Störmeder Linie der Familie von Hörde durch die Söhne Temmos. Es entstanden die Linie Hörde zu Störmede „Altes Haus“ und die Linie Hörde zu Störmede „Hohes Haus“. Beide Linien bestanden über Jahrhunderte bis zum Jahre 1804 nebeneinander fort, wobei beide Besitzungen landtagsfähige Rittergüter wurden.
   

 

bb)

Linie Altes Haus
   
Friedrich von Hörde begründete die Linie „Altes Haus“. An Friedrich von Hörde kam daneben in der Teilung auch das Arnsberger Lehen Gut Rixbeck, ein ebenfalls landtagsfähiges Rittergut.
  
In seinem Testament vom 17.09.1638 setzte Bernd Sylvester von Hörde seinen Bruder Wilhelm von Hörde, Domscholaster in Hildesheim, zu seinem Erben ein. Seine einzige Tochter war bereits vor ihm verstorben. Wilhelm von Hörde wiederum übertrag seine Güter durch Schenkung an seinen Neffen. Am 06.10.1646 ermächtigte Wilhelm von Hörde seinen Vetter Jobst Bernhardt Korff zu Harkotten seine adeligen Häuser Störmede und Recksbeck (Rixbeck) in Besitz zu nehmen, was dieser auch noch im gleichen Jahr tat.  

1652 belehnte der Kurfürst Maximilian Heinrich von Köln Jobst Bernhard Korff zu Harkotten mit dem Alten Haus Störmede, den freien Stühlen zu Mönninghausen und Bokenförde und dem anderen Hörder Lehen zu seinem Anteil. Diese Belehnung wurde 1684 bestätigt. Ebenso wurde sie in weiteren Jahren - auch für die Nachkommen - bestätigt.

Am 02.05.1653 erneuerte Wilhelm von Hörde die Schenkung der zum Alten Haus Störmede gehörenden Güter an Jobst Bernd Korff zu Harkotten.  

1655 besaß Jobst Bernhardt Korff zu Harkotten als Erbe des Alten Haus 125 Hausstätten.

Am 02.11.1657 verstarb schließlich Wilhelm von Hörde als letzter seiner Linie.  

Die Herren von Hörde zu Eringerfeld und Schwarzenraben machten Jobst Bernd von Korff zu Harkotten die Inbesitznahme des Alten Hauses und der dazugehörigen Güter streitig. Sie waren der Ansicht, dass die Güter ein Mannlehen der Familie von Hörde seien und gem. Familienvertrag beim Mannesstamm verbleiben müsse. 1682 wurde ein Vergleich zwischen Alhard Bernhard von Hörde zu Störmede und Schwarzenraben und Jobst Bernd von Korff zu Harkotten geschlossen.

Am 23.08.1786 tratt Carl von Korff zu Harkotten, Störmede und Rixbeck alle Hörder Güter, die der Familie von Korff zu Harkotten im Jahre 1664 übergeben wurden, vergleichsweise an Friedrich und Joseph Ernst von Hörde zu Schwarzenraben und Maria Antoinette Freiin von Schade, Witwe des am 13.01.1781 verstorbenen Franz Ludolph von Hörde zu Eringerfeld ab.

Am 07.01.1796 verkaufte die Witwe Antoinette Freifrau von Korff zu Harkotten, geborene von Böselager, Teile des Rittersitzes der Familie von Korff zu Störmede an Theodor Werner von Bocholtz zu Störmede.

Am 15.02.1804 verkaufte schließlich Friedrich Freiherr von Korff das Alte Haus an den Grafen Theodor Werner von Bocholtz zu Störmede vom Hohen Haus, in das Elisabeth von Hörde durch Heirat bereits zuvor eingetreten war. Folglich wurden die beiden Rittergüter vereinigt.
    

 

cc)

Linie Hohes Haus
   
Dietrich von Hörde begründete die Linie „Hohes Haus“. Die Linie der Familie von Hörde zum Hohen Haus gelangte in der Folgezeit zu einer neuen Blüte. Der Besitz wurde durch den Ankauf der Güter Eringerfeld und Wambeke Wambeke (Schwarzenraben) erweitert. 1463 hatte Temme von Hörde zu Störmede das halbe Haus Eringerfeld von Ludolf von der Borch erworben. 1511 erwarb Alhard von Hörde von Dietrich von Berninghausen das halbe Rittergut Wambeke, das vom Kloster Abdinghof zu Lehen ging.  
  
Die von Dietrich von Hörde begründete Linie Hohes Haus teilte im Jahre 1529 den zum Hohen Haus gehörenden Besitz in 4 Teile unter den 4 Söhnen Alhards von Hörde auf. Es entstanden 4 verschiedene selbständige Linien der Familie von Hörde.
   

 

(1)

Sohn Temmen: Hohes Haus
   
Alhards ältester Sohn Temmo (Temmen), Drost zu Hirschberg und verheiratet mit Anna, geb. von Büren zu Ringelstein, erhielt das Hohe Haus zu Störmede mit der Hälfte des zu Störmede gehörenden Ackerlandes, der Schäferei vor der Westpforten, das Ruehaus, dem Hopfenhof vor der vorderen Pforten und den Baumhof neben dem Schwesternhaus. Er verstarb jedoch 1577 ohne männliche Nachkommen zu hinterlassen, nachdem sein Sohn Johann bereits 1568 verstorben war. Seine Tochter Elisabeth von Hörde, Erbin zu Störmede, brachte das Hohe Haus an ihren Ehemann Dietrich von Bocholtz, Drost zu Kugelnberg. Es entstand die Linie von Bocholtz zu Störmede.  
  
Adam Arnold von Bocholtz zu Störmede, Drost zu Waldenberg im Stift Hildesheim, heiratete vor 1656 Ursula Dorothea von Meschede zu Niederalme, Witwe des Christoph von Hörde zu Eringerfeld, den sie am 07.02.1635 geheiratet hatte. In 2. Ehe war Adam Arnold mit Margarethe von Niehausen, Witwe von Ketteler zu Merlsheim, Middelburg und Brockhövel verheiratet. Hierdurch kam auch Niesen an die Familie von Bocholtz.  

Caspar Arnold Freiherr von Bocholtz war in 2. Ehe seit dem 28.07.1742 mit Maria Therese Freiin von Meschede zu Niederalme verheiratet. Der aus dieser Ehe stammende, am 29.06.1743 geborene, Sohn Theodor Werner Freiherr von Bocholtz zu Störmede erbte 1769 nach dem Absterben seines Großvaters mütterlicherseits Dietrich Adam von Meschede die Güter der ausgestorbenen Herren von Meschede zu Niederalme. Der Besitz der Linie der Familie wurde insoweit vereint. Theodor von Bocholtz wurde in den Grafenstand erhoben und kaufte 1804 von der Familie von Korff den Besitz des Alten Hauses hinzu.  
  

 

(2)

Sohn Alhard: Mittleres Haus
   
Alhards Sohn mit ebenfalls dem Namen Alhard erhielt 1529 das „Andere Haus“ bzw. „Mittlere Haus“, auch Nobishof genannt, das zwischen dem Hohen und Alten Haus lag. Es gehörte vorher zum Hohen Haus, wurde jedoch durch die Erbteilung von 1529 zu einem selbständigen Rittergut. Neben dem Mittleren Haus erhielt Alhard das Altenhaus mit der übrigen Hälfte der zum Hohen Haus Störmede gehörenden Ackerländereien, dem Haus bei dem Kirchhof, dem Hopfen- und Bauernhof von der Westpforten und der Schäferei zu Langeneicke.
  
Alhard hatte Bestrebungen eine eigene Herrschaft Störmede zu behaupten, die unabhängig vom Erzstift Köln bestehen sollte. 1550 trug er mit seinen Brüdern und Vettern der von der Linie Hohen Haus ausgehenden Familienzweige die Güter der Familie von Hörde Kaiser Karl V. an und ließ sie sich wieder als Reichslehen verleihen. Dem Kurfürsten von Köln sprach er zudem jegliche Hoheit im Gebiet der Herrschaft Störmede ab. Als er jedoch eine befestigte Burg mit Wall bauen wollte, schritt der Kurfürst von Köln, Salentin von Isenburg, ein und setzte den Machtansprüchen ein Ende. Die Besitzer des Alten Hauses, von Eringerfeld, von Schwarzenraben und vom Hohen Haus mussten 1577 auf ihre landesherrlichen Rechte in den zur Störmede gehörenden Dörfer verzichten (Salentinischer Rezess). Die Gogerichtszuständigkeit Störmedes wurde Geseke zugesprochen.

Alhard der Jüngere verstarb schließlich 1575 ohne Nachkommen zu hinterlassen. Alhard setzte in seinem Testament Rütger von Hörde zu Schwarzenraben, Sohn seines verstorbenen Bruders Jörgen und Christopher von Hörde zu Eringerfeld, Sohn seines verstorbenen Bruders Christoph als Erben ein. Sie sollten sich des Weiteren mit Christine von Plettenberg, Witwe seinen kinderlos verstorbenen einzigen Sohnes Alhard vergleichen. Seiner Ehefrau und der Tochter seines verstorbenen Bruders Temme vermachte er Geldsummen.  

Gegen 1830 wurde der Nobishof, der später als Vorwerk von Schloss Eringerfeld genutzt wurde, abgerissen.
   

 

(3)

Sohn Jorgen: Schwarenraben
   
Alhards Sohn Jürgen (Jorgen, Jeorg) von Hörde, Drost zu Lippstadt, bekam die Hälfte von Wambeke. Er begründete die Linie von Hörde zu Schwarzenraben, die 1584 die andere Hälfte von Wambeke hinzu erwerben konnte. 1781 erbten die Hörde zu Schwarzenraben Schloss Eringerfeld von der Linie von Hörde zu Eringerfeld. 1792 erbten sie zudem den Besitz der Familie von Droste zu Erwitte.
  
Ferdinand Dietrich von Hörde zu Schwarzenraben und Störmede war verheiratet mit Franziska Katharina, die Schwester des letzten Droste zu Erwitte. Der Enkel dieses Paares, Engelbert Matthias von Hörde, war der letzte Herr von Hörde. Seine Ehe mit Kunigunde von Asbeck blieb kinderlos, so dass mit seinem Tod im Jahre 1846 sein gesamter Besitz durch Erbschaft an die Familie von Ketteler fiel.
   

 

(4)

Sohn Christoph: Eringerfeld
       
Schließlich erhielt Alhards Sohn Christoph von Hörde zu Störmede bei der Teilung im Jahre 1529 das halbe Gut Eringerfeld. Damit begründete er die Linie von Hörde zu Eringerfeld. 1615 konnte die andere Hälfte vom Jungfernstift zu Lippstadt  angekauft werden. Die Linie von Hörde zu Eringerfeld erlosch 1781 mit Franz Ludolf von Hörde im Mannesstamm. Die Erbschaft ging an die Familie von Hörde zu Schwarzenraben.
    

 

(5)

Sonstige Besitzverteilung
    
1575 teilten die 4 selbständigen, 1529 entstandenen, Linien der Familie von Hörde den bis dahin gemeinschaftlich gehaltenen übrigen Besitz an den Bauern und Köttern auf.  
    

 

III.

Sonstige nachfolgende Besitzer
     
Wie bereits erwähnt, vereinte sich 1804 der Besitz an der Störmeder Burg in den Händen der Familie von Bocholtz zu Störmede.
  
Aufgrund von finanziellen Schwierigkeiten verkaufte die Familie Bocholtz zu Störmede 1879 den Besitz an den Lippstädter Kaufmann Dietrich Modersohn.  

1881 erwarb der Freiherr von Ketteler-Harkotten zu Schwarzenraben die gesamten Störmeder Liegenschaften.  

Das Schloss war bis in die 60er des 20. Jahrhunderts bewohnt. 1964 verstarb Richard Freiherr von Ketteler als letzter Bewohner des Hauses. Dessen Erbe veräußerte die Anlage nebst Park 1970 an die Stadt Geseke.

Der Heimatforscher Karl-Josef von Ketteler, der auf Schloss Schwarzenraben geboren wurde und über das Schloss ein sehr interessantes Buch geschrieben hat (s. Literaturverzeichnis), lebte nach dem Verkauf des Schloss Schwarzenraben bis zu seinem Tod auf dem Rittergut Störmede.  

Heute wird der verbleibende Teil der Anlage zu Wohnzwecken genutzt.  
    

B.

Baugeschichte
   

 

I.

Einleitung
    
Gegen 826 erfolgte die erst urkundliche erste Erwähnung Störmedes als "Sturmithi" im Verzeichnis der Schenkungen des Klosters Corvey. Es handelte sich dabei nicht um eine geschlossene Siedlung, sondern um eine Mark unbekannten Ausmaßes, dessen Mittelpunkt die Burg Störmede bildete. Die Burg befand sich zu dieser Zeit auf dem jetzigen Kirchplatz und dessen nächster Umgebung. Der Burgplatz hatte etwa die Ausmaße von ca. 2 ha. Es handelte sich vermutlich hierbei um eine Motte. Das Burggelände war durch eine doppelte Ringmauer befestigt. Auf dem Gelände befand sich das Haus des Jägers, der Kornspeicher, die Häuser der Burgmänner und der aus Sandstein erbaute Palas, der wahrscheinlich unter dem westlichen Teil der heutigen Kirche lag. Die Befestigungsmauern hatten eine Dicke von 2 m. Des Weiteren gehörte zu der Burg ein Gotteshaus, das vermutlich im 12. Jahrhundert auf den Resten eines Vorgängerbaus aus karolingischer Zeit errichtet wurde.
  
Heute ist lediglich das unlängst restaurierte Landhaus, das sog. „Hohe Haus“, alte Stallungen, Mauerreste, Torhäuser, Scheunen und das verfallenen Schloss (Altes Haus) vorhanden.  

Der nördliche Teil der Anlage wurde gegen Ende der 80er/Beginn der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts von einem Privatmann in Kleinstarbeit wiederhergestellt.  

Das Schloss und die Wirtschaftsgebäude wurden bis in die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts ihrem Bauzweck entsprechend genutzt.  

1964 verstarb Richard Freiherr von Ketteler. Wenige Jahre später verließ Baronin Irene das Schloss und zog zu ihren Kindern. Ab dem 01.09.1970 wurden die Ländereien des Gutes vom Schloss Schwarzenraben aus bewirtschaftet und verwaltet. Da die gesamte Anlage mit Ausnahme des Hohen Hauses und des Gartenhauses sodann nicht mehr genutzt wurden, verfielen sie zusehends. Das Schlossgebäude verfiel leider zur Ruine.  

Die beiden mit Wappen versehenen Torhäuser tragen die Jahreszahl 1617. Erbaut wurden sie für Bernhard Sylvester von Hörde. Im 17. Jahrhundert wurden auf dem Schlossgelände weitere Gebäude erbaut.  

Die Zufahrt zu dem Schlosshof erfolgte vermutlich durch das kleine Torhaus (Lübbeling). Der Haupteingang zum Schlossgebäude führte ursprünglich von Westen über eine steinernde Brücke.  
              

 

II.

Altes Haus
     
Das Alte Haus befand sich auf dem südlichen Teil des jetzigen Schlossgeländes. Das alt bezeichnet die größeren Vorrechte des Alten Hauses gegenüber dem Hohen Haus. Das Alte Haus besaß u.a. die Mühlenrechte über die Eringer (heute Pieper) und die Brantenbaumer Mühle - trotz der vorgenommenen Teilungen. Diese Rechte lagen bei dem Alten Haus bis zum Ende des 18. Jahrhunderts. Aufgrund eines Vertrags aus dem Jahre 1514 durften die Besitzer des Hohen Hauses ihr Mehl jedoch kostenlos in den Mühlen mahlen lassen. Zwar versuchten auch die Besitzer des Hohen Hauses eine Bock-Windmühle zu bauen und hierdurch eigene Mühlenrechte zu erwerben, jedoch scheiterte der Bau an dem Einspruch der Besitzer des Alten Hauses. Ein jahrzehntelanger Rechtsstreit folgte, da die Besitzer des Alten Hauses eine Beeinträchtigung ihrer Mühlenrechte befürchteten.  
   
Beim Alten Haus lag auch ursprünglich der einzige Zugang zu dem Burgareal; vermutlich an der Stelle des großen Torhauses im Süden der Anlage. Von dort aus gelangten die Bewohner des Hohen Hauses über den Wall zu ihrem Wohnsitz. In der Mitte des 16. Jahrhundert erhielt das Hohe Hause einen eignen Zugang vom Kirchplatz im Westen aus. Während die Alte Burg auf dem heutigen Kirchplatz von einer mächtigen Mauer umgeben war, war die neue Anlage lediglich durch einen Wall mit Graben mit einer Sohlenbreite von 4,35m und 3m Höhe gesichert.

Wahrscheinlich ließ Bernhard Sylvester auch das Alte Haus errichten; vermutlich auf den Resten eines Vorgängerbaus. Es handelt sich dabei um einen Zweiflügelbau mit Binnenturm.

1860 wurden spätklassizistische Putzdekorationen in dem Schlossgebäude angebracht.

Der Schlossbau (Altes Haus) war von einer Gräfte umgeben, die heute nur noch teilweise vorhanden ist. Die zugeschütteten Teile wurden mit Teilen des Abraummaterials des Dorfwalls aufgefüllt und teilweise verlandete sie. Heute sind die Reste der Gräfte ausgetrocknet.
   

 

III.

Das Hohe Haus
    
Vermutlich war das aus Fachwerk errichtete Hohe Haus im 17. Jahrhunderts von einer Mauer umgeben, von der heute nur noch Reste vorhanden sind. Westlich des Hohen Hauses befindet sich noch eine freistehende Mauer.  
   
Die Wirtschaftsgebäude im Nordosten der Anlage sind zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach Abbruch der alten Begrenzungsmauer erbaut worden. Es handelt sich hierbei um eingeschossige Gebäude mit Mansarddach. Die sich hieran im Westen anschließenden Schweine- und Pferdeställe sowie die Scheune sind in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts abgebrochen worden.
   

 

IV.

Kleines Torhaus
     
Das kleine Torhaus (genannt Lübbeling bzw. Lübeling bzw. Lüveling), gehört zur ältesten Bausubstanz der Schlossanlage. An der Stelle lag wahrscheinlich bereits im 14. Jahrhundert der gemeinsame Zugang zu dem Alten und Hohen Haus. Zwischen den auf den beiden Häusern ansässigen Adelsfamilien gab es häufiger Streitigkeiten. Deshalb bauten die Besitzer des Hohen Hauses Mitte des 16. Jahrhunderts einen eigenen Zugang von Osten her über den nördlichen Teil des Kirchplatzes. Lange Zeit wurde das Torhaus nicht bestimmungsgemäß genutzt, weshalb die Zufahrt von Osten her zugemauert wurde. Im Rahmen der Restaurationsarbeiten im Jahre 1991 wurde im März ein Durchbruch vorgenommen und wieder geöffnet. Zudem wurde das Torhaus umfassend renoviert, so dass es seitdem zu Wohnzwecken genutzt wird.
    
Die Bezeichnung Lübbeling leitet sich von dem 1829 verstorbenen Rentmeister Franz Heinrich Lübeling ab. Von den ursprünglichen, die Geschosse verbindenden, Wendeltreppen ist heute nur noch die obere vorhanden.  
    

 

V.

Großes Torhaus
    
Das große Torhaus (sog. oberste Pforte) befindet sich im Süden der Anlage. Die beiden Obergeschosse wurden wahrscheinlich als Speicher genutzt.
  
In dem westlich der Durchfahrt gelegenen Raum befindet sich ein Kamin; in dem Östlichen eine Wendeltreppe, die in die oberen Geschosse führt.
    

 

VI.

Wirtschaftshof
     
Heute sind noch Teile der alten Befestigungsmauer vorhanden. Sie befindet sich westlich des großen Torhauses sowie im Norden der Anlage, wo 2 Rundtürme in der Mauer noch erhalten sind. Der westliche Turm sowie ein Teil der Wirtschaftsgebäude wurden 1959 durch einen Brand weitgehend zerstört. Der Schafstall wurde 1960 aus Backstein wieder neu aufgebaut. Ebenso ist der westliche Turm wohl wieder hergestellt worden. Jedenfalls gibt es auch einen Turm im Westen. Er trägt an seiner nördlichen Seite einen mit dem Wappen der Familie von Hörde versehenen Wappenstein, der folgende Inschrift enthält: „Bernhardt Sylvester von Hörde hat durch Gottes Gnade dis Haus gebawet“. Über dem Wappen befindet sich die Jahreszahl 1617.
    

 

VII.

Gartenhaus
    
Das Gartenhaus aus Fachwerk ist vermutlich in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts errichtet worden.
    

 

VIII.

Sonstiges
   
Den Zweiten Weltkrieg überstand das Schloss unbeschadet.  
   
In der Mitte der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde der Wall an der Westseite des Burggeländes völlig beseitigt. An den anderen Stellen folgte die Beseitigung erst in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts.

 

 

Fotos
          

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