Schloss Strünkede - Burgen, Schlösser und Herrensitze in Westfalen-Lippe

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Schloss Strünkede

Bauwerke > geordnet nach Kreisen > Stadt Herne

Adresse

Schloss Strünkede
Karl-Brandt-Weg 5
44629 Herne-Baukau (Stadt Herne)
Tel.: 02323/161072
    

Karte
    


Besichtigungsmöglichkeiten
            

Außen- und Innenhofbesichtigung  
Eine Außenbesichtigung sowie die Innenhofbesichtigung sind jederzeit möglich.  

Innenbesichtigung
Eine Innenbesichtigung des Emschertal-Museums ist zu den folgenden Öffnungszeiten möglich:

 

Dienstag bis Freitag

Samstag

Sonntag

10.00 Uhr bis 13.00 Uhr und 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr  
14.00 Uhr bis 17.00 Uhr  
10.00 Uhr bis 13.00 Uhr und 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr

Führungen
Führungen für Gruppen können nach Voranmeldung vereinbart werden.
  

Geschichte
  

Besitzgeschichte

Die Ritter und seit 1636 Freiherren von Stünkede besaßen vom Mittelalter bis in das 18. Jahrhundert die Grundherrschaft und das Gericht mit den Bauernschaften Baukau, Hiltrop, Horsthausen, Pöppinghausen, einem Teil von Sodingen und dem Kirchspiel Herne. Zudem gehörte das Gericht Castrop seit 1316 und mit Unterbrechungen wieder von 1645 bis zum Aussterben der Familie von Stünkede zum Strünkeder Machtbereich. Für die Bewohner des Gerichtsbezirks Castrop galt Strünkede als Berufungsinstanz.

Auf den Namen Strünkede weist erstmals eine schriftliche Überlieferung des Jahres 1142 hin, als Wessel von Strünkede als Zeuge in einem Streit des Stiftes Essen aussagte. Der Name Strünkede geht wohl aus dem mittelhochdeutschen Wort „Strunk“ (=gerodeter Baum) hervor.

Die Familie von Strünkede gehörte einem der ältesten westfälischen Rittergeschlechter an. Das Ansehen und die Macht der Familie und die Festigkeit des Schlosses veranlassten verschiedene Ritter, um ein Burglehen auf Strünkede nachzusuchen. So entstanden Burghäuser neben dem Hauptschlosse, welche sich so vermehrten, dass bereits im 14. Jahrhundert Strünkede und Zubehör einer kleinen Stadt ähnlich war.

1220 wird ein Theoderich von Strünkede als Ministeriale des Grafen von Cleve genannt. 1263 begaben sich die bis dahin reichsfreien Stünkeder in die endgültige Abhängigkeit der Grafen von Cleve. Gerhard von Strünkede und seine Nachkommen erkannten die Grafen von Cleve als Schutzherren an und machten die Burg zu ihrem Offenhaus.

Durch die Lehensbindung der Stünkeder an Kleve und die Nachbarschaft zu dessen Widersacher, dem Erzbistum Köln, war die Burg Strünkede im 14. bis 16. Jahrhundert in zahlreiche Fehden verwickelt und wurde häufig von Kölner Gefolgsmännern belagert. 1317 griff der Graf von der Mark das Schloss an, ließ einen Teil niederreißen und verwehrte dem rechtmäßigen Besitzer den Wiederaufbau. Im Jahre 1320 eroberte es der Graf von der Mark vollständig und nahm das Schloss in Besitz. 1352 waren die Herren von Strünkede wieder in dem Besitz des Schlosses.
 
Die Herzöge von Kleve behaupteten die Oberhoheit und 1482 belehnte einer derselben den Junker Reinhard von Strünkede und dessen Oheim Johann mit dieser Herrschaft. Reinhard setzte sich aber bald gewaltsam in den Alleinbesitz, und da er sich außerdem auch gegen seinen Lehnsherrn, den Herzog feindlich benahm, wurde Strünkede belagert und die Vorburg eingenommen.

Der unter dem Preußenkönig Friedrich Wilhelm I. ernannte Etats- und Kriegsminister und Präsident der Clevisch-Märkischen Regierung Johann Conrad Freiherr von Stünkede überlebte seine 11 Kinder. Als er 1742 verstarb, wurde sein Vetter Ludwig von Strünkede aus der Nebenlinie Strünkede-Dorneburg sein Erbe. Als er schließlich 1777 verstarb, war das Geschlecht von Strünkede endgültig ausgestorben. Durch Erbgang ging Strünkede an eine mit Arnold Freiherrn von Pallandt-Osterveen verheiratete Verwandte aus der Linie Strünkede zu Crudenburg bei Hünxe. Die Erbtochter Adolfine Caroline von Pallandt-Osterveen ging 1810 mit dem Hauptmann Friedrich Freiherr von Forell die Ehe ein und brachte in diese Verbindung Schloss Strünkede mit ein.

1900 verkaufte die Familie von Forell, das gesamte Anwesen an die Harpener Bergbau-Gesellschaft. Diese begann mit Umbauarbeiten und gestaltete das Schloss zur historischen Gaststätte um.

1938 zog das Emschertal-Museum in das Schloss ein.

1948 ging das Schloss schließlich in das Eigentum der Stadt Herne über.
 

Baugeschichte

Erste Spuren einer Besiedlung auf dem heutigen Schlossgelände lassen sich bereits in vorchristlicher Zeit nachweisen. Ein solches Gräberfeld befindet sich nordwestlich des heutigen Schlosses. Die ehemals westlich des heutigen Schlosses gelegene Wallburg des 11. bis 13. Jahrhunderts war der Vorgängerbau der hochmittelalterlichen Burg Strünkede.

Es wird vermutet, dass mit dem Bau von Teilen des heutigen Schlosses frühestens in der Mitte des 14. Jahrhunderts begonnen wurde. Erstes Teil ist der erhöhte und hervorspringende zweieinhalbgeschossige Eckpavillon mit Pyradmidendach. Ursprünglich war das Dach mit einen schiefergedeckten Haube mit einer abschließenden Laterne versehen.

Im späten 16. Jahrhundert kam der Nordostflügel hinzu und im 17. Jahrhundert der Südwestflügel. Er wurde in zwei Bauabschnitten 1664 fertig gestellt. Wann der Dritte Flügel errichtet und auch wieder abgerissen wurde, ist unklar. Lediglich im Innenhof ist noch der Ansatz des dritten Flügels sichtbar. Im Zuge der Bauarbeiten wurde der Schlossteich auf eine Größe von 200 x 220 Meter vergrößert. Zudem wurde westlich des Herrenhauses ein französischen Barockgarten angelegt, der heute jedoch völlig verschwunden ist.

Die Südseite des Schlosses beträgt die Länge von 45 Metern, die Ostseite hingegen 43 Meter. Der südwestliche zweigeschossige Flügel hat acht mal zwei Fensterachsen.

Das Schloss wurde aus Bruchstein errichtet. Von 1975 bis 1980 wurde im Rahmen der Renovierung der Anlage das Schloss gelb verputzt.

Das alte Torhaus und die Vorburggebäude sind um 1800 verschwunden.
 
Östlich des Schlosses stand seit 1316 zwischen der inneren und äußeren Gräfte eine Schlossmühle. Sie musste 1850 ihren Betrieb einstellen, da die Abbaufelder der nahe gelegenen Zeche den Gräften und dem Schlossteich Wasser entzogen.
 
Damit ist das bestehende zweiflügelige Wasserschloß dem Frühbarock zuzuordnen. Das es einst als Bruchsteinbau errichtet wurde, lässt sich nur noch am Sockel erkennen. Seine heutige gelbe Farbe erhielt das Schloss in Anlehnung an eine Farblithografie von 1860/70 und nach Analyse alter Putzreste im Rahmen einer umfangreichen Restaurierung in den Jahre 1975 bis 1980.
               

Schlosskapelle

Die 1272 für Bernd von Strünkede errichtete gotische Schlosskapelle gilt als das älteste Bauwerk der Stadt Herne.

1395 wurde die Kapelle mit Segen des Kölner Erzbischofs Friedrich III. von Saarwerden in eine Pfarrkirche für den öffentlichen Gottesdienstes umgewandelt. Zudem diente die Kapelle als Begräbnisstätte einiger Strünkeder Herren. Insbesondere der 1529 gestorbene „tolle Jobst“ wurde dort begraben.

Goddert von Stünkede führte 1584 die Reformation mit lutherischem Bekenntnis ein.

1686 wurde die Kapelle durch die Witwe des Gottfried von Strünkede in eine calvinistische Kirche umgewandelt.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts verfiel die Kapelle. Der Glockenturm wurde 1802 entfernt. Bis zum Zweiten Weltkrieg wurde die Kapelle schließlich als Scheune, Stall, Hundezwinger u. ä. genutzt.

1944 verlor die Kapelle durch Sprengbomben ihr Dach und die Wölbungen.

1948 wurden Kapelle und Schloss Eigentum der Stadt Herne. Es wurden Widerherstellungsmaßnahmen zur Beseitigung der Schäden aus dem Zweiten Weltkrieg zu beseitigen.

Heute wird die Schlosskapelle zu Konzerten, Trauungen und Taufen und dem Gottesdienst kleinerer Glaubensgemeinschaften genutzt.
      

Fotos
   

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