Burg Verne - Burgen, Schlösser und Herrensitze in Westfalen-Lippe

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Burg Verne

Bauwerke > geordnet nach Kreisen > Kreis Paderborn

Adresse
  
Vernaburg
Krewetstraße 3
33154 Salzkotten-Verne (Kreis Paderborn)
Vernaburg.de
   

Karte
          

   
Besichtigungsmöglichkeiten

   
Unvorangemeldet ist ein Zutritt nicht erlaubt. Angeblich soll aber nach telefonischer Terminsabsprache eine Besichtigung möglich sein. In unregelmäßigen Abständen werden in neuerer Zeit Burgfeste veranstaltet. Das 1. Fest dieser Art fand am 11.09.1993 statt.
   


Geschichte
 

Besitzergeschichte
 
Die aus der Ruhrgegend stammende Familie von Krewet (Crevet, lat. Cancer (Krebs), auch Crevet, Kreveth, Krewett und Kriefft geschreiben) erwarb im späten 14. Jahrhundert von den Herren von Verne (Verne bedeutete früher Forelle) durch Einheirat das Amt Verne, Klein Verne und Enkhausen.  

1607 ließen der Ritter Wilhelm von Krewet und dessen Ehefrau, Anna Maria von Westphalen zu Fürstenberg, das Schloss Vernaburg errichten. Der Ritter Wilhelm von Krewet gab seine Residenz auf dem Burgmannshof Freiheit im Weichbilde von Salzkotten auf und siedelte auf die neu erbaute Vernaburg über. Die Familie von Krewet gehörte neben den Familien Stapel, von Brenken und von Haxthausen zu den 4 Edlen Meiern des Hochstifts Paderborn.  

Um 1613 verstarb Wilhelm von Krewet. Erbe wurde sein Sohn Dietrich Wilhelm von Krewet, der wiederum am 06.08.1638 kinderlos verstarb. Mit ihm starb somit die Familie Krewet im Mannesstamm aus. Er wurde durch seine drei Schwestern beerbt. Dies hatte Erbstreitigkeiten zwischen ihnen zur Folge, die schließlich dazu führten, dass der Besitz in 3 Teile geteilt wurde. Das Amt Verne inclusive der Vernaburg und dem Gut Wandschicht fielen über Anna-Maria von Krewet an ihren Ehemann Arnold von und zu Brenken aus der Erpenburger Linie an die Familie von Brenken, in dessen Eigentum sich die Burg auch noch heute befindet. Sie hat das Anwesen vermietet. Wie die Burg durch die Familie von Brenken bis zur Zerstörung benutzt wurde, ist unklar. Teilweise nennen Quellen eine Nutzung als Witwenwohnsitz. Andere Quellen sprechen von einer Nutzung als Archiv. Jedenfalls soll die Burg bereits im 18. Jahrhundert zur Ruine verfallen sein.

Der übrige Besitz des Dietrich Wilhelm von Krewet fiel über seine beiden anderen Schwestern an die Familien von Imbsen und von Haxthausen zu Welda. Die Schwester Maria von Krewet heiratete Caspar Friedrich von Haxthausen zu Welda. Die älteste Erbtochter Odilia von Krewet heiratete Walter Adrian von Imbsen auf Wewer.  

Am 22.12.1633 fanden auf der Burg Verne Waffenstillstandsverhandlungen über die Kapitulation Salzkottens statt. Der schwedische Generalfeldmarschall Dodo von Inn- und Knyphausen und der Landgraf Wilhelm V. von Hessen brachen die Verhandlungen jedoch ab und ließen Salzkotten erstürmen. Von Knipphausen hatte zuvor auf der Burg sein Hauptquartier aufgeschlagen. Von hier aus leitete er die Belagerung und Zerstörung Salzkottens ein. Hierbei sollen bis auf ca. 150 bis 200 von ca. 500 bis 550 Salzkottener ihr Leben verloren haben. Auch für die Zeit des Dreißigjährigen Krieges stellt sich dies als herausragendes Massaker dar, wenngleich die Angabe der Anzahl der Toten vereinzelt in der Literatur bezweifelt wird. Die Burg Verne selber wurde nicht in nennenswerte Mitleidenschaft gezogen.

Das Torhaus wurde von diversen Pächtern zu Wohnzwecken genutzt. Von 1880 bis 1975 bewohnte die Familie Isenken über 3 Generationen das Torhaus. Die Pächter waren u.a. auch dazu verpflichtet die Aufgabe eines Wiesenwärters für die Brenk´schen Flößwiesen wahrzunehmen, die sich nordwestlich der Burg befinden. Diese Tätigkeit nahmen Mitglieder der Familie Isenken bis 1933 wahr, bis 1933 Anton Iseken eine Sommerwirtschaft auf dem Burggelände errichtete. Die Wirtschaft wurde bis zur Beendigung des Pachtverhältnisses im Jahre 1975 fortgeführt. Die Gräfte wurde mit insgesamt 12 Paddelbooten zu den Höchstzeiten befahren.  

1975 zog der Paderborner Kaufmann Wilhelm Saamer mit seiner Familie auf die Vernaburg. Teile des Außenbereichs wurden neu gestaltet.  

Seit 1990 diente das Torhaus dem jetzigen Mieter Güther Naerger nebst Familie zunächst als Steuerkanzlei und jetzt ausschließlich noch als Privatwohnsitz.
  

Baugeschichte
  

 

Allgemeines
  
Das Schloss Vernaburg wurde 1607 für den Ritter Wilhelm von Krewet erbaut.  

Den Dreißigjährigen Krieg überstand die Burg unbeschadet.

Ihren heute noch erhaltenen Zustand erhielt die Vernaburg sehr wahrscheinlich im Siebenjährigen Krieg im Jahre 1756, als abziehende französische Truppen die Burg in Brand schossen.  

Die Gesamtanlage der Burg bildet ein Rechteck von ca. 100 zu 180 Metern. Haupt- und Vorburg befinden sich auf 2, von einer Gräfte getrennten, Inseln.

Der die Burganlage umgebende Wassergraben war ursprünglich 11 Meter breit. Er hatte eine Tiefe von ca. 1,5 bis 2 Meter; heute sind es lediglich noch 0,2 bis 0,8 Meter. Der Burggraben hat eine Größe von ca. 7 Morgen.  

Seit ca. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Krewetburg (Krewedeburg) Vernaburg, nach dem Ortsnamen Verna, genannt.  

Am 19.12.1989 wurde die Burg in die Denkmalliste der Stadt Salzkotten eingetragen.
   

 

Vorburg

Die Gebäude der Vorburg, die auf einer eigenen Insel lagen, sind heute nicht mehr vorhanden.  

Die heute noch erhaltene Scheune wurde 1850 errichtet. Es handelt sich um eine Fachwerkkonstruktion auf einem Bruchsteinsockel. An den Seiten befindet sich jeweils eine Holzverkleidung.
  

 

Hauptburg
   
Die Hauptburg befindet sich auf einer quadratischen Insel mit einer Seitenlänge von jeweils 75 Metern. Sie war durch einen quadratischen Mauer- und Wallring doppelt gesichert. Ursprünglich war die Mauer höher als sie sich heute darstellt. Es bestand die Möglichkeit das Gelände zwischen Burghaus und Wall als zusätzliche Verteidigungsmöglichkeit im Angriffsfall zu Fluten. Deshalb war wahrscheinlich das Gelände um die Ruine herum ursprünglich tiefer gelegen, als es heute der Fall ist. Die Befestigungswälle an der Nordostseite und an der Südostseite sind in der Mitte des 20. Jahrhunderts abgetragen worden. Die unmittelbar an den Südturm angrenzende Mauer ist in den 40-er Jahren des letzten Jahrhunderts eingestürzt. Das verbliebene Teilstück wurde in den 80-er Jahren des letzten Jahrhunderts durch ein Betonfundament gestützt.  

Der Zugang zur Hauptburg erfolgte von Nordosten durch ein gewölbtes Burgtor, das heute nicht mehr vorhanden ist.

An 3 Ecken befindet sich jeweils 1 Eckturm, die jedoch unterschiedlich in ihrer Größe sind. Der sich in der nördlichen Ecke ursprünglich befundene Eckturm ist heute nicht mehr vorhanden, soweit es ihn tatsächlich gegeben hat. Hierfür spricht zwar das andernfalls das Bild einer regelmäßigen Anlage nicht gegeben wäre. Andererseits gibt es keinerlei Belege oder sonstige Anhaltspunkte, die die Existenz bestätigen würden. Mauerreste oder dergleichen gibt es nicht.

Den ungefähren Mittelpunkt der Hauptburg bildet der heute auch noch vorhandene Turm der Burgruine, der wohl als Wachstube diente. Die eigentliche Burg schließt sich hieran nach Süden ausgerichtet an. Die Burg wurde im Stil der Weserrenaissance erbaut.  

Die Höhe des Erdgeschosses betrug 3,18 Meter.  

Ein großer Teil der Schießscharten ist noch heute sichtbar.

Der heute noch gut erhaltene Ostgiebel wurde als Volutengiebel aus festen Bruchsteinen mit Werksteineinfassungen erbaut. Er ist dreifach treppenförmig abgestuft. Zum Schmuck trug er in den Absätzen Eckfüllungen mit Voluten, die von Hermen und Pilastern in der Wandfläche begrenzt wurden. Jede der 3 Stufen war mit barocker Ornamentik ausgestattet, deren Schnörkelwerk hörnerartig aus der Grundfläche herausragte. Am Eingang des Herrenhauses sind noch aus der Mauer heraustretende Kragsteine oder Konsolen sichtbar. An der Giebelwand und am Turm sind oberhalb der Fenster noch die Entlastungsbögen ersichtlich.  

Der Eckturm der Ruine trägt an der Außenseite des Obergeschosses ein dreiteiliges Epitaph aus Sandstein, das durch den Osnabrücker Bildhauer Adam Stenelt gestaltet wurde. Es zeigt eine Darstellung des Sündenfalls, die im Mittelfeld von 2 Karyatiden begrenzt wird. In einer halbrunden Nische des Oberteils ist die Caritas mit 2 seitlich flankierenden Putten dargestellt. Darüber befindet sich eine Figur. Den unteren Abschluss bildet eine Kartusche mit dem Familienwappen, das von 2 Knaben gehalten wird. Im geteilten ovalen Wappenschild erscheinen ein aufrecht stehender Krebs und ein Turnierkragen mit waagerechten Balken, also die Wappen des Erbauerehepaars Krewet und Westphalen. Das Epitaph war ursprünglich farblich gestaltet.  

An der Rückseite der Burg befinden sich Fenster unterschiedlicher Größe. Teilweise wurden die vorhandenen Fenster in der Mitte des 19. Jahrhunderts ersetzt. So wurden dreiteilige Fenster eingebaut. Ebenso stammen die dreiteiligen Fenster an der Frontseite aus dieser Zeit. Gleiches gilt auch für die dreiteiligen Fenster des Eckturms.  

Sehr wahrscheinlich hatte die Burg noch einen heute nicht mehr vorhandenen Anbau in südöstlicher Richtung. Das konkrete Aussehen sowie die verwendeten Werkstoffe sind heute unbekannt.  

Im Norden, neben dem Eingang zur Hauptburg, befindet sich ein Rundturm, der seit der Mitte des 19. Jahrhunderts von einem schlichten Kegeldach bedeckt ist. Ursprünglich war er mit einer welschen Haube mit krönender Laterne versehen, die die Burg jedoch während des Beschusses im Siebenjährigen Krieg verlor.

In den 1820er Jahren gab es Pläne zum Wiederaufbau der Burg, die jedoch nicht realisiert wurden.  

In den 1930er Jahren wurde die Burg zu einem beliebten Ausflugziel. 1933 erhielt Anton Iseken eine Konzession zum Ausschank nichtalkoholischer Getränke. Die Vernaburg wurde im Rahmen einer Sommerwirtschaft bewirtschaftet.  

Seit 1975 wird die Burg wiederum bis in die heutige Zeit privat benutzt.  

Die Burg wurde 1974 renoviert. Im Mittelpunkt stand hierbei die Burgruine. An der vorderen Giebelwand wurde das überstehende Mauerwerk bis zur obersten Stufe der Sandsteineinfassung abgetragen. Die Giebel- und Rückwand im Inneren wurde verputzt. Außerdem wurden vorstehende Wandflächen durch Putz vor Witterungseinflüssen geschützt.  

Nordwestlich der Ruine auf der Hauptburginsel befindet sich ein unter Einbeziehung eines runden Wehrturms errichtetes Wohnhaus aus neuerer Zeit; das ehemalige Torhaus. Es befindet sich neben der Zufahrt zur Hauptburg. An das Gebäude gliederte die das bereits genannte Burgtor an. Das Torhaus ist auf einem Sockel aus Bruchsteinen erbaut worden. Sämtliche Wände, bis auf die Wände der Nordostseite, waren einst aus Fachwerk erbaut worden. An der Nordostseite gliedert sich ein Torturm an. Außerdem befindet sich in der Wand eine Kanonenrohröffnung.

Die Gebäude, die zur Betreibung der Sommerwirtschaft errichtet worden waren, wurden 1975 abgerissen.  

1975 bis 1976 wurde das Torhaus nach hinten verlängert, so dass es um einen seitlichen Wohnbereich vergrößert wurde.  
   

Fotos
      

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