Burg Vischering - Burgen, Schlösser und Herrensitze in Westfalen-Lippe

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Burg Vischering

Bauwerke > geordnet nach Kreisen > Kreis Coesfeld

Adresse
 
Burg Vischering
Berenbrock 1
59348 Lüdinghausen (Kreis Coesfeld)
Burg-Vischering.de
  

Karte
   


Besichtigungsmöglichkeiten/Veranstaltungen
   

Museum
Öffnungszeiten des Museums:

 

April - Oktober:

10.00 Uhr bis 12.30 Uhr

 

13.00 Uhr bis 17.30 Uhr

 

November-März:

10.00 Uhr bis 12.00 Uhr

 

13.30 Uhr bis 16.30 Uhr

 

Montags ist das Museum geschlossen. Außerdem ist es vom 24. bis 26. Dezember sowie vom 31. Dezember bis 01. Januar geschlossen.
Sowohl in der Vorburg als auch in der Hauptburg sind Museen untergebracht. Das Museum in der Vorburg stellt das Alltagsleben des bäuerlichen Umlandes vor. In der Hauptburg können ein Schatzfass, ein Fussblock, eine Hakenbüchse und ein Harnisch besichtigt werden; ferner ein reich verziertes Renaissance-Bett und eine gedeckte Tafel. Im Innern befinden sich einige Kamine, deren Datierungen auf die Hauptbauzeit in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts hinweisen. Interessant ist ein hölzernes Himmelbett mit reichgeschnitzten Reliefs aus dem Alten Testament sowie vier Wappen aus dem Ende des 16. Jahrhunderts. Ferner kann das eiserne Halsband besichtigt werden, das 1518 Goddert von Härmen seinem Gegner Lambert von Oer auf dem benachbarten Haus Kackesbeck umwarf, um ihn zu zwingen einen Teil seines Besitzes aufzugeben. Das Halsband hätte den Erstickungstod gebracht, wenn nicht ein Schmied aus Münster das Schloss aufgesprengt hätte.

Führungen
Gruppen- und Einzelführungen finden nach Voranmeldung (Tel.: 02591/799011) statt.

Innenburganlage
Die Innenburganlage kann besichtigt werden.  

Außenanlage
Die Außenanlage kann jederzeit besichtigt werden.  

Schlosskonzerte
Im Rittersaal werden regelmäßig Schlosskonzerte veranstaltet.

Café-Restaurant
In der Hauptburg befindet sich ein Café-Restaurant.

Sonstiges
In unregelmäßigen Abständen findet zwischen den Burgen Vischering und Lüdinghausen ein Ritterfest statt. Dort gibt es ein Ritterturnier sowie unterschiedliche Märkte zu sehen. Ferner werden mittelalterliche Handwerke vorgestellt.
  

Geschichte
         

Besitzergeschichte
         
Als die Herren von Lüdinghausen, die Brüder Hermann und Bernard, neben der starken Burg Lüdinghausen noch die Burg Wolfsberg errichteten, erbaute der münsterische Bischof Gerhard von der Mark 1270 die Burg Vischering an der Stelle einer alten Fliehburg. In der damaligen Auseinandersetzung zwischen dem bischöflichen Landsherren und dem Adel, diente die Burg dem Ausbau der bischöflichen Landesherrschaft und als Gegengewicht zu den Herren von Lüdinghausen. Im Rahmen der Auseinandersetzungen eroberte der Bischof von Münster in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts beide Burgen. Dennoch verblieben die Burgen bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts im Besitz der Lüdinghauser Herren.

Als erbliches Allodialgut wurde Burg Vischering 1271 dem Droste Albert von Wulfheim übertragen, dessen Familie sich seit dem 14. Jahrhundert "von Droste zu Vischering" nennt. Die Burg befindet sich noch heute im Eigentum der Familie.
       

Baugeschichte

Burg Vischering besteht aus zwei getrennten Inseln. Haupt- und Vorburg sind durch eine Holzbrücke miteinander verbunden. Die Gräfte ist von einem Wall umschlossen.
                 

 

Vorburg
         
Die Vorburg war zusätzlich durch Wallkopf und Vorwerk mit weiteren Gräben geschützt.

Das Bauhaus mit schlichtem Dreistaffelgiebel auf der trapezförmigen Vorburg wurde 1584 errichtet. Es misst die Maße von 13,2 Meter mal 26 Meter. Im Winkel dazu befinden sich die Wirtschaftsgebäude.

Das Zugbrückentor wurde 1546 erbaut.
            

 

Hauptburg

Zum Schutz der Anlage wurde im 13. Jahrhundert ein 1,6 Meter starker, nahezu runder, Mauerring direkt in das Steverwasser gebaut. Ursprünglich war diese Mauer zehn Meter hoch. Ca. 30 Prozent des Mauerrings dienten als Wehrgang. In einem Dreiviertelkreis befinden sich, dem Verlauf der Mauer folgend, die Wohngebäude. Heute ist noch in Höhe des Zweiten Stocks in ca. 8 Meter Höhe eine über dem Hof gelegene Tür zu erkennen, so dass der Wehrgang bei Errichtung des Gebäudetraktes zweigeschossig gewesen sein muss.

Die Ringmauer war ursprünglich ein geschlossenes Bauwerk ohne Fenster. Das Torhaus und die Fenster sind nachträgliche Durchbrüche der ursprünglich geschlossenen Ringanlage.

Das Torhaus der Hauptburg stammt aus dem Jahre 1519. Es überstand den Brand aus dem Jahre 1521 unbeschadet. Es weist die Jahreszahl 1519 auf und wird von dem Wappen des Drosten Johann und seiner Gemahlin Elisabeth von Münster geziert.

Bei dem großen Brand von 1521 brannte die Zweiinselanlage fast völlig aus. Die ursprüngliche Gestalt der Anlage ging weitestgehend verloren. U.a. ist das Archiv mit sämtlichen älteren Schriften verloren gegangen. Der Bergfried hingegen blieb verschont.

In den anschließenden Jahrzehnten erfolgte der Wiederaufbau auf den alten Fundamenten, wobei die Burg im Wesentlichen ihr heutiges Gesicht erhielt. Die Burg wurde zu einer Wohnburg umgebaut. Zwischen West- und Südflügel entstand die Auslucht. Der Erker an der Südseite zeigt mit der Jahreszahl 1617 das Wappen der Erbauer Heinrich von Droste Vischering und Cornelia von Ketteler. Im Erker befindet sich eine runde Falltür in dem Fußboden, die in das Kellergewölbe hinunterführt. Hier hätten bei einem erneuten Brand die Wertsachen in Sicherheit gebracht werden können. Ferner wurde die Burg mit Schießscharten versehen, um sich gegen die neue Waffentechnik verteidigen zu können.

Der achteckige Treppenturm stammt aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. Er hat eine eingezogene Welsche Haube und eine offene Krone mit einer Wetterfahne. Er diente früher als Wachturm und war mit einer Wachstube versehen. Er wurde im Rahmen der Wiederherstellungsmaßnahmen nach dem Brand 1521 hinzugefügt. Ebenso der Renaissance-Erker von 1619.

Ein weiteres Doppelwappen mit der Jahreszahl 1622 findet man am Dreistaffelgiebel vom Sohn Heinrich mit seiner Gemahlin Margarete von Raesfeld.

1681 zog die gesamte Familie von Droste zu Vischering in das neu erworbene
Schloss Darfeld um. Außer kleineren Renovierungsarbeiten fanden lediglich Reparaturarbeiten statt, weshalb heute die Burg Vischering im Wesentlichen in der damaligen Gestalt erhalten ist.

Die zwei Weltkriege hat die Anlage weitestgehend unbeschadet überstanden.

Anschließend erfolgten Renovierungsarbeiten. 1971 pachtete der Kreis Coesfeld die Burg und wandelte sie von einem Wohnsitz in ein Museum um. 1972 wurde das Museum der Hauptburg eröffnet und 1984 das der Vorburg.
  

Weiterführende Informationen
                

Gaerten-in-Westfalen.de

 

Fotos
    

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