Haus Welbergen - Burgen, Schlösser und Herrensitze in Westfalen-Lippe

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Haus Welbergen

Bauwerke > geordnet nach Kreisen > Kreis Steinfurt

Adresse
   
Haus Welbergen
Blomenhuis Blomenhaus
Bertha Jordaan-van Heek Stiftung
Bökerhook 4
48607 Ochtrup-Welbergen (Kreins Steinfurt)
Tel: 02553/1333 oder 02553/972728
   
Kontaktadresse
  
Bertha Jordaan-van Heek Stiftung
Geschäftsführer Heinz H. Baumeister
Hammer Str. 95
48153 Münster
Tel: 0251/972330
           

Karte
      

  
Besichtigungsmöglichkeiten


Die Außenanlage incl. Innenhof ist jederzeit frei zugänglich. Die Benutzungsregelung hängt am Eingang aus. Der Innenhof kann ohne Anmeldung besichtigt werden. Für Gruppen besteht nach Voranmeldung (Tel.: 0251/972330) die Möglichkeit das Innere des Hauses zu besichtigen.
        

Geschichte
           

Besitzergeschichte
       
Haus Welbergen wurde erstmals 1282 urkundlich als Sitz der Herren von Welbergen (Welberghe) erwähnt.

1339 ging Welbergen über an die Ritter von Blome und 1505 durch Heirat der Erbtochter, Anna von Blome, mit Morbeck von Oldenhaus in den Besitz der Herren von Oldenhues. Die Familie von Oldenhaus ließ den Rittersitz während der Zeit, als er sich in ihren Händen befand, grundlegend umgestalten.
 
Mit Johann von Oldenhaus starb die gleichnamige Familie aufgrund mangelndem Nachwuchses aus. Seine Witwe vermachte nach ihrem Tod im Jahre 1624 ihrem Bruder Schweder Schele zu Weleveld Haus Welbergen.
  
1688 kauften Godfried Henrich Roye und seine Ehefrau Margaretha Velthaus Haus Welbergen. 1712 erbte Heinrich Franz Bucholtz, Sohn Margarethas aus 1. Ehe, Haus Welbergen.
  
Unter Franz Casper Bucholtz erlebte Welbergen eine Zeit geistig-kultureller Blüte. Vom 04.12.1787 bis zum 19.03.1788 logierte der berühmte Königsberger Philosoph Johann Georg Hamann aus der Wasserburg. Außerdem pflegte Bocholtz Kontakte zu zahlreichen Geistesgrößen der Aufklärung, zu dem der Münsterische Minister Franz von Fürstenberg und die Fürstin von Gallitzin gehörten.
  
Nach dem Tode von Franz Bernhard Bucholtz im Jahre 1838 erbte seine Schwester Gertrud das Anwesen. Sie war mit Medizinalrat Prof. Dr. Franz Ferdinand von Druffel verheiratet.
  
Bis zum Verkauf an den niederländischen Bankiers Jordaan-van Heek im Jahre 1929 blieb Haus Welbergen im Eigentum der Familie von Druffel. Mit dem Verkauf des Hauses gingen auch rund 700 Morgen Land über. Nach dem Tod Jan Jordaans verwaltete seine Ehefrau Berta Jordaan-van Heek die umfassenden Besitztümer in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden. Zur Zeit des Nationalsozialismus war sie als Niederländerin Persona non grata in Deutschland. Sie durfte ihren Besitz weder betreten noch selbst verwalten. So wurde Haus Welbergen bis 1945 durch einen Treuhänder verwaltet und zu unterschiedlichen Zwecken verwendet. In den Nebengebäuden befand sich ein Lager für französische Kriegsgefangene. Im Haupthaus wiederum wohnten ausgebombte Familien aus Münster. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Welbergen als Unterkunft für amerikanische Offiziere verwendet. Im Gegensatz zu anderen Adelssitzen blieb jedoch Welbergen weitestgehend von Zerstörungen bewahrt. Zudem überstand auch Welbergen den Zweiten Weltkrieg ohne weitere Schäden.
  
1946 übernahm Berta Jordaan-van Heek wieder Haus Welbergen. Vor ihrem Tod am 23.03.1960 errichtete Berta Jordaan-van Heek für Haus Welbergen eine Stiftung, die wenige Monate nach ihrem Tod mit der Stiftung Haus Rothenberge zur gemeinnützigen „Berta Jordaan-van Heek Stiftung“ zusammengefasst wurde. Die Stiftung dient u.a. dem Erhalt des Hauses Welbergen und der übrigen Besitzungen sowie die Förderung der Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur, Natur- und Umweltschutz, der Pflege regionaler Kultur und Geschichte und der Förderung des Kulturaustauschs zwischen den Niederlanden und Deutschland. Außerdem dient Haus Welbergen heute als Tagungsstätte für den Westfälischen Heimatbund und die niederländisch-deutsche Kulturorganisation.
  

Baugeschichte
            
Haus Welbergen ist ein ehemaliges landtagsfähiges Rittergut.
  
Es wird angenommen, dass Haus Welbergen aus einem alten Gräftenhof hervorging.
  
Die ältesten Teile des heute noch erhaltenen Herrenhauses stammen aus der Zeit um spätestens 1500.
 
Der vorhandene gotischen Herrenhausbau, das Hohe Haus, ein schmaler, mehrstöckiger Rechteckbau mit Treppengiebeln und einem Vorhof, wurde für den fürstlich münsterischen Hofmeister Christian von Oldenhus (gestorben 1583), zwischen 1560 und 1570, neu- und umgebaut. Das Haus wurde nach Norden verlängert, so dass es schließlich auch die Fläche des ehemaligen Vorhofes einnahm und völlig im Wasser stand. Die alten Steinkreuzfenster wurden durch neue Fenster ersetzt. Es entstand das heute noch vorhandene, zweigeschossige, rechteckige Ziegelhaus mit sparsamer Werksteingliederung. Im Norden und Süden befinden sich hohe Dreistaffelgiebel mit auf kleinen Kragsteinen ansetzenden Seitenstufen und Firstschornsteinen. Die beiden Stockwerke werden durch einen Gurtgesims getrennt.
  
Franz Caspar Cajetan Bucholtz gestaltete das Innere des Hauses von 1730 bis 1746 um. Im Zuge dieser Maßnahmen wurde u.a. Stuckarbeiten an der Decke durchgeführt sowie ein Treppenhaus in Westteil des Hauses am Ende des Eingangsflurs angelegt. Damit erhielt Welbergen seinen heutige Gestalt.
 
Mit Ausnahme des Torhauses, das zwischen 1625 und 1632 entstanden ist, ließ Franz Caspar Cajetan Bucholtz die alten Wehrbauten der Vorburg beseitigen und neue Ökonomiegebäude errichten zwischen 1630 und 1745. Gleichzeitig wurden bis auf den alten Wehrturm in der südwestlichen Ecke der Vorburg auch der mittlere, quadratische Turm als Kapelle und der nordwestliche Turm neu ausgebaut.
 
Zwischen 1625 und 1632 wurde die Mühle errichtet. Sie wurde in den anschließenden Jahrhunderten mehrfach umgebaut und zu Beginn des 19. Jahrhunderts erweitert.
  
Während des Dreißigjährigen Krieg wurde die unregelmäßig rechteckige Vorburginsel mit Mauern und Türmen verstärkt und im 18. und 19. Jahrhundert mit weiteren Gebäuden ausgebaut. Auf der Süd- und Westseite befinden sich noch heute die Reste eines Walls.
  
Außerhalb der Gräfte wurde 1840 neben der Mühle ein Kornspeicher aus Backstein errichtet.
 
Jan und Bertha Joordan-van Heek ließen nach dem Erwerb die Anlage renovieren.
 
Nach dem Erwerb des Hauses durch Jan und Bertha Joordan-van Heek im Jahre 1929, ließen sie die beiden maroden Wirtschaftsgebäude im Innenhof abbrechen und an der Stelle einen Garten anlegen. Ferner veranlassten sie die Modernisierung des alten Herrenhauses. Es wurde an das Wasser- und Stromnetz angeschlossen, mit neuen Fenstern versehen und einer Zentralheizung ausgestattet.
 
Die zu Haus Welbergen gehörenden landwirtschaftlichen Flächen sind größtenteils verpachtet.
      

Weiterführende Informationen
                           

Gaerten-in-Westfalen.de

 

Fotos
      

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