Schloss Welda - Burgen, Schlösser und Herrensitze in Westfalen-Lippe

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Schloss Welda

Bauwerke > geordnet nach Kreisen > Kreis Hoexter

Adresse

Schloss Welda
(Tel.: 05641/74406; Mobil: 0173/2587311)
Ferdinande-Von-Brackel-Straße 12
34414 Warburg-Welda (Kreis Höxter)
Schloss-Welda.de
   

Karte
          

            
Besichtigungsmöglichkeiten

Je nach Quelle ist eine Besichtigung des Schlosses nicht möglich oder lediglich nach Voranmeldung. Ob sich dies lediglich auf eine Innenbesichtigung oder auch auf eine Außenbesichtigung auf dem Schlossgelände bezieht, ist derzeit unklar. Jedenfalls kann das Schloss im Rahmen der gelegentlich stattfindenden Veranstaltungen betreten werden (s.u.). Angeblich soll ferner eine Außenbesichtigung der Orangerie erlaubt sein.
 

Geschichte
  

Allgemeines

Der Ortschaft Welda wurde bereits im 9. Jahrhundert urkundlich erwähnt.
   

Besitzergeschichte

Seit dem 12. Jahrhundert war die Familie von Wellede Lehnsherr in Welda.

1249 übertrug das Kloster Corvey die Güter zu Welda dem Thethard von Wellede.

1469 belehnte der Paderborner Bischof Simon den geheimen Rat Gottschalk von Haxthausen mit dem Dorf Welda, nachdem zuvor die Familie von Wellede im Jahre 1469 ausgestorben war. In der Folgezeit erwarb die Familie von Haxthausen weiteren Besitz in Welda, die Zehntrechte, die Jurisdiktion sowie die Fischerei- und Jagdrechte.  

Wahrscheinlich spätestens 1588, zum Zeitpunkt der Teilung der Familie von Haxthausen, gab es in Welda einen Rittersitz.  

Mit dem Tode Herrmann Adolph von Haxthausens starb dieser auf Schloss Welda ansässige Zweig der Familie von Haxthausen aus. Durch seine Erbtochter, Wilhelmine von Haxthausen, gelang Welda durch Heirat mit Franz Georg von Brackel, im Jahre 1787, in den Besitz der Freiherren von Brackel. Diese überließen 1801 Schloss Welda den aus Frankreich ausgewiesenen Zisterziensern des Klosters La Trappe, die nach einer abenteuerlichen Odyssee durch Europa ab 1816 sich wieder ein Frankreich niederlassen konnten.  

1835 wurde die bekannte Schriftstellerin Ferdinande von Brackel († 1905) im Schloss Welda geboren. Ihr bekanntester Roman war der 1875 erschienene Roman „Die Tochter des Kunstreiters“.  

1932 verkaufte die Familie von Brackel das Schloss an den Verein für katholische Arbeiterkolonien, der das Schloss bereits 1938 an Reinhard Henschel aus Kassel weiterverkaufte.

Im Oktober 1939 entstand auf dem Schlossgelände ein Kriegsgefangenenlager.

1961 ging die Schlossanlage, ohne den Waldbesitz, an Hermann Busch über. Der Wald wurde im Jahre an die Gemeinde Welda und die Dominialverwaltung Waldeck verkauft.

1975 wurde die Orangerie mit den südlichen Parterre von der Schlossanlage abgetrennt. Sie wurde nebst der Hälfte des Schlossgeländes separat veräußert. Sie befindet sich seitdem im Eigentum von Heide Vaubel.

1992 kaufte das Ärzteehepaar Dr. Maluche das Schloss Welda.

1996 kauften schließlich die heutigen Eigentümer, das Architektenehepaar Klaus und Brigitte Feuerbach, das Schloss.  

Heute finden im Schlosssaal Konzerte, Kulturveranstaltungen sowie standesamtliche Hochzeiten und ähnliche Veranstaltungen statt. Ferner besteht die Möglichkeit Räumlichkeiten für Veranstaltungen anzumieten. Außerdem befinden sich Mietwohnungen im Schloss.
   

Baugeschichte
  

 

Haupthaus

Anlässlich der Hochzeit zwischen Hermann Adolph von Haxthausen, Geheimer Rat und Kammerherr des Kölner Kurfürsten, Deputier und Landeshauptmann der Paderborner Ritterschaft, Erbherr zu Welda und Vörden und Agnes Ursula Lucia Helene von der Lippe, Schwester des Erbherren zu Vinsebeck, am 18.10.1733, wurde zu Beginn des Jahres 1733 mit dem heute noch erhaltenen Schlossneubau begonnen. Die Rohbauarbeiten zogen sich bis zum Jahre 1735 hin.  
 
Von 1737 bis 1739 wurden die Innenräume ausgestaltet. Der Stuck im Festsaal, der sich im Obergeschoss befindet und eine Größe von 9 x 15 Meter einnimmt, wurde jedoch erst 1746 angebracht. Ebenso wurden in diesem Jahr erst die beiden Marmorkamine im Festsaal geliefert und installiert. Demzufolge waren die Innenarbeiten erst im Jahre 1746 endgültig abgeschlossen.  

Die Maurerarbeiten wurden durch den Maurermeister Nikolaus Neumeister verrichtet.  

Welda ist ein Bau aus Bruchsteinen, wobei für die Innen- und Kellergewölbe Ziegelsteine vermauert wurden.  

Der Bildhauer Gödtschau (Kötschau) aus Kassel fertigte die beiden Barockportale. Der Türsturz trägt die Namen des Erbauerehepaares. Die reich verzierte Kartusche darüber trägt das Allianzwappen von Haxthausen/von der Lippe und das Datum 1734.  

Schloss Welda stellt, neben dem Schloss Vinsebeck und dem Schloss Körtlinghausen, das dritte und letzte Herrenhaus mit einem H-förmigen Grundriss in Westfalen dar, wobei es sich von den übrigen beiden H-förmigen Herrenhäusern durch Variationen in der Gestaltung unterscheidet. Der größte Unterschied zu den übrigen Häusern stellt in Welda die Gestaltung des Giebels über den drei Mittelachsen dar, die in keiner Weise hervorgehoben sind.  

Der zweigeschossige Bau ist mit einem Mansarddach versehen. Das Dach wird durch das Mansadgesims geteilt.  

Maßgeblicher Architekt sämtlicher Häuser ist sehr wahrscheinlich der Hildesheimer Baumeister Justus Wehmer. Zwar fehlen für diese Annahme in Bezug auf Welda Belege, jedoch spricht hierfür die Gestaltung der Pläne, die verwendeten stilistischen Elemente, aber auch das Verwandtschaftsverhältnis zu dem Bauherren des Schlosses Vinsebeck, den Wehmer bereits 1722 fertig gestellt hatte.  

Der Mittelbau weist insgesamt 7 Achsen auf, die beiden Seitenflügel jeweils 2 Achsen.  

Ursprünglich waren sämtliche Werksteinteile des Schlosses mit einem Putz versehen. Heute existiert der Verputz nicht mehr.  

Mit Ausnahme der Hofseite im Süden ist das Haupthaus von einer Gräfte umgeben.  
 

 

Wirtschaftsgebäude

In der Zeit von 1735 bis 1738 erfolgten die Errichtung des dem Schlossbau vorgelagerten Remisenbaus und die Reparatur des Brauhauses durch die Maurer Mathias Milach und Martin Zelos.

Die vorgelagerten Wirtschaftsgebäude stammen im Kern aus dem 17. Jahrhundert. Im Osten befinden sich weitere Wirtschaftsgebäude, die überwiegend erst im 19. Jahrhundert erbaut wurden.  
 

 

Orangerie

Am 07.12.1747 wurde mit Johannes Polmann aus Stadtberge bei Obermarsberg ein Vertrag zur Herstellung von 4, die Jahreszeiten darstellenden, Statuen geschlossen. Der Orangeriebau wurde durch den Steinhauermeister Joan Bernhard Drost aus Paderborn hergestellt. Die Pläne für die Orangerie stammten wahrscheinlich auch von Justus Wehmer. Der Schlussstein trägt die Jahreszahl 1754. Es handelt sich um einen langgestreckten eingeschossigen Bau, der sich als point de vue auf einer Erhöhung im Norden der Gartenanlage befindet. Bedeckt ist sie mit einem Mansarddach. Eine rythmische Gliederung erfährt die Orangerie durch zehn geschosshohe Fenster. Im Gegensatz zu dem Schloss Welda ist sie mit einem gelben Wandputz versehen. In der Mitte des Baus befindet sich ein zweigeschossiger, mit einem geklappten Dreiecksgiebel versehener, Risalit, der ursprünglich die Durchfahrt zur Einlagerung von Pflanzen in die Orangerie bot.  

Nach dem Verkauf der Orangerie im Jahre 1975 wurde diese vollständig restauriert. Sie dient heute als Wohnsitz.  
 

 

Gartenanlage

Parallel zum Bau des Schlosses entstand auf der Schlossrückseite seit 1733 eine barocke Gartenanlage durch den Hofgärtner des Paderborner Fürstbischofs Clemens August, Carl Hatzel. Dieser hatte bereits zuvor die Garten des Schlosses Neuhaus neu angelegt.  
1738 wurde um den Garten herum eine Mauer erbaut.
           

Fotos
      

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