Schloss Wendlinghausen - Burgen, Schlösser und Herrensitze in Westfalen-Lippe

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Schloss Wendlinghausen

Bauwerke > geordnet nach Kreisen > Kreis Lippe

Adresse

Schloss Wendlinghausen
Am Schloß 4
32694 Dörentrup-Wendlinghausen (Kreis Lippe)
Schloss-Wendlinghausen.de
  

Karte
      


   
Besichtigungsmöglichkeiten  

Innenbesichtigung
Eine Innenbesichtigung ist nicht möglich bzw. nur in dem sogleich genannten Umfang.

Außenbesichtigung
Eine Außenbesichtigung ist nur nach vorheriger Terminsabsprache oder während der Veranstaltungen möglich.

Hochzeiten
Eine Außenstelle des Standesamtes befindet sich in dem Schloss.

Sonstige Veranstaltungen
Es finden jährlich wiederholende Veranstaltungem statt. Dazu gehören u.a ein zweitägiger Weihnachtsmarkt oder Konzertveranstaltungen. Weiterführende Informationen befinden sich auf der o.g. Homepage.

Miete
Es besteht die Möglichkeit den Rittersaal sowie weitere Räumlichkeiten anzumieten.
          

Geschichte
1227 wird erstmals Henrich von Wyndelinhusen (Wendlinghausen) in den Urkunden des Edlen Herrn zur Lippe erwähnt.

In einer Lehnsurkunde vom 07.12.1534 erhielt der Lemgoer Bürger Bernd Cleynsorgen die Nutzungsrechte an Wendlinghausen.

Am 29.07.1567 erwarb Hilmar von Münchhausen der Ältere (1512-1573), Kriegsoberist und Lehnsherr des Gutes Aerzen bei Hameln, trotz Widerspruch des gräflichen Landesherren einige Güter des Johann Schefer in Wendlinghausen. Hilmar, ursprünglich für den geistigen Stand vorgesehen, verkaufte 1539 die ihm zugefallenen Pfründe und trat in dem gleichen Jahr in die Dienste des Herzogs von Braunschweig ein. Durch die Teilnahme an den Kriegszügen gegen Spanien und Frankreich brachte er es zu einem stattlichen Vermögen an Sold und Beuteanteilen. Insbesondere die Gefangennahme des Französischen Höchstkommandierenden Marschall des Termes brachte ihm ein großes Lösegeld für die Freilassung ein. Nach einer Ablösezahlung an die Kanzlei in Detmold gingen alle adeligen Rechte, Gerechtsame und Pflichten, incl. die Landtags- und niedere Jagdfähigkeit eines Lehnsmanns auf Hilmar von Münchhausen über. Eine ausgefertigte Lehnsurkunde durch die Grafen von Holstein-Schaumburg erhielt jedoch erst Hilmars erster Sohn Statius im Jahr 1609.

1539 heiratete Hilmar von Münchhausen Lucie von Reden aus dem Hause Hasterbeck. Aus dieser Ehe gingen 10 Kinder hervor.

Nach dem Tod Hilmars von Münchhausen erbte sein Sohn Hans das Gut Wendlinghausen. Aufgrund eines Vergleichs mit seiner Familie aus dem Jahr 1584 musste er jedoch auf sein Erbe verzichten. Er lebte unehelich und unstandesgemäß mit Armgard Hasberg aus dem Dorf Wendlinghausen zusammen. Aus dieser Verbindung gingen 11 Kinder hervor. Aufgrund des Vergleichs ging das Gut Wendlinghausen sowie weitere Besitzanteile an den älteren Bruder Curt von Münchhausen (1560-1604).

Am 23.02.1603 kaufte Hilmar der Jüngere von seinem Bruder Curt von Münchhausen das Gut Wendlinghausen. Curt war mit Dorothea von Münchhausen (1568-1624) verheiratet. Bereits am 04.05.1617 starb schließlich Hilmar von Münchhausen in Rinteln, während Dorothea 1624 in Oldendorf starb. Aus dieser Ehe gingen 5 Söhne und 12 Töchter hervor. Hilmars Vetter war der bekannte Lügenbaron von Münchhausen, der häufiger das Schloss besuchte.

Von 1613 bis 1615 ließ Hilmar das heute noch im Wesentlichen erhaltene Schloss für seine Ehefrau Dorothea erbauen. Zudem ließ er von 1613 bis 1616 das
Schloss Haddenhausen bei Minden für seine Tochter Lucia errichten. Beide Bauwerke stammen vermutlich von dem Hameler Baumeister Eberhard Wilkening oder zumindest aus seiner Werkstatt. Beide Bauwerke weisen keine Meister- oder Steinmetzzeichen auf. Sie wurden jedoch Beide als Zweiflügelanlage mit achteckigem Treppenturm konzipiert. Der zweite Flügel wurde jedoch bereits 1762 durch den Kammerjunker Johann Friedrich von Reden (1736-1791) wegen Baufälligkeit abgerissen, nachdem er 1753 das Gut übernommen hatte. Der abgerissene Flügel war erheblich niedriger und kleiner als der heute noch vorhandene Restbau.

Durch Vertrag vom 21.07.1731 verkaufte der Herzoglich Weimarische Oberhofmeister Ernst Friedemann von Münchhausen das Schloss und Gut Wendlinghausen an den Landrat und Oberhauptmann Claus Friedrich von Reden (1692-1736). Das Schloss und das Gut befinden sich auch noch heute in dem Besitz der Familie von Reden, die es überwiegend land- und forstwirtschaftliche nutzt. Zum Gut gehören heute fast 400 ha land- und forstwirtschaftliche Nutzfläche, die nach den Richtlinien des Demeter-Bundes bewirtschaftet werden.

Das heute noch erhaltene Schloss Wendlinghausen ruht auf einem Pfahlrost aus schweren Eichenstämmen von einem Durchmesser von 35-40 cm. Darüber befindet sich ein Sockel, der mit grauem Kalkputz bedeckt ist. Hierüber erhebt sich der zweigeschossige Bau der Weserrenaissance. Die Eingangsfront wird durch eine eingeschossige dreiachsige Auslucht aus dem Jahr 1613 belebt. An der südlichen Stirnseite des Haupthauses befindet sich ein Staffelgiebel mit Volutenfüllungen.

Den Dreißigjährigen Krieg hat das Schloss unbeschadet überstanden.

Über dem Portal des Treppenturms an der Westseite der Eingangsfront befindet sich das Münchhausensche Wappen mit einem Zisterziensermönch in weißer Kutte, den Namen von Hilmar und Dorothea von Münchhausen und der Jahrszahl 1614. Dieser Eingang war ursprünglich der einzige Eingang.

Der ehemalige Schlossgraben an der Vorderseite wurde 1836 zugeschüttet, so dass das Hauthaus seitdem nur noch von drei Seiten von Wasser umgeben ist.

Nach der Übernahme des Schlosses und Gutes durch den Kammerjunker Johann Friedrich von Reden (1736-1791) im Jahr 1753 ließ er die vier – heute noch erhaltenen – Hofscheunen aus Bruchstein errichten. Ein weiterer Kuhstall stammt aus dem Jahr 1796. Ein weiteres Wirtschaftsgebäude wurde 1847 für Ernst von Reden und seine Gemahlin Friederike geb. Linsingen erbaut. Ihr Allianzwappen befindet sich über dem Eingangsportal.

1838 übernahm der Jurist und Amtsauditor, Jagdjunker Ernst von Reden das Gut. Er veranlasste umfangreiche Bauarbeiten. Die baufällige Brücke über den Schlossgraben wurde ersetzt. Zudem erhielt das Schloss einen neuen Eingangsbereich und eine doppelläufige Freitreppe wurde angebaut.

Zwischen 1961 und 1964 wurde das Schloss umfassend restauriert. Dabei wurde u.a. das Dach neu eingedeckt.

2001 und 2003 wurde das Schloss zuletzt umfassend renoviert.
   

Weiterführende Informationen
                                 

Gaerten-in-Westfalen.de

 

Fotos
           

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