Schloss Westerwinkel - Burgen, Schlösser und Herrensitze in Westfalen-Lippe

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Schloss Westerwinkel

Bauwerke > geordnet nach Kreisen > Kreis Coesfeld

Adresse
  

Schloss Westerwinkel

Horn-Westerwinkel 1
59387 Ascheberg-Herbern (Kreis Coesfeld)
Tel.: 02599/98878
 

Karte
   


  
Besichtigungsmöglichkeiten  

    

Museumsführung
Das Museum kann ausschließlich im Rahmen einer Führung besichtigt werden. Museumsführungen können telefonisch vereinbart werden.

Innenschlossanlage
Die Innenschlossanlage ist jederzeit zugänglich.

Außenanlage
Die Innenschlossanlage ist jederzeit zugänglich.
  

Geschichte
  

Besitzverhältnisse

1150 wurden die Herren von Westerwinkel erstmals urkundlich erwähnt, deren Wohnsitz vermutlich in der Nähe des heutigen Schlosses gelegen hat. Sie waren Lehnsträger der Grafen von Isenberg. Westerwinkel erhielt seinen Namen von den Rittern von Westerwinkel, die von 1150 bis 1396 das ehemalige Landgut besaßen.

1385 ging das Anwesen durch Heirat der Erbtochter mit Gerd von Bögge an diese Familie über.

1400 ist Everd von Heiden belehnt worden. Dieser musste 1429 seine Rechte an
Heinrich von Ascheberg zu Ichterloh verpfänden.

1430 wird Hermann von Merveldt vom
Grafen von Isenberg-Hohenlimburg belehnt. Er und seine Frau Richmond von Aschwede blieben ohne Kinder und machten zahlreiche fromme Stiftungen. Dies führte dazu, dass der Besitz in finanzielle Bedrängnis kam. Der Neffe Everd von Merveldt musste 1498 Schloss Westerwinkel an Hermann von Ascheberg veräußern. Er hielt sich jedoch ein Rückkaufsrecht vor. Dennoch verlor er den Besitz.

1515 wurde Johann von Raesfeld zu Ostendorf Eigentümer von Westwinkel. Dieser starb allerdings kurze Zeit später.

1522 wurde Rotger von Diepenbrock zu Lake neuer Eigentümer.

1555 heiratete Hermann von Merveldt, der Sohn Dirks von Merveldts, der den
Drostenhof in Wolbeck errichten ließ, die Erbtochter Ursula Diepenbrock zu Westerwinkel. Somit viel Westerwinkel wieder an die Familie von Merveldt zurück.

Theodor Hermman von Merveldt wurde ließ das heutige vierflügelige Schloss von 1663 bis 1668 errichten. 1667 löste er den Besitz aus dem Hohenlimburger Lehnsverhältnis als freies Eigentum. 1668 wurde er von Kaiser Leopold I. in den erblichen Reichsfreiherrenstand erhoben. 1649 heiratete er
Anna Sophia von Westerholt zu Lembeck.

1726 wurde die Familie von Merveldt von Kaiser Karl IV. in den erblichen Reichsgrafenstand erhoben.

1708 heiratete Ferdinand Theodor von Merveldt eine Dame von Westerholt zu Lembeck. Auf Lembeck gab es keinen männlichen Erben. Die fünf Erbschwestern erbten je zu gleichen Teilen. 1733 gelang es dem Grafen von Merfeldt die vier übrigen Schwestern abzufinden, womit
Schloss Lembeck ebenfalls in ihren Besitz gelang. Beide Schlösser wurden miteinander vereint und ein Familien-Fidei-Kommiss als unteilbar eingerichtet. Dabei ist es bis heute geblieben.

Nach dem Ausstreben der der männlichen Linie der
Grafen von Plettenberg-Nordkirchen übertrug der König von Preußen 1840 dem Grafen von Merveldt die Erbmarschallswürde des Fürstbistums Münster.

1958 starb Graf Ferdinand von Merveldt. Er hatte nur eine Tochter, die 1949 den Freiherrn Johannes von Twickel heiratete. Der aus dieser Ehe stammende Sohn Ferdinand Johannes wurde 1951 geboren und von Twickel wurde von seinem Großvater adoptiert, um den alten Namen der Familien beizubehalten können. Der Name lautet "Reichsgraf von Merveldt, Freiherr von Lembeck, Freiherrn von Twickel".
 

Baugeschichte

Schloss Westerwinkel ist auf zwei Inseln angelegt. Es besteht aus einer Vor- und einer Hauptburg. 1225 wurde bereits eine Burg Westerwinkel urkundlich erwähnt, von der jedoch keinerlei Überreste mehr vorhanden sind. Sie soll mit einem doppelten Grabensystem nebst Wällen, die so hoch waren, dass sie die untere Fensterreihe fast völlig verdeckt wurden, versehen gewesen sein.

Das Schloss ist umgeben von einem Schlosspark im Stile eines englischen Landschaftsparks mit integriertem Golfplatz.
  

 

Hauptburg

Auf der östlichen Insel liegt das Herrenhaus.

Die Hauptburg besteht aus einer in sich geschlossenen Vierflügelanlage. 1663 begann der Bau des Barockschlosses. Es wurde bis 1668 weitergebaut. Als Baumeister wird Peter Pictorius der Ältere vermutet.

Die vier Ecktürme der Hauptburg sind jeweils mit einem Zwiebeldach versehen, das von einer Wetterfahne gekrönt wird. Ost- und Südseite des Herrenhauses sind von einem breiten Wallstreifen mit einer Gartenanlage umgeben.

Gegen 1810 sind die Hauben der vier Eckpavillons verändert worden. Ursprünglich besaßen sie außerhalb der Überleitungen zum Achteck ausladenden Kugelformen, gekrönt von Laternen.

Ursprünglich waren ferner die Dächer mit Biberschwanz-Ziegeln gedeckt. Die Turmhauben waren schon immer verschiefert.

Der Eingang zum Hauptschloss befindet sich nicht in der Mittelachse der Nordfront gegenüber dem Treppenturm, sondern ist seitlich versetzt. Der Eingang ist mit einem toskanischen Rahmen, Sprenggiebel und Wappenaufsatz versehen. Das Wappen zeigt das Allianzwappen derer von Merveldt und von Westerholt

Der Innenhof bildet ein Rechteck. Als Blickfang erweist sich das barocke Hauptportal mit der Freitreppe im Westflügel. Es trägt die Jahreszahl 1663. Ansonsten wirkt der Innenhof äußerst schlicht. Zahlreiche Fenster sind zugemauert worden.

1964 und 1969 wurde der Putz erneuert. Dabei konnten auf der Hauswand vorhandene Malereien nicht wieder hergestellt werden.
   

 

Vorburg

Auf der Nordseite der Anlage befinden sich die Gebäude der Vorburg. Sie wurden zwischen 1663 und 1696 errichtet.

Das Torhaus und der Eckpavillon sind zweigeschossig. In diesen Gebäuden waren die Brauküche und die Dienerwohnungen untergebracht. In dem Eckpavillon befand sich der Speicher. Im rechten Winkel schließt sich an den Eckpavillon ein eingeschossiger Stallflügel an. In dessen Mitte befindet sich ein Tor, das zu einem kleinen Hinterhof führt. Etwas seitlich nach hinten versetzt gliedert sich ein symmetrisch gestalteter langer Bau ein, in dessen Mitte sich der dreigeschossige Uhrenturm befindet. Er wurde 1696 errichtet. An dieses Gebäude schließt sich in einem rechten Winkel im Osten ein weiterer eingeschossiger Bau an, in dem sich Wirtschaftsräume, Ställe und Werkstätten befunden haben. Hinter diesem Flügel stand eine große Scheune mit einem eigenen Hofplatz. Sie ist allerdings vor einigen Jahren abgebrannt.

Das Haus des Verwalters befindet sich zwischen den beiden Inseln Es wurde im ersten Viertel des 19. Jahrhunderts errichtet.

Prägend für die gesamte Anlage ist eine gewisse Asymmetrie.
    

 

Parkanlagen

Rings um das Anwesen befinden sich großzügige Parkanlagen im Stile eines englischen Landschaftsparks. Ferner befindet sich in unmittelbarer Nähe ein Golfplatz.
 

Fotos
  

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