Haus Wewelsburg - Burgen, Schlösser und Herrensitze in Westfalen-Lippe

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Haus Wewelsburg

Bauwerke > geordnet nach Kreisen > Kreis Paderborn

Adresse
   
Kreismuseum Wewelsburg
Haus Wewelsburg
Burgwall 19
Schloss Wewelsburg
33142 Büren-Wewelsburg (Kreis Paderborn)
Wewelsburg.de
          

Karte
           

   
Besichtigungsmöglichkeiten


Eine Außenbesichtigung ist jederzeit möglich. Außerdem befindet sich in der Wewelsburg eine Jugendherberge sowie ein Museum.
    

Geschichte
   
Die Ursprünge der Wewelsburg werden in der Sachsenzeit vermutet. Bereits Heinrich I. soll eine Wallburg als Vorgängerbauten der heutigen Burg gegen die Ungarn gebaut haben. Allerdings mangelt es insoweit an objektiv nachprüfbaren Beweismitteln für diese These.

In dem ersten Jahrzehnet des 12. Jahrhunderts wechselte Graf Friedrich I. der Streitbare von Arnsberg seine Gefolgstreue zwischen dem Kaiser Heinrich V., dem Herzog Lothar von Sachsen und dem Erzbischof von Köln. Am 11.02.1124 verstarb Graf Friedrich I der Streitbare. Die Nachricht seines Todes führte dazu, dass die unterdrückten Bauern den 1123 errichteten Bau wieder abrissen.

1301 erwarb der Paderborner Bischof Otto von Rietberg die Ruine von den Grafen von Waldeck. Mit einer Hälfte wurden die Edelherren von Büren belehnt. Mit der anderen Hälfte wurde 1303 der Ritter Bertold von Brenken belehnt. Sie errichteten eine neue Burg, entlang dessen Mauern das Dorf Wewelsburg entstand.

Ab 1309 nannte sich der Zweig der Familie von Büren von Wewelsburg. Mit hoher Wahrscheinlichkeit gab es bereits zu diesem Zeitpunkt einige kleinere Gebäude aus Stein und Fachwerk. Teile dieser Gebäude wurden in den späteren Bau der Dreiecksburg einbezogen. In der Mitte des 14. Jahrhunderts und um 1400 sind Bautätigkeiten nachweisbar.

Ende des 14. Jahrhunderts starb die Wewelsburger Linie der Familie von Büren aus. Hierdurch gelang es der Familie von Brenken ab 1384 sukzessive die Rechte der Edelherren von Büren auf dem Pfandwege vom Paderborner Bischof verliehen zu bekommen. In dem Pfandvertrag von 1384 wurde der Familie von Brenken die Verbauung einer bestimmten Summe gestattet.

Bis zur Auslösung der verpfändeten Burg durch Bischof Erich im Jahre 1513 blieb sie im Besitz der Familie von Brenken.

Weitere Bautätigkeiten sind gegen Mitte und Ende des 16. Jahrhunderts nachweisbar.

1513 gelangte die verbliebene Linie der Edelherren von Büren in den Besitz der Wewelsburg. Zwar wurde ihnen die Rechte durch den Paderborner Bischof ungeteilt verpfändet. Jedoch überließen sie ¼ der Anlage und der Einkünfte den Herren von Brenken gegen Zahlung einer entsprechenden Summe.

Der Paderborner Fürstbischof Dietrich IV. von Fürstenberg (1546-1618) löste 1589 die Pfandrechte der Familien von Büren und Brenken ab.

1603 wurde mit dem Neubau einer Burg durch den Baumeister Hermann Baumherr für Fürstbischof Dietrich IV. von Fürstenberg begonnen, der die Arbeiten aus seiner eigenen Tasche bezahlte. Die Arbeiten wurden am 08.09.1609 mit der Weihe der Schlosskapelle im Erdgeschoss des Nordturms abgeschlossen. Es entstand im Wesentlichen die heute noch erhaltene – nahezu gleichschenklige – Dreiecksanlage, an dessen Gelenkpunkten der Flügel sich jeweils ein Rundturm befindet. Der im Norden befindliche Turm ist größer als die übrigen und als einziger unmittelbar vom Hof zugänglich.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Anlage schwer beschädigt. Sie wurde mehrmals in Mitleidenschaft gezogen. So ging beispielsweise 1646 ging durch schwedische Truppen das oberste Geschoss des Treppenturms in der Hofecke, der Dachaufbau über der Wendeltreppe im Ostflügel und die Zwerchhäuser über den Hoffassaden des Süd- und Westflügels verloren.

Der Paderborner Bischof Dietrich Adolph ließ gleich nach seinem Regierungsantritt 1650 Wiederherstellungsmaßnahmen an der Wewelsburg vornehmen. 1655 erfolgten umfassende Änderungen des Inneren. Die Arbeiten wurden 1660 mit der Fertigstellung der Kapelle beendet.

Dietrich Adolph von der Recke ließ die Beschädigung unter Anpassung an die damalige barocke Auffassung von 1654 bis 1660 beseitigen.

Letztmalig besuchte ein Fürstbischof von Paderborn 1718 die Burg, die als fürstbischöfliche Nebenresidenz nicht mehr ihre einstige Bedeutung wiedererlangen konnte. Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten wurde die Burg nur noch notdürftig unterhalten. Der gesamte Westflügel sowie das Obergeschoss des Ostflügels wurden als Kornspeicher für die Naturalabgaben aus dem Amt Wewelsburg verwendet. Zahlreiche Fenster waren zu dieser Zeit entweder zugemauert oder mit Bretterverschlägen versehen. Dauerhaft bewohnt wurde die Wewelsburg durch einen Rentmeister mit seiner Familie sowie einigen Bediensteten. Vor dem Tod des letzten Rentmeisters im Jahre 1818 wurde die Kreiskasse nach Büren verlegt. Dorthin wurden auch 1822 das Rentamt Wewelsburg in die Kreisverwaltung eingegliedert. Auch die Funktion als Lagerhaus endete 1852 mit der Abschaffung der Naturalabgaben.

Am 11.01.1815 brannte der Nordturm durch einen Blitzschlag bei einem Wittergewitter aus. Fortan blieb er als Ruine bestehen, bis die SS den Turm bis auf das Erdgeschoss abbrechen ließ.

Ab 1832 wurde die ehemalige Rentmeisterwohnung und der Burggarten dem Pfarrer zur Nutzung überlassen. Daneben waren verschiedene Nutzungsmöglichkeiten für die Burganlage vorgesehen. Die entsprechenden Pläne scheiterten jedoch jeweils an der anderen Meinungen der beteiligten Behörden.

Der Nordturm hat einen Durchmesser von 20 Metern. In seinem Keller befindet sich die Kapelle.

1924 erwarb der Kreis Büren die stark verfallene Ruine vom preußischen Staat. Bereits 1925 wurden das Kreismuseum und die Jugendherberge nach umfassenden Instandsetzungsmaßnahmen am 31.05.1925 eröffnet, wobei die übrigen Gebäudeteile, die für diese Zwecke nicht genutzt wurden, in ihrem ursprünglichen Zustand verblieben. Die Jugendherberge nutzt auch noch heute Teile des Südflügels, den Westflügel und die Obergeschosses des Nordturms. Im Dritten Obergeschoss befindet sich heute eine Turnhalle. 204 Betten befinden sich in 41 Zimmern.

Im September 1934 mietete Heinrich Himmler als Chef der SS die Wewelsburg auf 100 Jahre für jährlich eine Reichsmark. Die Jugendherberge wurde geschlossen und das Kreisheimatmuseum nach Büren verlegt. Die Burg sollte den Mittelpunkt einer monumentalen Burganlage bilden. In den auch noch geplanten Gebäudekomplexen, die um die Wewelsburg herum geplant waren, sollte die ideologische Zentrale des Gruppenführercorps der SS entstehen. Von 1934 bis 1938 wurden der West- und Südflügel und von 1936 bis 1938 wurde der Ostflügel ausgebaut.

Darüber hinaus wurde 1934 der bis dahin vorhandene Putz abgetragen und damit das Bruchsteinmauerwerk freigelegt. Ferner wurden in der NS-Zeit die Zwinger vor den Süd- und Ostflügeln vertieft.

1938 wurde mit der Wiederherstellung der Ruine des Nordturms begonnnen. In den unteren Geschossen des Nordturmes befindet sich seitdem die heute noch erhaltene ehemalige SS-Gruft und der Obergruppenführersaal.

Der Reichsführer SS, Heinrich Himmler wollte die Burg für den Orden unter dem Totenkopf umbauen. Dafür wurde ein KZ errichtet, in dem 1285 Häftlinge ihr Leben ließen.

1945 folgte ein weiterer Brand, nachdem die SS versucht hat die Anlage zu sprengen. Heinrich Himmler gab am 31.03.1945 den Befehl zur Sprengung der Burg.

Von 1949 bis 1952 wurde die Burg wieder aufgebaut. 1953 wurde die Neueindeckung der Schieferdächer abgeschlossen.

Im Rahmen der Wiederaufbaumaßnahmen von 1973 bis 1975 wurde die Burg nach Vorbild des Zustands von 1646 aufgebaut. Dabei wurde der u.a. Nordturm wieder aufgebaut.

Seit 1975 befindet sich die Wewelsburg im Eigentum des Kreises Paderborn.

1996 erfolgte die Eröffnung des Historischen Museums des Hochstifts Paderborn im Ost- und Südflügel.

Die Wewelsburg ist die einzige Dreiecksburg Deutschlands.

Im Jahre 2009 fanden Festlichkeiten zum 400-jährigen Bestehen der Wewelsburg statt.

Am 15.04.2010 wird die Ausstellung "Ideologie und Terror der SS" für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Eine geplante Teilnahme des Bundespräsidenten Horst Köhler wurde im Vorfeld abgesagt. Im Zusammenhang mit der neuen Ausstellung sind Kosten i.H.v. 7 Mio. € entstanden.
     

Fotos
    

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